Redaktion Der Bund
11. April 2018
15 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Gepinnter Kommentar
Stephan Wyder (toj)
markus kohler

Es gibt die Reitschule, dann die Dampfzentrale, den Gaskessel, den ISC, dazu eine Vielzahl von Clubs und Bars.

Jede Generation möchte dann noch ein weiteres Lokal dazu haben und es fragt sich schon, ob ein solches Angebot wirklich nötig ist.

Ich würde dafür plädieren, die Reitschule zu schliessen und auf der Allmend eine Ausgangsmeile zu errichten. Dort stört es es nicht, da ohnehin der ganze Lärm der Strasen, Autobahn, Fussball- und Eishockey-Stadien herrscht.




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Alex Müller

Ich finde es lustig, dass sich Leute in der ultra-linken Stadt Bern (vorallem im Altenberg wohnen viele Linke Wähler) über Lärm, der noch gar nicht vorhanden ist und notabene von einem städtischen Jugendtreff stammen würde, beklagt. Die Anzahl der Einsprachen ist ja sehr hoch, dieselben Leuten stören sich aber keinesweg am Lärm der Reithalle. Ich habe jedenfalls noch nie etwas gelesen, dass der Altenbergleist gegen Lärm der Reithalle vorgeht.

Es bestätigt meinen Eindruck: Die Linken fordern immer die Toleranz bei den Anderen ein. Selber haben die Linken keine Toleranz, wenn es nicht nach der sturen Linken Ideologie geht! Widersprüchlicher gehts nicht mehr!




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Estreilla Luna

Als Anwohnerin muss ich der Aussage wiedersprechen «immer wieder den Kontakt» gesucht. Es waren 3-4 Mal, nachdem das Projekt bereits fertig war. Zudem wurde der Info-Ort bei der ersten Sitzung kurzfristig verschoben, dass Interessierte den Ort nicht finden konnten, da dieser nicht signalisiert würde.

Bezüglich Zugang Nägeligssse, wusste auf genau diese Frage die Informierenden nicht wieviele Parteien dort wohnen. Ein Teilnehmer hat dann mit den Telefoneintragungen vier Parteien gefunden.

Als unmittelbare vis-a-vis Wohnerin finde ich das ganze Projekt unglücklich und ohne effektive Mitsprache der Umgebenden gemacht. Die besagte Sprecherin war nie an einer Veranstaltung dabei.




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Rahel Berger

Es braucht keinen neuen Freiraum für Jugendliche, es braucht allgemein einen anderen Umgang mit dem Leben in der Stadt. Bern – ein Ort, der dem Kapitalismus dient. Ruhe und Entspannung nur dort, wo auch etwas gekauft wird. Das ist der Punkt.

Es gibt vielleicht das Marzili, den Kocherpark, den Bahnhofsvorplatz (haha), die grosse und kleine Schanze – aber die sind nicht ganzjährig besuchbar und der Rasen über dem Bahnhof wird (oder wurde) regelmässig mit diesem ach so tollen Kino und der überteuerten Beach-Bar besetzt. Nicht mal Zürich ist so schlimm.

Konsumbefreit und relativ gut auf die jugendliche Stimmung abgestimmt ist der Ort um die Reitschule. Man kann dort in Ruhe draussen (oder auch «überdacht») sitzen ohne gleich weggeschickt zu werden und – kaum vorstellbar – auch sein mitgebrachtes Bier dort konsumieren. Den Vorplatz und die Reitschule daher immer wieder als «Schandfleck von Bern» zu bezeichnen ist einerseits völlig falsch und andererseits wenig hilfreich. Dieser Ort ist momentan mehr oder weniger der einzige Platz in Bern, an dem sich Jugendliche ungestört treffen können.

Die unnötige Schützenmatte könnte sehr gut aufgelöst und an den Vorplatz angeschlossen als Jugendtreff umfunktioniert werden. Würde auch Sinn machen wenn sich ohnehin das halbe junge Bern dort trifft.

Die Alternative wäre ja die Hürden für die Eröffnung von entsprechenden Lokalen zu senken und sich nicht auf wahnwitzige Bauvorschriften zu berufen – soweit wird es aber natürlich nicht kommen. Und was das Bashing der SVP angeht: Wenn die Halle geschlossen wird, wird sich ihr Klientel ganz einfach an einem anderen Ort konzentrieren: «Linke Jugendliche, ab sofort auch in Ihrem Garten!»




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Sebastian Schafer

Als 22-jähriger regelmässiger Reitschul- und Vorplatzbesucher habe ich keine Ahnung, wer diesen Jugendclub besuchen soll. Man kann nicht einfach etwas für «die Jugend» machen – die Interessen und Ausgangs-Bedürfnisse von verschiedenen Jugendgruppen unterscheiden sich massiv.

Mit den Leuten, die am Wochenende vor dem Düdü, Bonsi oder sogar Wankdorf-Club (gibts den überhaupt noch?) rumhängen, habe ich absolut null gemeinsam – und unsere Vorstellungen von Unterhaltung gehen diametral auseinander. Ich kann mir also beim besten Willen nicht vorstellen, mit solchem Publikum einen Jugendclub zu besuchen und alle sind zufrieden.

Zudem ich gar nicht weiss, wie der dann aussehen soll! Gibt da Sitzplätze draussen (hoffentlich, das wär sonst ganz schitter und sowieso gestorben – was wahrscheinlich der Fall ist)? Gibt es Tische, wie im Sous-le-pont? Oder eine Bar? Gibts so eine Tanzfläche wie in einem Club, oder ist es mehr so ein Raum zum rumstehen wie der Vorplatz? Ich habe keinen Dunst. Ich befürchte so einen mühsam gekünstelt-angestrengten Jugendraum…




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Florian Müller

Lasst doch mal die Jugend mitreden bei der Bedürfnisanalyse.




