Redaktion Der Bund
19. Oktober 2017
41 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Hermann Gysel

Wie kann man in der «Velohauptstadt» Bern im Jahr 2016 eine neue Hauptpost eröffnen, bei der man das Auto direkt vor dem Eingang parkieren kann, während die Zufahrt mit dem Velo ausdrücklich verboten ist (Kleine Westtangente, Rampe von der Bogenschützengasse) und auch das Hochtragen von der Schanzenbrücke zu einem ausdrücklichen Abstellverbot vor dem Eingang führt?




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    Die damalige IG Velo hatte genau deswegen 2008 und 2010 Einsprachen gegen die Neubauten bei der Schanzenpost eingelegt. Wegen des anfänglich völlig fehlenden Velokonzepts. Die Verfahren liefen äusserst harzig, anfänglich wurden Verhandlungen verweigert, auch die Stadt war nicht kooperativ, sondern wollte primär dem Investor gefallen. Das Ganze zog sich bis 2012 hin.

    Den „Kompromiss“ sehen wir heute: Mit dem Auto vor die Post, mit dem Velo Fahrverbot, sogar zu Fuss darf man nicht vom Coop rüber zur Postautostation. Immerhin nun eine Velostation für Bahnpendler und Leute mit teuren Velos.

    Die Velooffensive hat schon etliches bewirkt, aber sie ist noch heute nicht in allen Köpfen der Verwaltung angekommen.




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Nur Fragen zu dem völlig überrissenen Mietvelo-Systemausbau:

Welcher Stadtberner Steuerzahler, und somit Finanzierer, wird ein Velo mieten, wo er doch ein eigenes besitzt? Welcher Pendler wird vom Auto auf ÖV und Mietvelo umsteigen? Wer stellt am Morgen 1’000 Velos am Bahnhof bereit wenn die Pendler in Scharen anrücken? Werden dann in der Stadt weniger private Velos gestohlen (Bern gehört in der Schweiz zu den Spitzenreitern beim Veloklau)?

Sind beim ‚Bern rollt‘-Verleih immer alle Velos unterwegs? Werden sich (Tages)touristen für eine einmalige Miete registrieren und die Grundgebühr bezahlen? Muss ich damit rechnen, dass der asiatische Unternehmer (z.B. O-Bike) sein Velo bei mir auf dem Grundstück abholen kommt, weil es der letzte Mieter achtlos hat liegen lassen?

Darf ich die von der Stadt zu erstellenden und von mir mitfinanzierten Veloständer auch benützen oder muss ich mich weiter dem wilden Parkieren überall in der Stadt anschliessen?

Nur Fragen zu einem überrissenen, teuren und unnötigen Verleihsystemausbau….




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Die Stadt Bern wird im Frühling noch „auf die Welt kommen“, wenn die 2’400 Mietvelos platziert sind und daneben noch andere Anbieter Velos herumliegen lassen.

Wie P. Muralt schreibt, hat man sich wohl sehr wenig Gedanken gemacht, wer denn ein Mietvelo brauchen wird. Zur Erinnerung: „Rent a bike“, das in den 90er-Jahren das System Mietvelo am Bahnhof neu gestartet hat, ist schweizweit (!) mit 2’000 Velos gestartet und später auf 3’000 erhöht.

Apropos „Velostadt“: In Südfrankreich wurde ein genial-einfaches System eingeführt, das problemlos funktioniert und die Velofahrer von den gefährlichen Autostrassen nimmt: grüne Bodenmarkierungen führen auf eigene Velowege aber auch auf Fussgängerwege oder Trottoirs immer unter dem Motto: „Nous partageons la route“ und den Symbolen Fussgänger und Velo. Einfach, kostengünstig und von allen akzeptiert.

Vielleicht müsste man halt mal im Ausland schauen, wie die das machen, bevor man buchstäblich „das Rad neu erfinden“ will. Noch etwas: die Velobrücke für 20 Mio. ist wohl gestorben? Hoffentlich!




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Beitrag der Redaktion:

Man kann mir vorwerfen, ich hätte in den letzten beiden Jahren das Thema Hindernisse auf Velowegen oder in Verkehrsberuhigungszonen zu stark gewichtet. Zu diesen Themen habe ich als Journalist beim „Bund“ tatsächlich mehrere Beiträge verfasst – heute beispielsweise erschien ein (nicht völlig ernst gemeinter) Artikel über zweckentfremdete Radwege. Der erste Kommentar lautete, ich sei ein „Gränni“: Statt Gejammer, sei Flexibilität gefragt.

