Redaktion Der Bund
24. Oktober 2017
42 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Jürg Probst

Mein Arbeitsplatz ist unweit vom Zytglogge.
Ich frage mich, wie ist es eigentlich möglich, dass durch zwei der schönsten Gassen von Europa eine derart dichtes ÖV-Netz betrieben werden kann. Stellen sie sich einmal vor, durch das Niederdorf in Zürich würde ein Grossteil des ÖV verkehren. Undenkbar oder?

In den Stosszeiten gibt es zudem sehr viel Tramstau. Der kleinste Unterbruch auf dem Schienennetz im Bereich Hirschengraben bis Zytglogge löst ein Chaos im ÖV aus. Und hat schon jemand einmal an die Tramchauffeure und Tramchauffeusen gedacht, welchem Stress sie tagtäglich ausgesetzt sind, von den Touristen ganz zu schweigen.

Ich hoffe, dass nun endlich ein Umdenken stattfindet, damit eine langfristige sinnvolle Verkehrsführung des ÖV eingeleitet wird.




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Ändu Streun

Hat schon jemand darüber nachgedacht, den Ostring-Ast der Linie 7 aufzuwerten und diesen nach Ostermundigen auszubauen(Zollgasse)?




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Edi Mühlemann

Genau so wie Flüchtlingsströme sind auch Pendlerströme «gemacht» und nicht «unvermeidlich». Statt bauen mit Beton ist denken mit Hirn angesagt: Quellenbewirtschaftung heisst hier: Pendlerströme vermeiden. Wer Wohnungen baut, muss in der Nähe Arbeitsplätze anbieten; wer Arbeitsplätze anbietet, muss in der Nähe (Fussgängerdistanz) Wohnungen anbieten. Swisscom und Gesundheitsdepartement haben in Köniz vor allem Pendleeströme gemacht!




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Marie-Anne Andres

Ich verstehe einfach nicht, weshalb wir Stadtberner das Personen- Transportproblem von Ostermundigen lösen und bezahlen sollen. Wenn ich im Galgenfeld in den Bus steige, ist er bereits voll (von Ostermundigern) und es sind keine freien Sitzplätze mehr vorhanden!

Wie soll denn die Innenstadt aussehen? Wie ein Trammuseum? Schon jetzt herrscht ein unmögliches Tramchaos in den Gassen. Und wo bleiben die Fussgänger, was denken die Touristen?

Auch mein Vorschlag lautet: Wenn unbedingt Tram, dann nach Ostermundigen auf den Gleisen des Wabern-Trams via Guisanplatz führen. Für die Lösung in der Stadt müssen neue Ideen gesammelt werden, soll das Stadtbild und -image nicht noch mehr leiden!

Für das Schosshalden- und Spitalackerquartier kann der 10er-Bus weiterhin betrieben werden, allerdings nur bis Bahnhof Ostermundigen. Wenn in der Stadt Bern keine neuen Gleise verlegt werden müssen, werden die Kosten viel geringer sein, als mit dem vorgeschlagenen Plan. Ein solcher Bus wäre finanziell tragbar.




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Therese Véron

Mir macht ein weiteres Tram in der Oberstadt auch grosse Sorgen: warum macht man nicht eine Tangenze bsp. Saali-oder Ostring Ostermundigen oder das Worb-Bähnli hält nicht wieder am Helvetia-oder Casinoplatz ?




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S F

Drei Tage vor der Abstimmung werden Bund, Kanton, Stadt über das Mega -Strassenausbauprojekt (+25% Miv-Kapazität) zwischen Waldau und Postfinanceturm informieren. Spätestens dann wird es klar: Unter dem Deckmantel Öv-Projekt macht das Tram mit Fällung der Alleen, grossem Kreisel am Rosengarten, maximaler Aufweitung der O’mundigenstrasse Platz für den Mehrverkehr. Die Viktoria-, Laubegg- und O’mundigenstrasse werden als Autobahnhauptzubringer ausgebaut. Wer kann da noch von Aufwertung sprechen? Direkt betroffen sind über 400 Mietwohnungen an der Tramstrecke. Auch die angrenzenden Quartierstrassen werden den Mehrverkehr spüren, da «dr nöi Breitsch» ein Ausweichen über den Guisanplatz verhindert.




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Kaspar Wyss

Wieso muss eigentlich praktisch jede Tramlinie unbedingt bis zum Bahnhof und darüber hinaus geführt werden? Was ist denn so schlimm, umsteigen zu müssen? Leute, die aus dem Osten der Stadt zB in die Länggasse reisen müssen, sind sich dies klaglos gewohnt. In jeder grösseren Stadt ist dies der Normalzustand! So könnte man also das 6er Tram als Durchmesserlinie Worb – Ostermundigen über den Zytglogge führen, und die Markt- und Spitalgasse würden merklich entlastet!