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thomas schneeberger

Auch wenn das Projekt «Tankere» noch gelingen sollte, es wird wohl nicht lange Bestand haben. Sobald die jetzigen Idealisten und Freiwilligen andere Interessen haben (bedingt durch Ausbildung, Wohnort, Familie usw.), bricht es wieder zusammen.

Welche Jugend-Kulturorte sind denn die beständigsten in Bern, und waseliwas ist all ihnen gemeinsam? Sie entstanden und wuchsen aus einer Bewegung heraus, nicht aus einem Spleen oder einer beliebig kopierbaren Kommerz-Idee mit harten Randbedingungen an Bau-, Gewerbe oder Lärmvorschriften: Gaskessel, Dampfzentrale, Reithalle, ISC etc.

Jugendkultur lässt sich nicht planen. Sie muss wachsen und braucht dazu auch geometrische Freiräume.

Apropos Freiräume: Die sagenhaft «effiziente», grün getarnte (aber immer noch stockkapitalistische) Wachstumslogik der «Siedlungsverdichtung nach innen» wird solche Freiräume mehr und mehr zum Verschwinden bringen!

Dass nun wegen Wohnungsplänen tatsächlich über eine «Verschiebung» des Gaskessels sinniert wird, lässt jeden Realitätsbezug heutiger Politik vermissen.




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Andreas Flury

Dank S-Bahn, Moonliner, Gleis7 und liberalen Eltern schwärmt am Wochenende die Jugend der ganzen Agglomeration zwischen Münsingen, Lyss und Schwarzenburg nach Bern und darf ohne soziale Kontrolle bis am Morgen früh Party machen. Auch hier übernimmt die Stadt Bern Zentrumslasten. Es braucht nicht ein neues Angebot im Zentrum, sondern Viele in den Quartieren und in den Agglomerationsgemeinden, welche ihre Verantwortung wahrnehmen sollten.




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H Schenk

Liebe Pusher von immer mehr Freiräumen: Ich bin ein solcher 68er und heute in Pension und ein guter Steuerzahler. Wenn ich diesen Artikel lese wird mir fast übel. Sprayereien sollen nun sogar Kunst sein, statt Beschädigung von privatem oder öffentlichen Eigentum. Als ich etwa 18 war hatte es in Bern, die Glocke, das Amtshaus, die Tanzdiele und später den Gaskessel, paar Kellergewölbe und das war es dann so ungefähr mit dem «öffentlichen Raum» für Junge.

Heute wird – es ist unglaublich – jedes Gebäude das frei wird, sofort von der Jugend/für die Jugend beansprucht. Diese haben heute so viele Freiräume, wie nie jemals zuvor. Diese werden nicht etwa gepflegt und man hält Ordnung, nein das Gegenteil ist der Fall. Immer neu Forderungen tauchen auf, Ausgangslokale bis um 5 Uhr früh, saufen, Drogen, Lärmen, Abfall liegen lassen, urinieren usw usw. Auch die Verwaltung loben Sie, ist wohl loglisch, ich gehe davon aus, dass diese mehrheitlich links besetzt ist.

Die Jungen haben in den Jahren die Reitschule, der alte Gymer, die Feuerwehrkaserne und nun auch die Nägeligasse dazugewonnen. Was wollen Sie eigentlich noch mehr? Diese Forderungen werden von Jungen (StudentInnen) gestellt, welche noch nie im Leben 1 Fr. Steuern bezahlt haben. Anstatt dass diese Gebäude kommerziellen Zwecken zugeführt/verkauft werden landen sie alle in der alternativen Szene. Noch was: Meine Partnerin hat grosse Angst Abends in die Stadt zu gehen. Überall stehen am/im Bahnhof bedrohliche dunkle Gestalten herum (auch beim neuen Coop bei der Welle).

[…gekürzt, bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Die Redaktion]

Auch TOJ bietet ja eine ganze Reihe von Möglichkeiten an. Ich darf wohl ausgehen, dass auch ihre Organisation und ihr Lohn vom Steuerzahler berappt wird.
Mit freundlichen Bezahleresel-Grüssen.




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Petra Anonymous

Für Jugendliche (14-18 J.) fehlt es in Bern an Kulturlokalen. Ich bin in den 1980er Jahren in Luzern aufgewachsen. Wir hatten eine tolle Auswahl an solchen Orten: Schüür, Wärchhof, Boa u.a. Da konnte man einfach hingehen und Freunde treffen oder für 10.- Eintritt an ein Konzert (zB Züri West) oder es war Disco. Ich höre hier in Bern von Jugendlichen, dass sie sowas vermissen. Solche Begegnungsorte sind enorm wichtig. Und zwar nicht in der Peripherie, damit es keinesfalls jemanden stört, sondern in den Stadtquartieren.

Die jungen Erwachsenen haben es einfacher: Dampfzentrale, Bierhübeli, Turnhalle, ISC oder natürlich die Reitschule. Aktuell ist der Eintritt bei diesen Lokalen i.d.R. ab 18 J. möglich. Vielleicht könnten sich diese Orte vermehrt den Jugendlichen gegenüber öffnen. Parallel ist auch die Stadt gefordert, indem sie nicht-kommerzielle Kulturlokale für Jugendliche schafft.




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