Mit diesem Kommentar kann ich leben. Aber wie bei allen Artikeln, die ironisch eingefärbt sind, gibt es auch hier einen wahren Kern. Und wenn ich den herausschäle, wird die Sache schon etwas ernsthafter: Als fleissiger Velofahrer fühle ich mich dann frustriert, wenn mein „Fahrfluss“ gehemmt wird (wenn ich also gezwungen werde, kinetische Energie zu verschwenden). Dabei sind es nicht die aussergewöhnlichen Hindernisse, die mich stören – Tankwagen, Kühe oder Heu auf dem Radweg: solche Dinge belustigen mich -, sondern die systembedingten: Wenn der Radweg zum Beispiel über eine rechtwinklig einmündende Strasse führt, kann es vorkommen, dass er durch wartende Autos einfach blockiert wird.

In der Stadt sind es – das liegt auf der Hand – vorab die Lichtsignale, die den Fluss stoppen. Gerade im Nordquartier funktioniert die „grüne Welle“, die es dort angeblich geben soll, meines Erachtens nicht. Noch krasser ist es, wenn man von Südwesten her in die Stadt hinein fährt. Diesen Sommer kam ich mehrmals von dieser Seite: Einmal dachte ich, wenn das meine Alltags-Realität wäre, würde ich das Velo im Keller lassen.




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    Freie Fahrt für freie Bürger – diese Forderung erinnert mich an die Autopartei welche die gleiche unrealistische Forderung für Autoverkehr durchsetzen wollte. Innerstädtischer Verkehr ist und bleibt ein gemeinsames Miteinander. Dazu gehört auch, dass man an einer roten Ampel stehen bleibt. Eine Bevorzugung von einzelnen Anspruchsgruppen müsste dann wohl eher bei den schwächsten Verkehrsteilnehmer liegen nämlich den Fussgängern.




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      Beitrag der Redaktion:

      Es geht mir nicht um die „Freie Fahrt“, wie sie die Autopartei forderte. Ein Rotlicht überfahre ich in der Regel nicht. Wobei es schon so ist: Für Velofahrer, die, verglichen mit einem Auto, nur wenig Raum in Anspruch nehmen, hat nicht jedes Lichtsignal die gleiche „Qualität“ (Stichwort: rechts abbiegen bei Rot oder geradeaus weiterfahren bei Rot – so wie am Bollwerk Richtung Bahnhofplatz). Im Übrigen staune ich immer wieder, wenn ich zum Beispiel sehe, wenn irgendwo ein Sattelschlepper anhält, bzw. anhalten muss, damit ein Kind die Strasse überqueren kann. Hier lässt sich wunderbar beobachten, wie es ist, wenn nicht das Recht des Stärkeren gilt.

      Meine Vorstellung der „Freien Fahrt“ geht eher in diese Richtung: Vielleicht gibt es irgendwann Lichtsignalanlagen, die nicht immer stur das gleiche Programm abspulen, sondern miteinander vernetzt sind, die aktuelle Verkehrssituation erfassen und für möglichst viele Leute ein Optimum ausrechnen. Vielleicht gibt es sie ja schon. Wenn ich dann abends spät fast alleine unterwegs bin, hätte ich die „grüne Welle“ auf sicher.

      Und vielleicht gibt es dereinst auch Anlagen, bei denen man den Vortritt kurzfristig (per Knopfdruck am Lenker) abtreten kann. Zum Beispiel dann, wenn sich ein schwerer Lastwagen der Kreuzung nähert und man (aus ökologischen Gründen) nicht möchte, dass er anhalten und dann wieder beschleunigen muss.

      Oder wenn man extrem pressiert ist, könnte man seinen eigenen Mobilitätsstatus auf „dringlich“ oder „Notfall“ hochschrauben. Die Anlage würde dies dann so gut es geht berücksichtigen. Käme von der anderen Seite die Feuerwehr, hätte man natürlich Pech.




