Welchen Platz hat der Bär bei uns? | Der Bund | Stadtgespräch – die «Bund»-Communityplattform
10 Beiträge

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Daniel Hofer

Der im Moment möglicherweise zuweilen im Kantonsgebiet anzutreffende Bär dürfte M29 aus der italienischen Adamello-Brenta Populaton sein. Er ist ein sehr scheuer Bär und dürfte kaum Probleme machen, offenbar hat er zudem einen starken Wandertrieb. Jeder Bär hat einen individuellen Charakter, möglich dass andere künftige Exemplare aus der Trentiner Gegend auffälliger sein werden – aber dennoch kaum gefährlich für den Menschen. Der Bär ist biologisch gesehen gar kein eigentliches Raubtier, er ist ein Allesfresser und bevorzugt Veganes. Der Umgang mit Raubtieren ist bereits jetzt gesetzlich geregelt, die gültigen Gesetze genügen. Ein geschütztes Raubtier darf erst geschossen werden, wenn es zu grossen Schaden anrichtet. Dies soll auch für den Bären gelten – tötet er mehr als 25 Nutztiere in einem Monat, ist er zum Abschuss frei – man kann Bären nicht anders behandeln als Wölfe. Ein vorsorglicher Abschuss wäre jedoch absurd, solange er uns nichts zu Leide getan hat.




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Die Frage würde ich gern umdrehen: hat es in den Alpen Platz fürs Grossraubtier Mensch. Bär Wolf und viele andere bedrohte Tiere lebten hier bevor das Land „Schweiz“ entstand?




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Christoff Marti

Meine Frage an einen Oberwalliser dieses Wochenende, wie er mit einem Bären umgehen würde, wenn sich der seinen schwarz-weissen Wallisergeissen nähern würde.

Die prompte Antwort: «Behaltet doch den sehr lieben Bären ja im Bernbiet, es ist ja schliesslich euer sehr verehrtes Kantonswappen-Tier. Hier im Wallis wäre sein Leben in Gefahr, auch im Sommer könnte ihn ein Schneepflug überfahren. Wenn er zu stören beginnt, fangt ihn ein und bindet ihn am Geländer des Rathauses in Bern fest. Dann wird sich die Regierung schon darum kümmern.»

Mein Vorschlag: Wir behalten diesen Bären, wie Luchs und Wolf auch, deshalb lieber im Berner Oberland!




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Jonas Anonymous

Ich nehme an, der Herr Welti war noch nie in Whistler. Dort ist es eine alltägliche Sache, einem Bären zu begegnen, auf dem Weg nach Hause, im Bikepark oder im Garten. Trotzdem regt sich kein Mensch auf, und trotzdem gehen die Leute joggen, biken oder wandern.




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Doris Stucki

Ein wunderbarer Eintrag Herr Leu, vielen Dank. Es freut mich zu hören, wenn Menschen das «Risiko» eingehen wollen und Grossraubtieren eine Chance geben wollen. Bei Wölfen (in Amerika bei Grossraubkatzen) ist erwiesen, wie diese Raubtiere durch die Jagd auch die Vegetation verändern und so wieder Tiere einen Lebensraum finden, der durch das Ungleichgewicht (das wir Menschen mitverursacht haben z.B. durch Überzahl von Rehen und Hirschen) zerstört wurde.

Dies ist bei Bären sicher nicht so gravierend aber es zeichnet doch ein Land aus, wenn solche Tiere zurückkommen. Wir müssen lernen nicht immer an erster Stelle zu stehen, die Welt gehört nicht uns Menschen sondern uns Lebewesen.




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Beat Jurt

Der Berner Bär auf freier Wildbahn, vermutlich ist er nicht YB Fan, sonst wär er ja auch auf den Bundesplatz spaziert inmitten von Städtern und Bergler. Spass bei Seite, aber Simon Wältis Beitrag ist viel zu einseitig. Grundsätzlich fehlt der heutigen Gesellschaft ein natürliches Naturverhältnis. Als 64 jähriger staune ich immer wieder wie gleichgültig wir mit unserem Planeten umgehen.

Der Bär, Wolf, Luchs sind nicht nur ein Problem, sondern ein Zeichen der Vielfältigkeit der Natur in unserem Land. Im Beitrag von Herr Leu lese ich viel wahres. Nehmen wir die Fachleute von Kora wie auch ein David Bitter nicht als verträumte Naturschützer wahr und hören wir mit dem Stadt und Land Gedusel auf.

Die Schweiz ist ein dichtbesiedeltes Land mit einigen grossen Parks. Vielleicht macht man dann einfach Zäune darum herum, damit man die sogenannten Grossraubtiere vom wirklichen Raubtier Mensch trennt!




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Yvonne Prieur

Simon Welti hat in seinem Leitartikel zum Bär gut argumentiert und seine Schlüsse gezogen. Dafür zolle ich ihm Respekt. Die grenzüberschreitende Einwanderung der Bären könnte wissenschaftlich begleitet werden, damit die daraus gewonnene Erkenntnis eine differenziertere Debatte in der Bevölkerung ermöglicht.
Übrigens: Viele Artikel der heutigen „Bund-Ausgabe“ sind sehr lesenswert. Danke.




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    Stefan Leu

    Schon der Titel von Weltis Artikel ist sensationalistisch und nicht am Platz – sprich gelb angehaucht.

    Die Population zu «überforschen» bringt nichts, ist Geldverschwendung und erzeugt nur ungewolltes Angewöhnen an den Menschen.

    Forschungsresultate aus allen Bärengebieten gibt’s genug, überlasst den Petz sich selber.

    Wird einer doch mal zum Problemtier (das wird man dan laut und deutlich von den Betroffenen vernehmen) muss man dann halt trotz allem zum Gewehr greifen, aber das ist im Moment bei keinem Schweizer Petz gegeben!




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Stefan Leu

1. Der Petz hat erstaunlicherweise genug Platz und Futter auch in den relativ dicht besiedelten Voralpengebieten der Schweiz, eigentlich vorhersehbar da er sich in gleichen Gegenden in Norditalien, Slowenien, Kroation und des Balkans problemlos zurechtfindet. Ein gutes Zeichen betreffend Lebensraum Schweiz, und interessant dass sich der scheue Allesfresser in der dichten Verkehrsinfrastruktur zurechtfindet.

2. Im Moment besteht nicht der geringste Grund den Schutz von Raubtieren zu lockern, Wenn im Buendnerland pro Jahr mehr als 6000 Hirsche von Menschen gejagt werden und maximal ein paar hundert vom Wolf, und die Hirschzahl weiter ansteigt, dann gibt es da noch viel Spielraum nach oben, Meister Petz selbst ist ein sehr ineffizientes Raubtier und gibt sich eher mit Aas, Engerlingen, Maden, Pilzen, Beeren und Gras zufrieden.

3. Der Petz arrangiert sich wunderbar mit uns, geht uns einfach aus dem Weg. Dass der gute Mann seinen Bienenstall mit einem Elektrozaun umgeben will ist recht klug, ebenso gewisser Schutz von Herden (eher gegen Wolf und Luchs), man sei sich aber bewusst dass Bienen 60 mal, Hunde 30 mal, und Rinder 20 mal mehr Menschen toeten als Brother Bear (USA Statistik), und alle Tieropfer zusammen mal genau 0,5% der Verkehrsopfer ausmachen.




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