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Renato Roth

Mit ideologiegetriebenen Ansätzen lässt sich eine so hoch komplexe Aufgabe nicht lösen. Die Frage heisst nicht, wie bekommen wir ein Tram. Gesucht ist doch das beste regionale Verkehrssystem für die nächsten Jahrzehnte. Die jetzt zu genehmigende Lösung erfüllt diese Anforderung nicht. Man bedenke nur, dass in Ostermundigen das einwohnerstarke Quartier Rüti von der bisher direkten Erschliessung abgeschnitten würde. Eine Ersatzlösung durch einen neu einzurichtenden Ortsbus mit Auskunft über die technischen, organisatorischen und vor allem die finanziellen Folgen wurde bisher nicht vorgestellt. Ebenso nicht, wie und mit welchen Auswirkungen die Wendeschlaufe im Kreuzungsgebiet Bernstrasse-Rütiweg realisiert werden soll. Darf man so die Zukunft planen und bei den Steuerzahlenden Millionenbeträge dafür einfordern?




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Reto Meli

Weltweit werden neue Tramlinien gebaut insbesondere auch in historischen Stadtteilen (Nizza, Bordeaux, Dublin, Dallas, …) Die Vorteile des Trams, nicht nur für die Umwelt, sind anerkannt.

Als täglicher Nutzer der Linie kenne ich das Gedränge und erlebe immer wieder wie Mütter mit Kinderwagen und ältere Leute sich nicht mehr wagen einzusteigen.

Beim Nadelöhr Zytglogge werden, insbesondere in Stosszeiten, weniger Fahrzeuge durchfahren (Busse Linie 10 fallen weg, Linie 12 via Bundesgasse).
Wenn ein Gremium von Expertinnen und Experten die Varianten geprüft hat (auch finanziell) ist das glaubhaft.

Auch heute können Pendler auf die S-Bahn umsteigen. Da umsteigen immer Hektik bedeutet, verzichten viele.

Viele Passagiere steigen bereits am Zytglogge aus. Ihnen einen Umweg (Alternative Linienführung via Wiler) über den Bahnhof zuzumuten, finde ich absurd.

Wie auch immer der Entscheid ausfällt, bleibt unabhängig davon eine alternative zweite Tramlinie Zytglogge-Bahnhof ein Thema. Spätestens ein paar Jahre vor einer Gesamterneurung der Geleise in Spital- und Marktgasse wird es ein Thema werden.

Deshalb finde ich es unangemessen, wegen der ca. gleichbleibenden Belastung der Gassen,den Anwohnern der langen Linie 10 das moderne Verkehrsmittel zu verweigern.




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Heinz Burger

Zweifelsfrei braucht es mehr Kapazität zur Beförderung der Passagiere, die Resultate der bisherigen Streckenführung der neuen Tramlinien lassen mich den Kopf schütteln, und machen mich zum Gegner der Tramlinien. An der Papiermühlestrasse fährt das Tram Zick-zack um ja keinem anderen Verkehrsteilnehmer ein Überholen zu gestatten und verschwendet damit dringend benötigte Verkehrsfläche. Resultat: Stau, vermehrte Abgase, Unsicherheiten für Velofahrer und Zeitverlust, getreu nach dem Motto des ehemaligen Grossrates Bärtschi aus Heiligenschwendi: Stau’s müssen gepflegt werden. Der neu umgebaute Wankdorfplatz ist ein weiteres Beispiel, wie neue Stau- und Gefahrenzonen erschaffen werden können: Abzweigungen des Privatverkehrs unter der Oberfläche, dafür öV und Privatverkehr an der Oberfläche mit Geradeausfahren des Privatverkehrs und Abzweigungen des öV, was zu Kollisionen führt. Kommen noch Ausfahrschickanen mit Lichtsignalen hinzu. Bei diesen Konstellationen gibt es nur eine Antwort: Nein zu weiteren Schikanen in der Stadt Bern.




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Urs Dürmüller

Die Buslinie 10 muss ECHT entlastet werden!

Nur eine echte Entlastung der Buslinie 10 durch eine neue ÖV-Linie schafft Platz für die Berner Pendler. Wenn Ostermundigen weiterhin so schnell wächst wie bisher, werden die leichten Kapazitätserhöhungen, welche TBO verspricht, schon bei Inbetriebnahme des Trams nicht mehr genügen. Was die Menschen benötigen, die im Einzugsgebiet der Linie 10 auf Berner Boden wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder sonstwie den ÖV benutzen, ist ein Verkehrsmittel von BernMobil, in welchem es für sie tatsächlich Platz gibt. Das wird erst dann der Fall sein, wenn den vielen Pendlern aus Ostermundigen alternative Verbindungen von und nach Bern zur Verfügung stehen.