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Ich fahre zwar nicht so oft mit dem Fahrrad in der Stadt herum, wie Patrick Muralt, unterstütze aber seine Aussagen in den meisten Punkten. Allerdings bin ich gegenüber dem Veloverleihsystem nicht so kritisch, erwarte aber wie er, dass die Berge von Fahrrädern verschwinden, die nur herumstehen und nicht oder nicht mehr gebraucht werden. Ich denke da etwa an den Hirschengraben, aber auch das Bahnhofumfeld ist keine Augenweide. Ist das Veloverleihhsystem von Publi-Bike einmal installiert, so müsste man meiner Meinung nach auch an eine Bewirtschaftung der Veloparkplätze denken. Vielleicht ist es so möglich, die Menge an nicht oder nur sehr sporadisch gebrauchten Fahrrädern zu minimieren. O’Bike oder ein anderer Free-floating-Anbieter sind möglichst von Bern fern zu halten!




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Ich tue mich etwas schwer mit dem Gedanken, dass man in ein teures Verleihsystem investiert, an dessen Erfolg zumindest gezweifelt werden darf. 170 Verleihstellen in einer so kleinen Stadt wie Bern. Wie sieht das aus und wer soll das benutzen? Die meisten Einheimischen haben eigene Velos und für die paar Touristen, welche die nahe beieinander liegenden Sehenswürdigkeiten per Fahrrad besuchen möchten, dürfte das Angebot von „Bern rollt“ genügen.

Um eine Velostadt zu werden, braucht es vor allem drei Dinge: Sichere Fahrwege, genügend Abstellmöglichkeiten und velofahrende Einheimische. Wie wäre es, wenn die Stadt Velokäufe von Einheimischen fördern würde? Allenfalls mit einer speziellen „Bern-Bike“-Serie? So wie Saas-Fee seine Skiabos verkauft hat, könnte man ein Angebot zu einem günstigen Preis offerieren, das gültig ist, sobald eine gewisse Zahl Velos bestellt wird. Da wäre kein Risiko dabei. Profitieren würden einheimische Hersteller, das Gewerbe, jeder Velofahrer und die Stadt selber.




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Was fehlt Bern zur Velo-Stadt?
für mich sind es folgende Punkte:
– velospezifische Wegweiser die mir den schnellsten Weg von A nach B, zwischen den Quartieren weisen (Beispiel Marzili – Bümpliz)
– Velowege, die nicht ständig in gemeinsam genutzte Wege mit verdutzten Fussgängern münden (Beispiel Thunstrasse)
– andere Verkehrsführung, so dass ich nicht vom Tram ausgebremst werde (Schlosstrasse)
– eine andere Verkehrsführung, so dass ich einen breiteren Streifen zur Verfügung habe als die gefühlten 50cm zwischen Tramschiene und hohem Trottoirrand
– eine neue Verkehrsführung, die der grossen Anzahl E-Bike(Fahrern) gerecht wird…
Ich nutze regelmässig das Velo und finde mich häb chläb zurecht. Die oben genannten Punkte bedingen auch mal ein ignorieren der Regeln.
Denke ich an „Velo-Stadt“, dann sehe ich eine Stadt, in der Kreti und Pleti jedes Alters Velo fährt und sich auf der Strasse wohl fühlt. Mich dünkt, soweit ist man in Bern (noch) nicht.




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Beitrag zu mehr Sicherheit beim Velofahren mit Radio Frequency Identification (Identifikation mittels Radiofrequenz, RFID) anstelle von Millionen Ausgaben in bauliche Massnahmen.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Velofahrer sind öfter Unfallverursacher denn -opfer. Von 372 Kollisionen in Zürich unter Beteiligung von Radfahrern waren im Jahr 2013 deren 234 von den Velofahrern selbst verursacht. Für Bern dürften die Zahlen ähnlich aussehen. Die Anzahl selbstverschuldeter Unfälle liegt stets zwischen 55 und 65 Prozent.

Heute wird Bern eher dem Label Velo-Unfall Stadt gerecht. Anstatt Millionen für Velo-Verleih Systeme, Velo-Autobahnen und sonstige bauliche Massnahmen auszugeben sollten die Behörden an die Eigenverantwortung appellieren. Gepaart mit Kontrollen und Repressiven-Massnahmen unter Einbezug von neuen Technologien. Aktives RFID Chipping wäre wohl der grösste Beitrag zu mehr Sicherheit beim Velofahren.

