Redaktion Der Bund
13. Februar 2018
10 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Die Erinnerung an diese Frau, wir beobachteten ihr buntes Leben, sie war vollbeschäftigt im Alltag mit drei Söhnen und Ihrem Job. Die Kinder im Dorf, die Freunde fanden immer eine offene Türe in diesem alten Haus unterhalb des Dorfes, inmitten der Natur und doch so nahe an den nächsten Häusern. Die soziale Kontrolle funktionierte, hinter den Vorhängen und der vorgehaltenen Hand bewegte lebte auch der Tratsch.

Zur Schule gingen diese Kinder zu Fuss und die freie Zeit verbrachten diese Kerlchen im Garten bei den Schildkröten, im Wald und den verwilderten Gärten der Umgebung. Die waren immer mit Freunden unterwegs, ohne eine direkte Aufsicht von Erwachsenen. Der Gameboy des einen Freundes musste für alle hinhalten und einen Fernseher gab es nur im Nachbarhaus. Offensichtlich erhielt diese Jugend das volle Vertrauen der Frau, der anderen Eltern. Diese Kinder bauten Hütten, immer wenn eine gebaut war verloren sie das Interesse an ihr und sie suchten sich einen neuen Ort um eine nächste zu bauen. Sie wussten wie mit Sackmessern umzugehen sei und respektierten die ihnen gesetzten Grenzen und den Besitz der Anderen.

Der Schulplatz war das Feld für Rollerhockey, stundenlang spielten sie oder auch Korbball, da gab es einen einzigen Korb an der Schulhausmauer. Die Kinder nahmen sich ihren Raum und regelten vieles unter sich. Diese Jungen lernten die Abmachungen einzuhalten und Verantwortung zu tragen für das gemeinsame Leben in der kleinen Gemeinschaft und im Kreise der Freunde. Aber die Grosseltern gingen auch im Hause aus und ein und wachten mit eher klassischen autoritären erzieherischen Methoden aus einer anderen Generation über diese Kinder. Den Kindern aber war klar, dass die Erwachsenen interessieren sich und sind für sie da, nahmen sich die Zeit für sie und gaben ihren Erzählungen Raum und Gehör. Da wurde auch viel besprochen, ausgehandelt und auch getröstet. Das gelebte Credo war, du hast mein Vertrauen, aber hüte es wie ein kostbares Geschenk und du geniesst du deine Freiheiten.




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Peter Greminger

Die Geheimnisse des nahegelegenen Waldes entdecken – Eltern und Grosseltern sind gefragt!
Vor Jahrzehnten war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich als Kind, zusammen mit meinen Freunden das Abenteuer im Wald suchte. Der nahegelegene Wald diente uns als geheimnisumwobener Freizeitort. Wir bauten Hütten, stauten Bäche, spielten „Räuber und Poli“, entfachten Feuer, brätelten Cervelats und waren als Indianer auf der Pirsch mit Pfeil und Bogen. Winnetou lässt grüssen! Kreative Ideen entstanden aus dem „Nichts“ und deren Realisierung bereitete grosse Freude. Das trotz zerschundener Hände, Knies oder sonstigen „Bobos“ und schmutzigen Kleidern. All das ohne Lernprogramm, Anleitung und Führung. Sozusagen ein Abenteuer mit- und in -der Natur.

Heute treffe ich in Agglomerationsgebieten kaum mehr Kinder im Wald, die diese Art von Abenteuer suchen. “ Freies Spielen“ im Wald zur Stillung von Neugier, Entdeckungsdrang und Abenteuerlust führt heute bei der Freizeitgestaltung bei der meisten Kindern ein „Schattendasein“ . Indoorspielplätze, elektronische „Spielzeuge und Kommunikationsmittel“ sind da einiges beliebter.

Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass Pädagogen und Gesundheitsexperten auf die zunehmenden Gesundheitsstörungen bei heranwachsenden Kindern hinweisen. Störungen die auf Bewegungs-mangel und die zunehmende Abstinenz des Aufenthaltes in der Natur zurückgeführt werden.

Auch der Kinderarzt Markus Weissert meint: „Kinder brauchen Freiräume, sonst suchen sie später vermehrt Risiken und Grenzen. Kinder müssen mit allen Sinnesqualitäten Erfahrungen sammeln. Sie müssen entdecken, experimentieren, riechen, schmecken, spüren und erleben. Sie müssen sich den Freiraum sozusagen aneignen. Dabei finden Kinder in der Natur und insbesondere im Wald mehr Freiräume ohne vorgegebene Strukturen“.

Bestätigt wird diese Expertenmeinung auch von Grosseltern. Nachstehend die Erfahrungen einer Grossmutter von 3 Enkelkindern: „Auf den „normalen“ Spielplätzen wird es meinen Grosskindern nach 10 Min. langweilig. Wenn ich mit Ihnen in den Garten oder in den Wald gehe, ist der Aufenthalt in der Natur von Spontanität, Kreativität, Entdeckungsdrang und Experimentierlust geprägt“.

Es wäre doch ein Erlebnis und zudem gesund für alle Beteiligten, wenn Eltern, Grosseltern sowie Kinderbetreuer(innen), sozusagen in ihrer Vorbildfunktion, die Kinder ermuntern, den Wald als Erlebnis-, Experimentier- und geheimnisumwobenen „Freiraum“, gemeinsam und/oder Alleine neu zu entdecken.