Bald schon wird die S-Bahn den umgebauten Bahnhof Ostermundigen über eine vergrösserte Geleiseinfrastruktur nach dem erweiterten Bahnhof Bern verbinden. Zudem könnte, falls das wegen des ungebremsten Wachstums in der Agglomeration doch nötig würde, eine Tramlinie via Zentareal – Tramdepot – Guisanplatz – Markuskirche – Lorraine – Bollwerk zum HB Bern geführt werden. Da zwischen Tramdepot und Guisanplatz die Tramgeleise bereits gelegt sind und auf der Strecke zwischen HB Bern und Markuskirche die Tramlinie 20 verkehren soll, käme diese Tramlinie markant günstiger zu stehen, als eine Tramlinie 10. Zudem würde diese neue Tramlinie im Gegensatz zu Tram 10 auf Tram-verträglichen Strassen verkehren; ein Eigentrassee wäre realisierbar und Konflikte mit andern Verkehrsteilnehmern viel weniger wahrscheinlich. Der Verkehrskollaps in der Innenstadt würde vermieden, das UNESCO Kulturgut Bern nicht weiter verschandelt, und die historischen Alleen dürften weiterhin die Hingucker in der Kampagne «bäumiges Bern»“ sein!




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marcandrei Marc Wermelinger

Doch, es gibt eine Alternative zum 10er-Tram! Wann werden die Berner Politiker und Planer endlich einmal die Verkehrsbetriebe in Luzern oder Zürich besuchen? In diesen Städten fahren seit Jahren top-moderne Doppel-Gelenk-Trolleybusse in Niederflur-Ausstattung in die man sehr bequem und ohne Stufe einsteigen kann. Diese Busse sind viel komfortabler und vorallem flexibler, als die Berner Trams. Dazu kommen sie ohne Schienen aus und sie können – dank Hybrid-Antrieb – bei Bedarf (z.B. in der Berner «Unesco-Zone») auch ohne Stromkabel fahren. Umweltfreundlich, leise, komfortabel, flexibel, ohne Schienen und ohne «Velo-Fallen». Bei Bedarf kann dieser Bus während Demos oder Anlässen auch problemlos von der Route abweichen oder einen Stau umfahren. Wo es Platz hat, können sie auch auf Busspuren die Staus überholen.

Kann uns mal jemand erklären, warum diese optimale und bewährte Lösung in Bern so beharrlich ignoriert wird? Ein ETH-Professor hat bestätigt, dass in Bern die Prüfung von Trolley-Bussen als Alternative zur früh gestoppt wurde. Liegt das vielleicht an der Berner Baulobby, die am Bau einer Tramlinie mindestens 5x mehr verdienen kann?




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Rudolf Burgermeister

Das die Linie 10 zu Stosszeiten überfüllt ist, muss in keiner Weise angezweifelt werden. Dass jedoch ein Tram, welches genau die gleiche Streckenführung inne hat – hier fehlts definitiv an Alternativvorschlägen, resp. auch an deren Erarbeitung durch unsere Behörden – und dem Individualverkehr genau gleich ausgesetzt ist, scheint mir nicht sehr sinnvoll. Hinzu kommt das Nadelör Innenstadt und die bereits jetzt mit Wartezeiten verbundene Bahnhofhaltestelle. Das Tramprojekt ist schlichtweg zu teuer und zu wenig ausgegoren um nicht nach Alternativen zu suchen.




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Heinrich Kipfer

Ostermundigen und Köniz sollen alle Kosten, Projekt- und Baukosten, selber übernehmen und gleichzeitig einen Beitrag an die zu erwartenden Umtriebe zu Lasten der Anwohner im Bereich der Bauarbeiten, der Stadt Bern vergüten. Die beiden Gemeinden hatten beim «Tram Bern West» kein grosses Interesse einer gemeinsamen Zusammenarbeit und waren bei ihrer Abstimmung sehr negativ eingestellt und lehnten ab. Diese Gemeinden sollen sich nun eine eigene Tramlinienführung suchen. Rund um Bern hat es noch genügend Möglichkeiten für einen Anschluss an das bestehende Netz. Aber ja nicht diesen Widersinn, zusätzlich durch die Altstadt zu fahren. Der massive Widerstand ist schon programmiert.