Grundsätzlich sollte jedes Velo zwingend mit einem aktiven RFID-Chip aufgerüstet sein. Dies würde die Überprüfung von Rotlicht-Sündern erheblich vereinfachen und wäre auch ein Beitrag gegen Velolittering in den Städten.

Ich fordere einen Pilotversuch mit obligatorischem Chip für jedes Velo in der Stadt Bern.




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    Zürich ist nicht die Schweiz und nicht Bern.
    2016 gab es schweizweit 3860 Unfälle mit einem oder mehreren beteiligten Velofahrern.
    Für 1878 Unfälle waren 2016 die Velos verantwortlich.
    Das sind 48,7%. Also wurde die Mehrheit von jemand anderem verursacht.
    Rund die Hälfte wäre ja statistisch noch normal, weil es bei den meisten Unfällen zwei Beteiligte gibt.
    Bei Unfällen mit Autobeteiligung dürfte der Anteil von verursachenden Autos über 90% liegen…

    Chip gegen Velolittering finde ich gut. Aber Rotlichtsünder? Zuerst solltel man Ampeln reduzieren und die verbleibenden so intelligent und glaubwürdig machen wie die menschliche Verkehrsregelung.
    Vor reinen Gesslerhüten muss man nicht zwingend Respekt zeigen. Oder wie schon Mani Matter sang:
    „… u we mes nid so macht, de wird men überfaahre, isch das dr Ändpunkt vor Entwicklig vo füftuusig Jahre?“




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Ich bin etwas erstaunt, im «Bund» zu lesen, dass die Situation für Velofahrer in Bern ausser «ein paar neuralgischen Stellen» gut sei.

Ich bin mit dem Velo durch zahlreiche europäische Städte gefahren und habe fast überall gedacht: «Da könnten die Berner etwas lernen». Beispielsweise in Stuttgart fährt man von aussen zum Hauptbahnhof über verkehrsfreie Velowege, separate Brücken und durch Parks ohne eine Ampel zum Hauptbahnhof. In Wien musste ich bis zum Stephansdom ein einziges Mal an einer Kreuzung absteigen. In Hamburg führt ein Veloweg ohne Ampeln praktisch bis in die Altstadt.

Wenn ich in Bern die 2 Kilometer von der Insel in die Lorraine fahre, passiere ich schätzungsweise 10 Ampeln, die meist so geschaltet sind dass ich als Radfahrer keine Chance auf die grüne Phase habe. Ich sehe hier Radwege und Radstreifen dort wo es «grad gäbig» Platz hat; dort wo es eng wird – notabene dort wo sie am nötigsten wären – hören diese dann unvermittelt auf, was zu gefährlichen Engpässen führt.

Ich sehe Handlungsbedarf fast überall, nicht nur an wenigen neuralgischen Stellen! Dass der städtische Verkehrsplaner froh ist um die Inputs der Verkehrsteilnehmer, ist erfreulich! Dass er aber behauptet, der Stadt sei die Situation (an der Turnierstrasse) bisher nicht bekannt gewesen, ist doch einigermassen erstaunlich, zumal Veloorganisationen schon seit Jahren auf Gefahrenstellen, u.a. explizit an dieser Stelle, aufmerksam gemacht haben.




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    Beitrag der Redaktion:

    Meinen Sie den Artikel in dem von «neuralgischen Punkten» die Rede ist, an denen die Velos im Stau stehen (erschienen am Samstag, 4. November)?

    Dann haben Sie mich falsch verstanden. Ich wollte damit nur beschreiben, dass es an einigen Orten in Bern zu Velostaus kommt. Ich glaube keinesfalls, dass die Situation für Velos an den meisten Orten gut ist, meine Aussage zu den «neuralgischen Punkten» bezog sich nur auf das neue Phänomen des Velostaus. Zur Turnierstrasse hat übrigens Thomas Schneeberger in einem andern Kommentar weiter oben einen Erklärungsansatz geliefert, warum die Stadt die Situation eventuell nicht so gut kennt: Es handelt es sich um eine Kantonsstrasse, der Kanton müsste also ein Projekt für einen Velostreifen aufgleisen.




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Beitrag der Redaktion:

Liebe Leserinnen und Leser, besten Dank für Ihre Beiträge. Zum Artikel zur Velo-Debatte im Stadtrat haben wir an dieser Stelle eine erste kurze Übersicht in der Zeitung platziert.

