Redaktion Der Bund
26. Februar 2018
26 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Gepinnter Kommentar

Beitrag der Redaktion:

Liebe Leserinnen und Leser, besten Dank für Ihre Inputs. «Bund»-Redaktor Marc Lettau hat sich in diesem Beitrag angesehen, warum sich die Realität von der Statistik unterscheidet: Statt 2400 Wohnungen sind es am Tag X dann doch nur vier.




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Andreas Speiser

Ich fände es schön, wenn „der Bund“ ein paar Artikel über leerstehende Häuser in Bern machen würde.
Nach meinem Wissen ist die Villa an der Bitziusstrasse 13 seit Jahren unbewohnt. Auch ein Trakt des Altersheim Zentrum Schönberg AG, Kompetenzzentrum für Demenz und Palliativ Care an der Salvisbergstrasse 6 ist seit Jahren zwar fertig gebaut aber unbenutzt.
Umnutzungen wie jene der Meinen Metzgerei dauern zig Jahre. Gleichzeitig bebauen wir immer mehr grüne Flächen und die Mieten sind angestiegen.
Wollen wir uns das als Gesellschaft weiterhin leisten oder vorhandene Ressourcen besser nutzen?




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Daniel Caduff

Ich bin per 1.1.18 relativ ungeplant aus der Agglomeration Zürich nach Bern gezogen. Ich arbeite schon über vier Jahre in der Stadt, bin bisher gependelt. Leider ging meine Beziehung in die Brüche, weswegen ich mich relativ kurzfristig zum Umzug entschlossen habe. Ich habe etwa 3 Wochen eine Wohnung gesucht. 6 Wohnungen habe ich besichtig, für 3 davon habe ich mich beworben. – Alle drei habe ich angeboten bekommen und konnte wählen. Entschieden habe ich mich für eine neu renovierte 3.5 Zimmer Wohnung beim Bahnhof Wankdorf für 1790 / Mt. Im Vergleich zu den Mieten die ich zuvor in der Region Zürich bezahlt habe, ist das günstig. Ebenfalls waren die Besichtigungen jeweils sehr unkompliziert und man musste nicht wie in Zürich zT. 2 Stunden Schlange stehen am Besichtigungstermin. Alles in allem habe ich die Wohnungssuche und den Umzug nach Bern als sehr unkompliziert erlebt.




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Aline Karl Kranich

Ich wohne in einer günstigen Wohnung. Sprich 3 Zimmer, zentral, Balkon – 1380.-
Das ist schön und wir wollen nicht tauschen. Schade ist nur, dass die Fenster (immerhin) 2 Glassscheiben und einen nur wenig porösen Rahmen haben. Unsere Küche wurde nie das letzte Mal in den 90ern renoviert und besitzt 1 Steckdose. Und wenn einmal etwas ersetzt werden muss, wir der günstigste Artikel auf dem Markt genommen, der schnell wieder kaputt geht.
Das soll jetzt nicht wie eine Beschwerde klingen, sondern ist ein Zustand. Sobald man eine günstige Wohnung gefunden hat – sollte sie auch ihre Fehler haben – kann man fast nichts tun, was im Bereich der „Grosszügigkeit“ der Vermieter*in liegt. Man spart lieber an den Stromkosten, als umzuziehen. Und man darf sich glücklich schätzen, dass man eine gutes Preis-Leistungsverhältnis (aber auch nicht mehr) bekommt.




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Daniel Streimatter

Der Berner Gemeinderat Michael Aebersold, der eigentlich für günstige Wohnungen in der Stadt Bern zuständig ist, focht die vom Grossen Rat des Kantons Bern beschlossene Erhöhung des Amtlichen Werts beim Bundesgericht an, weil der ihm als zu gering erscheint. Er sehnt sich nach mehr Millioneneinnahmen für die Stadt. Falls er vor Bundesgericht durchkommt, werden die Liegenschaftsbesitzer die Erhöhung auf die Mieten abwälzen (ganz normal). Die Mitzinse werden noch steigen. So kurzsichtig ist die Sichtweise des Sozi-Gemeinderats.




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Olivier Anonymous

Wir müssen bauen, um zu wohnen. Und nicht, um zu investieren.
Eigentümer: Verkauft nicht an Spekulant(inn)en!