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Tramgegner…

  • …rufen nach einer «vernünftigen Verkehrsplanung», schlagen aber eine alternative Tramlinie durchs Niemandsland entlang der Allmenden vor.
  • …machen sich Sorgen wegen den Kosten, wollen aber neben Zusatzbussen und S-Bahn-Ausbau auch noch eine zusätzliche Tramlinie via Wankdorf-Wyler.
  • …machen Stimmung gegen eine zweite Tramachse in der Innenstadt, obwohl diese gar nicht vorgesehen ist.
  • …kritisieren das Fällen der Alleebäume, verschweigen aber, dass viele Bäume wegen der Sanierung von Strassenbelag und Leitungen ohnehin gefällt werden müssten.
  • …sorgen sich angeblich um die Velofahrer, möchten aber in Wirklichkeit verhindern, dass die Autos hinter dem Tram herfahren müssen.

Widersprüche über Widersprüche. Bleiben wir bei den Fakten. Ein Tram ist immer noch die beste Lösung für den öV zwischen Bern und Ostermundigen.




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Jean-Pierre Ruder

Ich bin ein grosser Verfechter von öV-Erschliessungen und sehe daher auch die geplante Tramlinie nach Ostermundigen positiv. Allerdings habe ich – wie viele andere auch – grosse Bedenken betreffend der Linienführung sowohl zwischen Viktoriaplatz und Galgenfeld als auch in der Innenstadt.

Für die Strecke Viktoriaplatz-Galgenfeld habe ich bereits vor zweieinhalb Jahren, allerdings erfolglos, der Stadt und dem Kanton Bern als Denkanstoss vorgeschlagen, dieses Gebiet mit der erweiterten Buslinie 12 zu erschliessen, die als Ringbuslinie Zytglogge-Zentrum Paul Klee-Galgenfeld-Zytglogge ohne grosse bauliche Veränderungen und insbesondere ohne Baumfällungen die öV-Bedürfnisse dieser Quartiere gut abdecken könnte, auch wenn dann keine direkte Anbindung an den Bahnhof mehr bestünde. Der Länggass-Ast der 12er-Linie könnte ev. mit der Buslinie 20 zusammengehängt werden.

Die Tramlinie 10 könnte – wie andere auch vorschlagen – ab Guisanplatz via Pulverweg nach Ostermundigen führen. Zur Entlastung der Innenstadt könnte dabei als Option auch eine Linienführung Breitenrainplatz-Nordring-Lorrainebrücke (via Breitenrainstrasse) statt über Viktoriaplatz attraktiv sein könnte.




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walter meyer

Es braucht ein ÖV-Konzept. Kein Schnellschuss. Die Abstimmungsvorlage beinhaltet viele ungeklärte Situationen. Wieso werden nicht erstmal alle Quartiere erschlossen? Es gibt ja noch keine Pläne? Nicht mal, wie die Rüti erschlossen wird. Dürfen eigentlich so unfertig gedachte und geplante Vorlagen vors Volk? Zudem sind Tramlinien sind glitschtig und für Velofahrende ungäbig. Die Trams sind voll, die Busse sind voll. Die Vorlage bietet keine Zukunft. Und der Dichtestress und die Staus zu Stosszeiten lösen sich nicht so auf. Das Pendeln ist ein Problem.




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Bernhard Furrer

Es ist unbestritten, dass die Erschliessung von Ostermundigen mit dem öffentlichen Verkehr dringend verbessert werden muss. Die Opposition richtet sich nicht bloss gegen die Streckenführung oder das Fällen von Alleebäumen; es geht um Grundsätzlicheres.

Das Konzept des öffentlichen Verkehrs in Bern stammt aus den Jahren um 1900: Alle Linien treffen sich am Hauptbahnhof, mit einmaligem Umsteigen ist jede Haltestelle zu erreichen. Seither ist Bern wesentlich gewachsen, die Frequenzen des öffentlichen Verkehrs sind entscheidend grösser geworden, die Innenstadt hat die Grenze der Belastbarkeit mit Tram und Bus erreicht oder überschritten, mit der S-Bahn ist ein neuer Verkehrsträger entstanden.

Dennoch wird das jahrhundertalte System (mit wenigen Ergänzungen wie den Tangentiallinien) immer noch aufrechterhalten. Bevor es mit einer neuen Tramlinie weiter zementiert und in Bereichen wie der Innenstadt wesentlich verschlechtert wird, muss grundsätzlich überlegt werden, wie ein zukunftsorientiertes Verkehrssystem aussieht – dazu gehören Verkehrsmittel (unter ernsthaftem Einbezug der S-Bahn), Linienführung und Fragen nach Subzentren, Belastung des öffentlichen Raums, Umsteigebeziehungen und Fahrzeiten.