Zusammengefasst lässt sich sagen: In Sachen Veloverleihsystem stellt sich für Sie vor allem eine Frage: Wer ist das Zielpublikum – in einer Stadt, wo Velofahrende in den allermeisten Fällen selbst Velobesitzer sind? Was Bern aus Ihrer Sicht zur Velostadt vor allem fehlt, sind in erster Linie allerorts sichere Velowege, die sich ohne Stop-and-Go befahren lassen. Verbessern liesse sich auch die Parkplatz-Situation – und zusätzlich gut tun würde ein bisschen mehr Respekt unter den Verkehrsteilnehmern.

Einige neuralgische Stellen wurden bereits genannt:
– Hirschengraben
– Guisanplatz
– Kreuzung Bottigenstrasse/Moosweg/Niederbottigenstrasse
– diverse Fussgängerinseln, z.B. Seftigenstrasse/Sandrainstrasse
– Turnierstrasse Köniz

Gibt es weitere Stellen, die Ihnen als Velofahrerin oder Velofahrer speziell aufgefallen sind?
Christian Zellweger




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Barbara Jakob

Das Problem an der Bolligenstrasse ist die Kleinräumigkeit. Auch im Denken der Planer. Vor einigen Jahren, genau vor der Sanierung des Wankdorfplatz, wurde entschieden, die Fussgänger in die Büsche zu verbannen und die Velofahren auf der rechten Seite stadteinwärts auf das Trottoir zu pappen um die Bolligenstrasse als Autobahzubringer zu nutzen. Der neue Fussgänger Weg ist völlig unbeleuchtet, ich würde da nie hingehen, mir macht das Angst. Ausserdem ist es ein Umweg für alle jene die am Morgen früh und Abends zur Arbeit ins Zentareal wollen. Also bleiben sie auf dem ehemaligen Trottoir. Der wäre ja nun für Velofahrer! Er ist etwa einen Meter breit und hat zum Überholen kaum Platz. Der Belag war bis letzten Monat für Velos eine Katastrophe. Nun wurde er teilsaniert. Es holpert aber immer noch! Und der Rand des Trottoir wurde belassen. Wenn Velos also vernünftig ausweichen oder überholen wollen , müssen sie auf die Strasse wechseln. Da aber braust der Autoverkehr vorbei.Zu Stosszeiten, stadtauswärts , stehen immer Autos auf dem Velosteifen. Ein Stau auf dem Velostreifen in der Regel. Sehr mühsam!

Warum diese Strasse Autobahnzubringer sein soll ohne für alle Verkehrsteilnehmer Lösungen anzubieten die nicht angstmachend, unbequem oder gefährlich sind, ist unbegreiflich. Hier wurden immer nur minimalst investiert. In Bezug auf Kreativität. Das Auto war oder ist in den Köpfen der Planer sehr mächtig. Diese Art zu Denken muss sich in Bern noch gewaltig ändern wenn wir zu jeder Jahreszeit unser Velo nutzen sollen. Das zu tun braucht manchmal echt Mut und Trotz.




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Ich fahre jeden Tag Velo, v.a. zwischen Holligen, der Länggasse sowie an den Bahnhof. Zu begrüssen sind die vielen Velowege und zunehmend neue Veloparkings rund um den Bahnhof. Es gibt jedoch noch viel Verbesserungsbedarf, vor allem bei den Veloparkplätzen und in der Verkehrsberuhigung.

Die meisten Fahrradparkplätze überbelegt, und es fehlt an Befestigungsmöglichkeiten. Dies wäre wegen den vielen Diebstählen wichtig. Velos werden oft in die anderen hineingequetscht, und dabei kann es Beschädigungen geben.

Die Verkehrsberuhigung in der Länggasse empfinde ich als Velofahrerin als gefährlich. Autos überholen und bremsen ein paar Meter weiter vor einem Hindernis oder fahren an den rechten Strassenrand heran, und da sind wir Velofahrer, denn wir sind nicht langsamer als Autos in den Quartierstrassen.

Ich habe über 10 Jahre in Basel gelebt und dort waren die Situationen rund um Fahrradwege (Breite und Markierung) sowie die Parkplätze viel besser. Das Veloparking am Bahnhof Basel ist ein grosser Erfolg – keine Velos werden beschädigt, gestohlen oder stehen in den Eingangsbereichen herum. Das Bahnhofparking in Bern dagegen ist zu zeitaufwändig.