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Susanne Wachter

Ich habe 30 Jahre in Muri, resp. Gümligen gewohnt. Nach dem Auszug meiner Kinder suchte ich eine zahlbare, altersgerechte Eigentumswohnung für mich alleine. Das gab es leider nicht. Ich musste nach Rüfenacht ausweichen. Nun sehe wenigstens rüber auf meine alte Heimat, muss aber wegen einer Station wesentlich mehr BernMobil-Kosten auslegen. Schade!




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Daniel Ernst Müller

Schön, wie der Sozialvorsteher der Gemeinde Köniz in der Zeitung Auskunft gibt. In Wahrheit sieht es leider ganz anders aus. Wenn man aus Mitleid einem Sozialbezüger eine Wohnung gibt und diese verwüstet wird, kommt genau gar niemand für den Schaden auf. Mündlich wurden Versprechen abgegeben von Seite der Gemeinde. In Tat und Wahrheit blieben wir als Vermieter auf den gesamten Kosten sitzen. Daher nie wieder! Überlegt gut, wen ihr im Haus wollt und wen nicht. Ich bin jedem sozial gegenüber, der mir sozial gesinnt ist. Punkt.




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    Pardon Könizer
    “Also wir fassen hier mal zusammen:Sie möchten in einem der teuersten Länder der Welt, in einer Stadt mit einer der weltweit höchsten Lebensqualität eine 4-Zimmer-Wohnung mit Zusatzfeatures in einem Trendquartier (zumidest Monbijou) für etwas über 2000.-? Da fühle ich mich glatt in die 80er-Jahre zurückversetzt. Könnte noch länger dauern, bis Sie eine passende Wohnung finden. Da müsste wahrscheinlich das Schweizer Lohnniveau unter das der Nachbarländer sinken, damit Ihr Wunsch je realistisch wird.”

    Wie treffend, danke für das Gute Statement: das Beispiel zeigt ein Problem des sogenannten „irealistischen Wohnungssuchenden“ …




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    Pardon Könizer

    Genau Ihrer Meinung, leider die selben negativen Erfahrungen mit dem Sozialdienst Köniz gemacht. Leer Versprechungen , Mitarbeiter im Teilzeit Pensum welche nicht erreichbar sind. Die Kosten nach Auszug der Mieter trugen wir selber.




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Maria Hofstetter-Schuster

Ich wohne in Muri b. Bern: Was ich mag ist einfach man ist schnell in der Stadt für spez. Einkäufe, doch die Mieten sind hoch für eine 11/2 ZI.-WG Fr. 1150.– ist für eine AHV-Rentnerin viel Geld! – Ich habe jahrelang in Gümligen gelebt, im Schwesternhaus des Siloah, doch dann wurde gebaut und wir mussten raus. Für mich als früher IV-Rentnerin nach einem folgenschweren Unfall ist es Heute nicht mehr möglich wechseln zu können, habe ich einfach ein Minimum und kann sehen wie ich mich finanziell halten kann!! – Schade, dass es in Muri üblich ist einfach eine Wohnung zu mieten, weil in Bern die Steuern dermassen hoch sind, dass man nicht mehr aus noch ein weiss! – Dies in unserer so schönen Schweiz.

Ich habe auch festgestellt, dass günstige Wohnungen oft an ausländische Leute vermietet werden, weil die nicht wissen was Sache ist und oft einfach ausserhalb der Wohnung z.B. grosse Unordnung auf Balkonen etc. Ich suche schon lange eine günstigere Wohnung kann diese einfach nicht finden! – Ich habe ältere Personen erlebt, welche ins Altersheim mussten, nur weil keine Wohnung zur Verfügung stand! – Bei uns habe ich eine Nachbarin, welche krank war (TumorpatientinJ)und ich mich für sie eingesetzt und eine Wohnung gefunden habe, den gesamten Umzug organisiert und die Wohnungsübergabe gemacht. Der Frau würde gekündigt, weil die Wohnungen eine nach der anderen renoviert wurden, aber effektiv wollten sie die alleinstehenden Frauen draussen haben!