Nur die Ablehnung der Vorlage ermöglicht es, diesen überfälligen Prozess einzuleiten und eine Fehlinvestition grossen Ausmasses zu vermeiden.




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Florian Wissmann

Bern ist eine Stadt und Städte wachsen. Und Aussenquartiere wie Ostermundigen, Köniz, Wabern oder Zollikofen wachsen mit. Manche mögen das, andere nicht. Aber auch die, die den Wachstum nicht mögen, müssen sich damit abfinden. Der Wachstum findet statt. Und die Tatsache, dass die Aussenquartiere wachsen bedingt halt auch, dass der ÖV sich anpasst. Wo vor 10 Jahren ein Gelenkbus genügt hat, genügt der halt heute nicht mehr.

In anderen Städten ist der Ausbau des ÖV kein Thema. Es werden Trams und U-Bahnen gebaut um die steigenden Passagierzahlen zu bewältigen. In anderen Städten wird dem ÖV die Wertschätzung gegeben, die er verdient.

In Bern (und Ostermundigen) wollen gewisse Kreise offenbar verhindern, dass dem ÖV die Wertschätzung gegeben wird, die er verdient. Diese Leute wähnen sich in der Welt der 1970 und 1980er Jahre. Damals wurde dem Auto alles untergeordnet. Ich hab gedacht, dass wir darüber hinweg sind.

Es braucht höhere Verkehrsleistung, was nur mit dem Tram möglich ist. Dennoch gibt es Politikerinnen in Ostermundigen, die dagegen sind weil sie mit dem Auto bei Regen in den Gleisen ausrutschen könnten.

Es gibt auch Leute, die gegen das Tram sind weil Bäume gefällt werden müssen. Sie argumentieren, dass entlang der Trasse weniger Schatten wäre. Bitte was? Ist die Ostermundigenstrasse eine Hauptstrasse eine Wellnessoase wo es Schatten braucht? Es ist eine Hauptstrasse, die Leistung bringen soll.




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Beat A. Klein

NEIN, oder wenn, dann nicht auch noch via Zytglogge und Bahnhof, eine mutigere Lösung ist gefragt. Nicht einfach der Buslinie entlang, das ist ein Murks. Warum nicht in den Untergrund? Oder ein Sky Train mit Anschlussknoten für die Innenstadt?




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Andreas Stalder

Ja, Bern und Ostermundigen brauchen eine moderne Tramanbindung! Dringend! Aber nicht diese, sondern eine Zukunftweisende. Eine Linie, die bloss der bisherigen Linie 10 auf den engen Strassen mit den alten Alleen, aber vielen Engstellen und Kurven folgt, ist nicht zukunftsgerichtet. Eine weitere Linie in der Innenstadt, die sich am Zytglogge mit 5 weiteren Linien umschlingt, schon gar nicht.

Ein zukunftsgerichtetes Tramnetz muss redundant sein und Umleitungen ermöglichen. Eine moderne Linie könnte ab Waldegg dem alten Industriegleis folgen, das Burgfeld erschliessen und bei der Mingerstrasse das neue Depotgleis nutzen. Ab Breitenrainplatz wäre sie durch die Breitenrainstrasse in den Nordring und von da via Bollwerk zum Bahnhof zu führen und bildete so den Grundast für das ohnehin langfristig geplante Wylertram. Die zusätzlichen Kosten dieser Variante würden sich dann in Zukunft rechnen.

Diese Lösung ist in der Tat zwar nicht die Billigste, weil sie weiterhin einen (kurzen) 10erBus bis Galgenfeld benötigt. Wieso diesen nicht mit dem 12er ab ZPK zu einer Ringlinie verbinden? Aber diese Lösung wäre ein langfristige Investition ins ÖV-Netz Bern und in ein sinnvolles, redundantes und ausbaufähiges Tramnetz. Ein Tram durchs Bollwerk würde dieser am Rand der Altstadt gelegenen eher öden Zone sicher Auftrieb verleihen, so wie z.B. die neuen, seit 1996 in Strasbourg gebauten Trams vorher öden Strassenzüge Renovationen und Aufschwung gebracht haben.