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Henri Sommer

Ich fahre häufig vom Zentrum nach Ostermundigen und zurück. Diese Strecke hat zahlreiche Fallen parat. Im Zentrum und im Breitenrain sind es natürlich die Tramschienen. Der Viktoriaplatz ist auch jedes Mal eine Herausforderung. Die Militärstrasse ist seit einiger Zeit als Velostrasse ausgeschildert. Warum? Gegenüber vorher hat sich nichts geändert. Bei den Ampeln am Guisanplatz hat es kein Platz, um an den Autos vorbeizufahren. Auf der Bolligenstrasse wurde das Trottoir zu einem Radweg, was aber vielen Fussgängern nicht bewusst ist. Die Querung der Bolligenstrasse zum Zentweg ist gefährlich, weil die Autos da sehr schnell kommen.

Ostermundigen tut, glaub ich, nichts fürs Fahrrad, habe jedenfalls nicht bemerkt, dass da für Velos etwas unternommenen wird. Ich glaube, dass das Velofahren in Ortschaften viel attraktiver und sicherer würde, wenn flächendeckend Tempo 30 – oder sogar 20 – eingeführt würde.




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Ich fahre täglich von Bümpliz- Süd Richtung Liebefeld durch den Könizbergwald. Auf der Strecke Turnierstrasse benütze ich jeweils den Kiesweg neben der Autostrasse. Dieser ist aber für den Veloverkehr ungünstig, da es Velogegenverkehr gibt, Fussgänger den gleichen Weg benutzen, die Durchfahrt oft durch Abfall, Äste und parkierte Autos erschwert wird und im Winter Schnee liegt. Als Velofahrerin die Autofahrbahn zu benutzen ist sehr gefährlich, da es keinen Velostreifen gibt, die Autos knapp überholen und vor dem Liebefeldkreisel ganz rechts fahren und Velofahrende damit ‚abklemmen‘.




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Beitrag der Redaktion:

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Marcel Anonymous

Fahre täglich die Strecke Lorraine – Weyermannshaus. Gefährlichste Stelle ist dabei der Spurwechsel auf den rot markierten Veloweg vor der Kreuzung Murten- / Bahn- / Fabrikstrasse. Äusserst heikel ist auch die darauf folgende Kreuzung Murten- / Bremgartenstrasse mit der Autobahnzufahrt. Als Velofahrer steht man wegen Rotlicht mitten auf der vierspurigen Strasse um nach Links in die Murtenstrasse einzubiegen und die Autos und Lastwagen fahren rechts an einem vorbei (da grün), beschleunigen als wären sie bereits auf der Autobahn – sehr unangenehm..!




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Claude Anonymous

Das Einhalten von Verkehrsregeln von Velofahrern muss sich entwickeln. Wenn man Velostädte wie Kopenhagen anschaut, dann fällt auf, dass die Velos an den roten Ampeln halten. Je mehr Velos in einer Stadt fahren, desto wichtiger ist es, dass diese sich an die Verkehrsregeln halten. Die Akzeptanz für Velo Projekte wird immer mehr sinken, wenn Fussgänger, spielende Kinder und Autofahrer zunehmend von Velofahrenden gefährdet werden.

Die Anzahl der Velofahrenden, die an Zebrastreifen nicht halten, ist in Bern viel zu hoch. Die Optimierung für Velofahrende funktioniert besser, wenn andere dadurch nicht gefährdet werden. Es werden momentan Spielstrassen für Kinder nicht bewilligt, da man von Velofahrenden nicht verlangen will, dass sie nicht schneller als 20 km/h fahren. Ich denke, dass nicht nur Velowege sicherer werden müssen (das müssen sie zweifelos) und mehr Velowege geschaffen werden müssen; sondern auch Velofahrende dazu motiviert werden müssen, andere nicht zu gefährden. Da passiert momentan zu wenig; ist aber für die Entwicklung eine Velostadt von grosser Wichtigkeit.




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julia senn

Bern eine Velostadt? Diese Assoziation sehe ich weit gefehlt. Gut es hat in Bern mehr oder weniger Velostreifen, doch das macht die Stadt noch lange nicht besonders Velo-freundlich. Es gibt zahlreichen Stellen in Bern, wo das Velofahren wirklich gefährlich ist, vor allem wenn der schmale Velostreifen in der Mitte zweier Autostrassen ist (Lorrainebrücke, Henkerbrünnli, Insel, Bollwerk).