Was für eine Welt sind wir nur geworden? – Zu vermerken ist, dass ich keine EL erhalte und auch deshalb mir also keine 2 1/2 Wohnung leisten kann! – Es gibt in Muri Leute die EL erhalten, aber noch Vermögen haben, wo ist da die soziale Gerechtigkeit; zu erwähnen ist, dass ich mein wenig Erspartes für meine pflegebedürftige Mama ausgeben musste, weil ich die vorhergehende Wohnung behinderten gerecht gestalten musste; ansonsten wäre sie 8 Jahre mehr im Pflegeheim gewesen. Ich habe auf ALLES verzichten müssen und jetzt, wo ich pensioniert bin kann ich sehen wie es weitergeht; Frage ist nur wer hilft mir einmal? – Das sind die Töchtern, die ihre Eltern jahrelang pflegen bis sie selbst fast vor Erschöpfung am Ende sind und dann auch finanziell sehen können, wo sie selbst im Alter stehen! – Das gibt mir zu denken.




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Anita Destapado
Rolf Spoerri

Ich wohne seit 8 Jahren in Bümpliz, also ausserhalb des Zentrums von Bern, in einer 2 1/2 – Zimmerwohnung mit südseitigem Ausblick vom Balkon aus auf eine Wiese, und dies für noch 990 Franken monatlich, nachdem ich beim Vermieter aufgrund des sinkenden Referenzzinssatzes zweimal eine Mietreduktion erwirken konnte. Ausserdem gibt es in der Nähe alles für den alltäglichen Bedarf: Post, Bank, Restaurants, Einkaufszentren usw.
Ein Nachteil meiner Wohnung ist allerdings, dass sie ziemlich ringhörig ist.

Freundliche Grüsse

Rolf Spoerri
Brünnenstr. 102
3018 Bern




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Martin Häfeli

Günstige Wohnungen würde bedingen günstiger zu bauen. Das ist relativ schwierig zu bewerkstelligen. Ich durfte 2017 bei einem Bau diese Erfahrungen machen. Angefangen bei der Baubewilligung bis hin zum Ausbau der Glafaserleitung ins Haus . Wobei das Letztere dem Fass den Boden raus schlug. Summarum schlägt das sich schlussendlich auf den Mietzins nieder.




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Thomas Balmer

Die Stadt Bern braucht nicht selbst zu bauen, denn dazu gibt es Baugenossenschaften und Private die das besser können. Aber Sie könnte viel dazu beitragen, dass günstig gebaut werden kann.

Niemand versteht, warum ein Baugesuch mehrere Monate braucht und um dann, wie bei einer Schulprüfung bei allen Angaben mit einem Gutzeichen versehen, wieder zurück kommt- natürlich mit einer saftigen Gebührenrechnung. Warum muss sich das Stadtplanungsamt bei jeder noch so kleinen Anpassung mit einer umfangreichen Planung einmischen, und da dieses Amt an „Arbeitsstau“ leidet, verzögert dieser Apparat jede Bautätigkeit nachhaltig.

Nur wenn ein genügendes Angebot herrscht, können die Preise gesenkt werden. Was rar ist, kostet überall mehr! Die Stadt Bern könnte helfen die Mieten senken, wenn sie die Baurechtszinse nicht maximieren und das Land nicht an den Meistbietenden verkaufen würde. Wir brauchen nicht mehr Staat, sondern mehr Unterstützung an aktive Bürger und Baugenossenschaften, die etwas für die Stadt tun wollen.

Es ist auch unsinnig günstige Mietwohnungen anzubieten, um dann Gutbetuchten eine schöne Wohnung zu vermieten. Viel besser und einfacher zu kontrollieren ist ein Zuschuss an Personen, die es nötig haben. Dass das mit den verbilligten Wohnungen nicht funktioniert hat die Stadt Bern ja bewiesen, es zu ändern brauchte aber ein Umdenken und das ist vermutlich in der heutigen politischen Konstellation nicht möglich!

Die energetischen Auflagen, die politisch gemacht werden, erhöhen ebenfalls die Investitionen und damit die Mietzinse. Dass hier der Gemeinderat und der Stadtrat selbst mit diesen Forderungen die Mieten erhöht haben, haben leider viele noch nicht ganz begriffen.

Ganz sicher ist es nicht nötig, dass die Stadt selbst baut. Experimente mit staatlichem Bauen sind in Osteuropa ohne Erfolg geblieben- orientieren wir uns doch an erfolgreichen und bewährten Modellen!