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“Es gibt kaum eine bessere Lösung als das Tram, jedoch eine weitere Linie über den Zeitglocken zum Bahnhof zu führen ist schlichtweg kurzsichtig. Warum nicht (z.B) via Schermenweg zum Nordring und gleichzeitig den Wylerbus mit dieser Tramlinie ersetzen? Das würde den Gegnern (Alleebäume) den Wind aus den Segeln nehmen, Der Wyler wäre auch besser bedient und dieses Tram würde die Achse Zytglogge-Bahnhof nicht noch stärker belasten. Wahrscheinlich wäre das weitsichtiger, denn die geplante Strecke ist nur ein Pflästerchen für die Verkehrsmisere.” Herbert Jutzi

Da würde aber die aktuellen Tram-Gegner und Baum-Erhalter ziemlich dumm aus der Wäsche schauen ! Sie wären einfach vom ÖV ausgeschlossen, den BernMobil wird ihnen aus Kostengründen kein Trotzdem-10er anbieten. Sie dürften sich dann auf dem Bummel zum Viktoriaplatz der Bäume erfreuen.
Zudem gäb’s dann plötzlich in den Siedlungen Baumgarten und Schönberg sehr viele Tram-Befürworter.




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“Wieso es die beste Lösung sein soll, ein Tram auf welcher Linie auch immer durch die Stadt zu führen, ist mir schleierhaft. Das Tram untersteht nicht ohne Grund der Eisenbahngesetzgebung: es ist an Schienen gebunden und hat einen langen Bremsweg. Es gibt viele Unfälle von Velofahrenden durch die Schienen. Wie ausgerechnet Bern als viel selbst gelobte Velostadt dieses Schienennetz ausbauen will, ist nicht nachvollziehbar. Das Tram ist ein veraltetes Relikt aus dem letzten Jahrhundert, es war revolutionär, als die Strassen noch gepflastert waren. ” Simone Machado

Skurrile Argumentation ! In der halben Welt werden Städte, welche sich keine U-Bahn-Löcher leisten können, mit Trams erschlossen, immer mehr und immer dichter. Da muss man sich nur etwas mit offenen Augen umschauen.
Unfälle von Velofahrenden sind mit Garantie kein Argument gegen das Tram. Velofahren-Könnende haben kein Problem mit den Schienen.




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Wer schon mal im Feierabendverkehr im 10er-Bus zwischen Bern und Ostermundigen stand, weiss wie sich Sardinen in der Büchse fühlen. Diese Buslinie ist seit Jahren chronisch überlastet, regelmässig müssen Menschen an den Haltestellen zurückbleiben. Mit dem Tram Bern-Ostermundigen könnte die Situation endlich massiv verbessert werden. Das Tram hat nicht nur eine höhere Kapazität, es ist auch umweltfreundlicher und kommt schneller durch den Verkehr. Sogar als passionierter Velofahrer gebe ich dem Tram den Vorzug, denn dieses bleibt in seiner Spur und kann einen nicht abdrängen. Und dank genügend breiten Velostreifen können Tram und Velo zukünftig bequem nebeneinander nach Ostermundigen fahren.




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Es spricht einfach mehr für das Tram: ein Tram kann viel mehr Personen transportieren als ein Bus, braucht aber nicht mehr Personal. Es ist vom Feierabendstau viel weniger betroffen als der Bus, weil es zum grossen Teil auf einer separaten Spur fährt. Es ist umweltfreundlich. Es ist schnell und komfortabel. Es hat sich auf den bestehenden Linien bewährt.




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Ich kann Frau Machado nur zustimmen. Wieso braucht es in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt zwischen Hirschengraben und Zytglogge drei Buslinien und fünf Tramlinien?

Die Idee des Tramnetzes mit Durchmesserlinien muss aufgegeben werden! Ich schlage vor: am Hirschengraben werden die Linien von unten mit denen von oben verknüpft. Am Zytglogge ebenfalls. Damit ist die Achse Hirschengraben-Zytglogge frei vom ÖV. Sie wird ersetzt durch ein Rollband, wie in den grossen Flughäfen, welch es kontinuierlich läuft. Es hat gegen aussen eine langsame und gegen innen eine schnellere Komponente. Jedermann kann überall auf- und absteigen. Auch das Überqueren der Strasse geht problemlos und die Zulieferer fahren auf der bisherigen Spur. Wäre mal etwas echt Neues und vor allem Fussgängerfreundliches!

Ich werde nein stimmen, weil sich von den etablierten Parteien niemand die Mühe für einen Gedanken über den Nasenspitz hinaus macht.




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Wieso nicht so die Kapazitäten erhöhen?

  • Die Worb S-Bahnlinie (Orange Bahn) in einer zu bauenden S-Kurve unterirdisch von Bolligen via Ostermundigen zurück nach Stettlen und ins Worblental umbauen
  • Die ausgebaute S- Bahn der BLS vom Wankdorf direkt nach Ostermundigen ausbauen

Ob die nötige Kapazitätserhöhung mit einer konventionellen Tramlinie Zukunft hat, wird eine weitere Abstimmung zeigen.