Ausserdem sind die Velowege viel zu schmal, man kann nicht überholen und wenn Schnee an den Rand geschaufelt wird, landet man z. B. auf der Lorrainebrücke auf der Autostrasse. Oftmals gibt es unnötig rote Veloampeln, welche man durch orange blinkende ersetzen oder ganz weglassen könnte.

Die Verkehrsführung ist vielerorts sehr umständlich (z. B. vom Loebegge zum Kornhaus oder von der Schanze zur Dampzentrale… etc). Dazu kommen sehr gefährliche Tramschienen und in der Altstadt Pflastersteine. Kurz – die Stadt ist sichtlich schlecht für Velos eingerichtet.

Bevor Bern wieder ein eigenes, teures System einführt, welches sich nicht bewährt, weils schlecht durchdacht ist (war bei vielen Massnahmen so), sollte man sich an wirklichen Velostädten orientieren und übernehmen, was sich bewährt hat.

Gerne mache ich einige, wenn auch utopisch klingende Vorschläge:

  • Velostreifen verdoppeln und erhöhen wie ein Trottoir
  • Keine Kurven führen, sondern nur gerade aus (viele Unfälle durch Abbiegen vermeiden)
  • Velowege in der Innenstadt ausbauen
  • Mehr Veloparkplätze und vor allem praktische Ständer wo nicht alle Velos ineinander haken (die einfachsten sind die besten)



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Frank Oppliger

Eigentlich ist im Quartier Stöckacker die Hölle. Trotz 30 Zone wird zu schnell gefahren, es wird öfters auf dem Trottoir parkiert. Ich bewundere jeden Tag die Fussgänger die auf die Strasse ausweichen müssen. Dann ist immer noch das Tram das viel zu schnell unterwegs ist, an der Kreuzung mit klingeln die Vorfahrt erzwingt. Da bleibt der Spielraum sehr klein für ein Fahrrad. Da gibt es noch die Taxis die die Kinder zur Schule bringen, und den Platz den Velos wegnehmen. Ich nenne das Anarchie. Es war nicht immer so.




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In der Stadt Bern hat es zu viele Lichtsignalanlagen. Für Velofahrende wäre es schon nur eine grosse Erleichterung, wenn die Stadt alle nicht wirklich nötigen Lichtsignalanlagen zurückbauen würde. In vielen Fällen könnten statt eines Rückbaus auch separate Veloampeln eingerichtet werden. Gerade beim Rechtsabbiegen wäre das sehr sinnvoll, solange es noch immer keine entsprechende Regelung für das Rechtsabbiegen bei Rot auf eidgenössischer Ebene gibt.

Fordert ein Velofahrer weniger Ampeln, sind jene Kritiker nicht weit, die sagen, dass nicht die Lichtsignalanlagen das Problem seien, sondern die Velofahrenden selber, die sich nicht an die Regeln halten würden. Diese Kritik ist jedoch ziemlich kurzsichtig. Je mehr Ampeln es gibt, die es eigentlich gar nicht braucht, umso tiefer sinkt die Hemmschwelle bei Rot zu fahren. Statt krampfhaft an überflüssigen Ampeln festzuhalten, würde die Stadt besser umdenken und nur noch dort Lichtsignalanlagen betreiben, wo es sie wirklich braucht. Diese würden dann nämlich auch viel besser respektiert werden. Allgemein gilt im Verkehr: Man kann noch so viele Ampeln aufstellen, am Ende muss trotzdem jede(r) auf die Umgebung und alle anderen Verkehrsteilnehmenden achten.

Deshalb: Ampeln aus- und Hirn einschalten! Dann wird die Stadt Bern erst recht zur Velostadt!




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Jasmin Nyffeler

Es ist ja sehr Interessant, Velofahrer fordern immer mehr. Dabei zahlen Sie keine Gebühren, keine Veloversicherung, benutzen Strassen wo es Velowege hat, fahren bei rot, oder in Einbahnstrassen selbst dort wo ein generelles Fahrverbot gilt wird gefahren, jetzt sollen sie auch noch bei rot abbiegen können, das ist der gleiche Blödsinn wie rechts mit dem Auto zu überholen, statt sicherer werden die Strassen immer unsicherer.




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