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Der Mietmarkt in der Stadt Bern funktioniert offensichtlich nicht. Der Markt hat auch gar kein Interesse günstigen Wohnraum zu schaffen. Immobilien sind gute Anlageobjekte mit einer sehr sicheren Rendite. Ein amtierender SVP-Stadtrat erklärte mal an einem Podium unverblümt, es sei ein ganz normales Geschäft mit hohen Mieten Geld zu verdienen. Kein Wunder also geht es nicht vorwärts mit günstigen Wohnungen, solange man den Markt einfach machen lässt.

Die Leidtragenden sind die Mieter und Mieterinnen, insbesondere jene mit kleinem Portemonnaie. Versagt der Markt, muss die Stadt Bern regulierend eingreifen. Die von der Stimmbevölkerung mit über 70% angenommene Wohnbau-Initiative ist das richtige Instrument dazu. Je mehr Wohnraum der Spekulation entzogen wird, umso mehr günstige Wohnungen können entstehen. Genossenschaften sind hier besonders gefragt, denn sie wollen keine hohen Rendite erzielen, sondern müssen nur die anfallenden Kosten decken.




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Roland Kress

Die Erfahrungen mit meiner Mietsituation in Bern sind sehr negativ. Ich kam 1990 als gesuchter Spezialist aus Bayern nach Bern. Ich musste ein halbes Jahr in schlechten / zu teuren Hotels der Innenstadt wohnen, arbeiten und Wohnung suchen. Letztendlich fand ich die einzige Möglichkeit in Thörishaus . Die Lebensqualität in diesem Dorf beschränkte sich auf einen dicken Bauch, Schnaps, Bier und ein ziemlich totes Existieren.
Mein heutiges Dasein in einem Dorf im Kanton Fribourg zeigt mir die Leblosigkeit auf dem Dorf – interessanten sozialen Anschluss jeglicher Art gibt es nicht. Man muss für Kino, Theater und Universität innert nützlicher Frist den Weg in das Stadtzentrum machen können. Wohnen in der Stadt ist nicht bezahlbar – einfache und bezahlbare 2 Zimmerwohnungen gibt es nicht. Mehr als 1100 Sfr Miete pro Monat sind lächerlich. Ein „Angebot“ einer 2 Zimmerwohnung für 1200 Sfr in Niederwangen war einfach lächerlich.
Noch weiter draussen zu wohnen wäre vielleicht bezahlbar aber mit der Lebensqualität 0 (NULL!!) versehen.
Tut mir leid aber ich kann nicht von positiven Erfahrungen mit der Berner Wohnsituation berichten aber meine Meinung musste mal raus.
Die im Zeitungsartikel angegebenen Zahlen haben in meiner Realität die Qualität „Fake News“.




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Hugo Hürlimann

Ein Blick nach Zug oder Zürich – um nur zwei Beispiele zu nennen – sollte ausreichen, um festzustellen, was wir in Bern „eigentlich“ nicht wollen.
Aber eben, weder die Politik noch wir Individuen scheinen daraus zu lernen bzw. lernen zu wollen. Zumindest weist die Entwicklung in diversen Berner Quartieren darauf hin.
Wenn nicht bereits jetzt, werden wir uns spätestens in ein paar Jahren fragen: „Warum nur?“ Nur wird es dann für eine Gegenentwicklung zu spät sein.




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In bestimmten Gegenden höhere Mieten zu fordern, um Wenigverdiener wegzuekeln, ist doch eine ziemlich zynische Forderung. Es braucht im Gegenteil mehr günstige Wohnungen, besonders dort, wo die Leute arbeiten, sonst wächst uns nur der Verkehr über den Kopf. Nicht günstige Wohnungen sind das Problem, sondern die schweizweite Steuerungerechtigkeit. Wir haben nicht zu wenig Geld in dem Land, es ist nur falsch verteilt.
In Zeiten wie diesen müsste man dringendst den Mieterschutz ausbauen. Stattdessen diskutiert unser (aus Eigentümern zusammengesetztes) Parlament höchstens Möglichkeiten, diesen abzubauen.
Generell sollte die öffentliche Hand keinen zusätzlichen Quadratmeter Boden noch Privaten überlassen – deren Profitmaximierung treibt nur die Kosten in die Höhe.
Rolf Helbling




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