Redaktion Der Bund
17. April 2018
7 Beiträge

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Hans Joss

Nicht vergessen: Schule dauert heute 11 Jahre: 2 Jahre KG, 9 Jahre Volksschule. Als Senior begleite ich seit vielen Jahren Schülerinnen und Schüler eines 10. Schuljahres (Individuelle Lernförderung).
Dabei fällt mir immer wieder auf, dass einige Lernende Lücken aufweisen, die auf die ersten Schuljahre zurückgehen, – nicht nur – besonders in Sprache und Mathematik. Heute weiss man, dass 20% der Schulabgänger/innen ungenügende Fähigkeiten haben in Lesen und Schreiben. http://www.boggsen.ch
Ein kindgemässer Kindergarten, eine kindgemässe Basisstufe garantieren nicht, dass die Volksschule als Ganzes ihren Auftrag erfüllt: optimale individuelle Förderung bei gleichzeitiger Chancengerechtigkeit. Was es braucht, ist ein stufenübergreifendes Modell, eine Schule für alle, die Kinder während 11 Jahren begleitet und fördert, möglichst ohne Diskriminierungen.
Und: Kinder können sehr gut einschätzen und darüber berichten, was sie fördert und was ihnen schadet. Regelmässige Gespräche mit Lernenden ermöglichen laufende Anpassungen.




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Hans Grunder
«Der Projektschlussbericht der Basisstufenversuche zeigt auf, dass die Kinder der Basisstufenklassen bis zum Schuleintritt im Lesen, Schreiben und der Mathematik bessere Resultate aufweisen, dieser Vorsprung auf die Kindergartenklassen jedoch nach dem zweiten Schuljahr bereits aufgeholt ist.»

Was heisst, dass die Schule wieder alles nivelliert, statt adäquat weiterzufördern. Dumm gelaufen …




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Gabriela Heimgartner

Das freie Spiel ist überall wichtig. Wie man die Suppe in ein weites oder ein hohes Gefäss füllen kann, kann man in der Basisstufe, im Kindergarten und zuhause das freie Spiel fördern. Der Kindergarten und die Basisstufe sind die Gefässe, das freie Spiel ist einer von vielen wichtigen Inhalten dieser Stufe. Sprechen wir also nicht vom Gefäss, wenn wir den Inhalt meinen. Die Aufgabe der Lehrkraft ist es, sowohl das freie Spiel zu ermöglichen als auch gezielte, individuelle Anregungen anzubieten. Dazu bestehen Konzepte und die Lehrpersonen sind speziell dafür ausgebildet.

Neben der Schule ist aber auch das Elternhaus entscheidend für die Entwicklung des Kindes. Hier lernen Kinder sehr viel, wenn sie genügend Zeit für das freie, selbstbestimmte Spiel erhalten, wenn sie Verantwortung für ein Ämtli übernehmen und wenn sie beim Kochen, im Garten und beim Reparieren mithelfen können. Eltern haben dafür keine Ausbildung. Damit Eltern wissen, wie sie Ihre Kinder im Familienalltag fördern können gibt es seit 2011 die ElternLehre Schulstart http://www.elternlehre.ch (ab Mai wieder in Bern, Thun und Lyss).

Gabriela Heimgartner
Kursleiterin Elternlehre Schulstart
Co-Präsidentin Schule & Elternhaus Kanton Bern




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Sabina Geissbühler-Strupler

Der Projektschlussbericht der Basisstufenversuche zeigt auf, dass die Kinder der Basisstufenklassen bis zum Schuleintritt im Lesen, Schreiben und der Mathematik bessere Resultate aufweisen, dieser Vorsprung auf die Kindergartenklassen jedoch nach dem zweiten Schuljahr bereits aufgeholt ist.

Auch das Wohlbefinden, die Beziehungsfähigkeit zu anderen Kindern oder das Selbstvertrauen wurden von den Kindern in den Schulmodellen gleich bewertet. Das schulähnliche Lernen zum Beispiel an Hand von Arbeitsblättern wie es in Basisstufenklassen und nun auch im Lehrplan 21 gefordert wird, führt erwiesenermassen zu Entwicklungsdefiziten. Das Vernachlässigen des freien Spiels und der Mangel an Sinnes- und Bewegungserfahrungen vor allem auch in der Natur, zeigen negative Folgen für unsere Kleinsten.

Wenn wir es zulassen, dass sich unser Bildungssystem nicht mehr auf pädagogische und entwicklungspsychologische Grundsätzen ausrichtet, sondern den Forderungen von Economiesuisse nachkommt, kommen unsere Kinder zu Schaden.




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Wolfgang Beywl

Wichtigstes Prinzip für die Diskussion über das Gute und Richtige in der frühen Bildung ist: Ruhe bewahren. Nicht aufregen. Es gibt viele verschiedene Wege, auf denen Kinder beim Heranwachsen optimal unterstützt werden können (und manchmal ist es wichtig, aus dem Weg zu gehen, und ihnen freien Lauf zu lassen). Ernsthafte ruhige Gespräche zwischen Eltern, Kindergarten- und Primarlehrpersonen sind wichtig, und dass alle Beteiligte weiter dazu lernen, wie Lernen geht. Wer meint, er/sie hätte dazu schon fertig gelernt, sollte sich zurückhalten. Ich bin derzeit in Neuseeland und darf mir anschauen, was in Kitas und Primarschulen passiert. Ergebnis: Es ist viel viel mehr möglich, gut und richtig, als ich mir bisher vorstellen konnte. Mehr dazu: http://wolfgang-beywl.blogspot.ch/2018/04/sichtbares-lernen-in-der-uni-kita.html




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