Das mit dem Wissen, dass:

• der Wald eine Gelegenheit bietet, um mit den von der Natur bereitgestellten Materialien, eigene „Kunstwerke“ kreieren zu können. Ein „Freiraum“ in dem es möglich ist, zu experimentieren, frei zu lernen und sich von der Natur inspirieren zu lassen.
• das Kind sein können ohne Leistungsdruck – „Nicht Müssen“ sondern „Selbst Wollen“ – vom „Ich will selbst“ zum „Ich kann selbst“ – im Kindesalter genügend Platz haben muss.
• Kinder im Labor Wald keine Anleitung benötigen. Mit ihrer Kreativität und den dementspre-chenden Fantasien sind sie selbst in der Lage ihre Neugierde und ihren Entdeckungsdrang im Wald eigenständig auszuleben,
• mit dem Abbau von Ängsten, die der „geheimnisvolle Wald“ heute auslöst, kann der Wald wieder zu einem beliebten Erlebnisraum für Kinder, Eltern, Grosseltern und Betreuungspersonen werden. Ein „Freiraum“ in welchem es möglich ist, die Beziehungen zwischen Mensch – Wald und Natur, als auch zwischen den Menschen selbst, wieder einmal anders zu erleben! http://www.waldexperiment.ch
Peter Greminger




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Hans Karrer

Und wie siehts mit dem Bewegungsmangel der Erwachsenen aus? Der ist noch viel schlimmer.




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Corinne Roth

Freiräume für Kinder sollten so nah sein, dass schon Kindergartenkinder alleine hingehen können. Es geht also um kleine Räume, Nischen, Gärten und Wege, um Brachen und vergessene Ecken, um Siedlungsspielplätze und Innenhöfe. Das Kleinräumige, die Idee der ganz kurzen Wege, die hier entscheidend ist, geht in der Siedlungsentwicklung und Verdichtung etwas vergessen. Die grossen, tollen aber zentralistisch gedachten Spielplätze im Stadtgebiet erfüllen den Anspruch des Alleine-hingehen-könnens nicht.




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Stephanie Anonymous

Wir haben das Problem im Winter: die Schule geht bis halb fünf, und wenn mein Sohn von der Oberstufe zu Hause ist , ist es dunkel …!




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Mario Bader

Danke das Ihr über dieses Thema schreibt. Ich staune seit mein Sohn in der Kita ist, wie wenig die Kinder mit Aufsichtspersonen nach draussen gehen. Ganze Tage werden drinnen verbracht und die quadratmeter pro Kind sind nicht viele. Oft wirkt mein Sohn etwas betäubt, wohl vom vielen Lärm und wenig Abwechslung drinnen. Mir ist auch klar dass es für die Betreungspersonen schwierig/umständlich mit den Kindern nach draussen zu gehen.
Es ist mit viel Arbeit verbunden. Speziell im Winter mit dem an- und abziehen. An der Infrastruktur liegt es bei uns nicht. Das Quartier ist ruhig und Tempolimiten/Verkehrsberuhigungen sind vorhanden. Aber leere Spielplätze sieht man viele.
Also ab nach draussen! Der Aufwand lohnt sich und Bewgung tut allen gut!




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Mirjam Ruoss

…. indem Eltern bei jedem Wetter mit ihren Kindern draussen wenigstens einen Spaziergang oder Fangis machen! Im Wald an Bämen riechen oder Käfer suchen im Moos… das geht auch im Quartier!




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Manfred Stierli

Die Frage, wie Kinder raus ins Freie kommen, ist einfach zu beantworten.
Zu Fuss…
Ich war als Kind – dass war vor über 40 Jahren – eigentlich immer draussen.
Beantwortet das die Frage nach dem heutigen Bewegungsmangel der Kinder und Jugendlichen?




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Christian Frei

Jugendorganisationen wie die Pfadi sind ideal, damit die Kinder und Jugendlichen nach draussen kommen. Mitmachen ist ab 6 Jahren möglich. So lernen und erfahren die Kids von Anfang an, Natur zu erleben, regelmässig im Freien zu sein und etwas zu unternehmen: all die Spiele im Wald, Hütten bauen, Feuer machen und zelten.

Eine besondere Umgebung braucht es nicht, ausser vielleicht keine Autos. Die Natur und Umgebung wird kreativ ins Programm einbezogen. Nicht kindergerechte Zonen werden als solche bezeichnet. Eltern/Lehrer nicht nötig, die Betreuung übernehmen die jungen Leiterinnen und Leiter.

Bei schönem Wetter spielen wohl alle Kinder gern draussen. Und wie sieht es aus, wenn es kälter ist oder sogar ein bisschen regnet?
In der Pfadi sind die Kids das ganze Jahr, in allen vier Jahreszeiten draussen. Auch bei Regen und im Winter. Im Sommer heisst es eincremen und genug trinken. So erfahren sie sehr nachhaltig und auf verschiedene Arten, was es heisst, draussen zu sein. Ängste, Vorurteile oder auch nur falsche Vorstellungen werden ersetzt durch eigene Erfahrungen.

Im Frühling ist der ideale Zeitpunkt um einzusteigen. am 10. März ist der nationale Pfadischnuppertag. Unverbindlich vorbeikommen und mitmachen. Mehr Infos unter http://www.pfadi.ch




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