Das Tram ist nicht unbedingt der Freund des Fahrradbetriebs, und somit aus meiner Sicht – in einer Velostadt wie Bern es sein möchte – sollte die Kapazität mit velofreundlicheren Lösungen erhöht werden.




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Ein JA zum Tram Bern – Ostermundigen ist nötig

Am 26. November stimmen die Stimmberechtigten der Stadt Bern über ein Projekt ab, das rational begründet und für das heutige und erst recht für das zukünftige Passagieraufkommen im ÖV absolut nötig ist. Es ist vom Projekt Tram Region Bern abgeleitet, ist also vielfach geprüft worden und als beste Lösung erkannt worden. Die gewählte Linienführung wurde aus vielen Varianten als die Beste auserkoren, Ingenieure und Fachleute aus verschiedenen Gebieten haben zusammen diese Bestlösung erarbeitet.

Gegner dieses zukunftsweisenden Projektes streuen schon jetzt wieder absurde Falschmeldungen. Am 26. Oktober schreibt Hans-Martin Bürki im „Der Bund“, dass die Ostermundigenstrasse um 10 Meter verbreitert werde würde, damit die Autos das Tram bequem überholen könnten. Richtig ist, dass im Projekt darauf geachtet wurde, dass sowohl der Individualverkehr als auch das Tram so wenig wie möglich im Stau stecken bleibt. Die Lösung ist ein Verkehrsmanagementsystem, das sich die heute zur Verfügung stehende Technik zunutze macht. Eine Verbreiterung der Ostermundigenstrasse um zehn Meter, wie der Leser schreibt, gibt es nur in seinem Kopf.

Dass der WWF für das Tramprojekt eintritt, ist ebenfalls klar begründet: Ein gutes, bequemes und leistungsfähiges öffentliches Verkehrsmittel bringt mehr Leute dazu, auf das eigene Auto zu verzichten. Das schont unsere Umwelt, das ist gut und ganz im Sinn des WWF.

Rudolf Mahler
Ostermundigen




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    Welche Seite mehr «Falschmeldungen» und Mauscheleien nötig hat, um ihr Ziel zu verfolgen, möge das Stimmvolk beurteilen.

    Jedenfalls sollte Ruedi Mahler die Projekt-Pläne lesen, bevor er dem Kritiker Bürki Phantasien unterstellt. Ich behaupte jetzt nicht, ihm als Mundiger sei es egal, wie Bern verunstaltet würde – Mundigen verlöre keine ganzen Alleen.

    Noch zur Klärung: «Fahrbahn» ist dort, wo der Fahrverkehr ist. «Strasse» meint inklusive Trottoir.
    Die Pläne zeigen beispielsweise:

    1. Ostermundigenstrasse, Schosshaldenfriedhof, Bereich heutige Bushaltestelle:

    • Die Strasse würde tatsächlich über 9m breiter (ja, ein Teil ist ein neuer Grünstreifen).
    • Die Fahrbahn allein würde mehr als doppelt so breit wie heute, über die ganzen gut 400 Meter.

    2. Ostermundigenstrasse, Siedlung Baumgarten:

    • Die Fahrbahn würde 70% breiter (ohne Trottoir, das neu ausserhalb der Bäume wäre).

    3. Ostermundigenstrasse, westlich der Bitziusstrasse:

    • Die Strasse würde doppelt so breit wie heute.
    • Die Fahrbahn würde ca. 90% breiter als heute.

    Kann man sich das vorstellen? Wäre das stadtverträglich?




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günstig und praktisch – verkürzte 10er-Buslinie plus alternative Tramroute

Weshalb bauen wir das bestehende Tramnetz nicht einfach aus? Das wäre kostengünstiger und brächte einige wesentliche Vorteile!

Routenvorschlag Ostermundigentram: Bern – Zytglogge – Viktoriaplatz – Guisanplatz – via PostFinance-Tower zur Station Schosshaldenfriedhof. So wäre Ostermundigen besser mit dem Breitenrain und dem Einkaufs- und Arbeitszentrum Wankdorf verbunden und die Baumalleen der Viktoriastrasse und teilweise der oberen Ostermundigenstrasse könnten geschont werden. Dadurch, dass es die neue Traminfrastruktur erst ab dem Pulverweg bräuchte, könnten viele teure Gleismeter eingespart werden.

Routenvorschlag für die 10er Linie: Bahnhof – Gewerbeschule (via Lorrainebrücke) – Viktoriaplatz (via Viktoriarain) – Rosengarten – Galgenfeld – bis zur neuen Endstation Waldeck oder Zentrum Paul Klee. Mit dieser Routenwahl wäre die Altstadt nicht noch stärker belastet und der Viktoriaplatz direkt mit dem Bahnhof Bern verbunden.




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Beitrag der Redaktion:

Liebe Leserinnen und Leser, besten Dank für Ihre Beiträge.
Kurz zusammengefasst lassen sich Ihre Argumente folgendermassen darstellen:
Was Ihrer Meinung nach gegen das Projekt spricht:

  • Das Tram ist ein veraltetes Relikt aus dem letzten Jahrhundert, es war revolutionär, als die Strassen noch gepflastert waren.
  • Die S-Bahn nach Ostermundigen wird ausgebaut, wenn das Tram fertig gebaut ist, wird es nicht mehr gebraucht werden
  • Busse sind die besseren Tram, sie sind flexibel, fahren bis in die Rüti.
  • Das Tram über den Zeitglocken zum Bahnhof zu führen ist schlichtweg kurzsichtig. Warum nicht (z.B) via Schermenweg zum Nordring und gleichzeitig den Wylerbus mit dieser Tramlinie ersetzen?
  • Wir brauchen die Bäume, um das Stadtklima abzukühlen.

Was Ihrer Meinung nach für das Projekt spricht:

  • Bäume werden wieder gepflanzt werden und ohne einen Baum zu fällen, wären wir noch im Mittelalter stecken geblieben.
  • Bümpliz hat seit dem Tram Bern West massiv weniger Verkehr und erfuhr eine eindrückliche Aufwertung des «anrüchigen» Quartiers.
  • Der Fahrplan mit dem Tram ist viel stabiler und die Fahrt angenehmer als mit Bussen.
  • Es ist enorm ineffizienz, mit Dutzenden Bussen zwischen Ostermundigen und Bern hin- und herzugondeln.
  • Längere 2-Achsen-Trolley-Busse in Luzern sind mindestens so abhängig von der Verkehrslage zu Stosszeiten wie kürzere Busse, behinderten dann durch ihre Länge aber auch zu entspannteren Zeiten den Verkehr mehr als normale Busse.



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    Alex Müller

    Herr Mühlenmann, seit die Tramlinie 8 existiert, hat das Tram IMMER Verspätung! Bereits nach 7h hat das Tram 1-2 Minuten Verspätung, weil man es ja vom Saali über den Knotenpunkt Burgernzielkreisel-Bahnhof-Hirschengraben fahren lässt. Eine weitere Tramlinie mit der Linienführung des Buses ist nonsens und eine unnötige Zwängerei. Man sollte vielleicht mal prüfen, ob eine Buslinie bis zum Bärenkreisel führt und wieder zurück, dass Anschluss an den Bahnhof Ostermundigen gewährleistet ist. Die Linie nach Ostermundigen muss zwingend über die Lorrainebrücke via Nordring, Winkelriedstrasse und Schermenweg. Alles andere ist sinnlos! Beim Strassenvekehrsamt hätte man Platz für ein separates Trassee für das Tram. Die Zwängereilinienführung ist gewollt, weil dann das Tram weiterhin – wie der Bus im Stau steckt – und gewisse Parteien dann wieder auf das böse böse Automobil einhacken können.




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Ob es das Tramprojekt braucht oder nicht, wird sich nie objektiv beantworten lassen. Es ist abhängig von angenommenen Szenarien, von anvisierten Zielen und persönlicher Werthaltung. Wenn man es baut, weiss man nicht, wie es ohne geworden wäre, und wenn man es anders löst, weiss man nie, wie es mit dem Projekt herausgekommen wäre.

Zweifellos ist ÖV besser als privater Motorverkehr, und gönnen alle Ostermundigen gute Verbindungen. Ebenso klar ist, dass es nicht ohne Nachteile geht. Die Frage ist, welche Opfer das Individuum oder die Gesellschaft zu geben bereit sind. Persönlich bin ich skeptisch, dass genau dieses Projekt mit genau diesen Fahrzeugen und genau diesem unflexiblen, störungsanfälligen System angesicht der Entwicklungen in Fahrzeugtechnik und Kommunikation noch zeitgemäss ist.




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Es gibt kaum eine bessere Lösung als das Tram, jedoch eine weitere Linie über den Zeitglocken zum Bahnhof zu führen ist schlichtweg kurzsichtig. Warum nicht (z.B) via Schermenweg zum Nordring und gleichzeitig den Wylerbus mit dieser Tramlinie ersetzen? Das würde den Gegnern (Alleebäume) den Wind aus den Segeln nehmen, Der Wyler wäre auch besser bedient und dieses Tram würde die Achse Zytglogge-Bahnhof nicht noch stärker belasten. Wahrscheinlich wäre das weitsichtiger, denn die geplante Strecke ist nur ein Pflästerchen für die Verkehrsmisere.




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