Redaktion Der Bund
9. November 2018
28 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Anne Trau

Die Massnahmen fallen sicher sehr unterschiedlich aus, ob es wir vom Berner Jura, Adelboden oder der Stadt Bern sprechen. Die Zweisprachigkeit besteht. M.E. ist eine wichtige Massnahme sie mit einfachen und pragmatischen Massnahmen sichtbar zu machen. Einerseits so dass die Kinder, die Französisch in der Schule lernen, die Sprache im Alltag umsetzen können, andererseits so dass die französischsprachigen die sich im Kanton niederlassen einen einfacheren Einstieg haben.
Persönlich habe ich eine einfache Facebook Seite, die französisch sprachige den französischsprachigen Dienstleistungsanbieter der Stadt Bern näher bringt. Bzw. nicht werbend sondern ganz klar mit dem Gedanken, dass gewisse Dienstleistungen notwendig sind, um z.B. den Kindern zu ermöglichen deren Zweisprachigkeit auszuleben und zu normalisieren wie durch ein Guitar-Kurs auf Französisch; oder weil gewisse Themen einfacher sind in seiner Muttersprache auszudrucken.




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Regula Zawatzki

Ich bin ehemalige Französisch-und Englischlehrerin, verstehe ein wenig Italienisch und lerne jetzt Spanisch. Meine Erfahrung: Sprachen lernt man, wenn man motiviert ist, wenn ein emotionaler Zugang dazu geschaffen ist. Es muss uns gelingen, die Kinder so zu motivieren, dass sie die Sprache, egal welche, lernen wollen. Wege dazu gibt es viele, Schüleraustausch ist eine davon. Schule und Elternhaus haben noch ein grosses Entwicklungspotential in dieser Beziehung.




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Berit Schrickel

Als Bielerin schätze ich die Zweisprachigkeit, die zumindest in Bern stärker angewandt werden sollte. In Biel sind alle Zeitungen zweisprachig gedruckt, das erleichtert die tägliche Anwendung ungemein.




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Franz Zais

Als deutschsprechende Familie wohnen wir im Welschland. Unsere zweisprachigen Kinder müssen ätzende Anfängerniveau-Deutschstunden absitzen, es gibt keinen angepassten Unterricht. Sämtliche Klassenkameraden hassen deutsch, das Niveau ist erbärmlich und die Lehrmittel voller Fehler.Es gibt auch kein deutschsprachiges Gymi oder so. Damit will ich gesagt haben, es gibt wahrscheinlich bei der Jugend hüben wie drüben einfach kein Interesse, es gibt aber auch in der Bevölkerung eine Art Anti-(schweizer-)deutsch Mentalität. Das gute alte Welschlandjahr hatte sicherbeinen grossen Effekt, aber leider war das nur eine einseitige Institution. Schade, als Deutschschweizer wird einem von klein auf eingetrichtert, seine Sprache sei zweitklassig, keine richtige Sprache,die nicht zählt, und von der man sofort abweichen sollte, falls eib deutscher oder Welscher daherkommt, sie sei quasi unzumutbar und unlernbar. Französischsprechende haben es da leichter, sie dürfen stolz sein auf Ihre schöne Sprache. Was will ich damit eigentlich sagen? Ja, dass auf beiden Seiten noch viel fürs gegenseitige Verständnis getan werden kann, aber zweisprachige Strassenschilder helfen wohl eher weniger.




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Ray Anonymous

Ja, Französisch und (echt) Deutsch! Ich bin Ausländer und kann den Berner Dialekt überhaupt nicht verstehen.




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Peter Himmelberger

Ich bin aus Zürich, mit einer Französin verheiratet und lebte lange im Ausland und nun seit 3 Jahren in Bern. Ich unterstütze den Beitrag von Pit Forster. Die Einmaligkeit der Schweizer Sprachenvielfalt wird viel zu wenig genutzt. Mit dem Erlernen der 2. Landessprache sollte so früh wie möglich begonnen werden, Englisch erlernt man heute sowieso früher oder später. Für mich eine Schande, wenn sich ein Romand und ein Deutsch-Schweizer auf Englisch verständigen müssen. Im Ausland herrscht die Meinung, dass die Schweizer Sprachgenies seien und mindestens 3 Sprachen sprechen. Dem ist leider nicht so. Also die Initiative der Berner Behörden mit der Zweisprachigkeit kann nur begrüsst werden und sollte anderen Kantonen als Vorbild dienen, vor allem den Deutschweizer Kantonen, die Englisch als 1. Fremdsprache einführen wollen. Das ist inakzeptabel.




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Andrea Scheidegger

Französich begegnet mir vor allem bei der Arbeit – ich unterrichte Französisch 7.-9. Klasse. In diesem Zusammenhang finde ich erwähnenswert, dass der Kanton Bern mit dem neuen Lehrmittel keine gute Wahl getroffen hat. Die Details dazu zu erläutern würde wohl hier den Rahmen sprengen, was aber sicher auffällt ist, dass obwohl die Schüler/innen nun schon ab der 3. Klasse Französisch lernen, kaum Sprachkompetenz im Bereich Alltagssprache erreicht wird. Schade, zumal das Lehrmittel hohe Kosten verursacht hat und weiterhin verursachen wird, z.B. im IT-Bereich. Die Chance, durch ein neues Lehrmittel ein junges, breites Publikum für die französische Sprache zu begeistern ist – so denke ich – schlecht genutzt worden.




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Pit Forster

Statt Englisch würde man in den Schulen besser den Französischunterricht ausbauen. Die Schweiz ist mit ihrer Vielsprachigkeit weltweit ein Unikat. Damit sollte mindestens eine zweite Landessprache beherrscht werden können. Ich war auch nicht ein begeisterter Schüler, aber gottseidank habe ich mir genügend Französisch angeeignet, so dass ich vor einigen Jahren in Neuenburg in einer Druckerei arbeiten konnte. Ohne Französisch in Wort und Schrift hätte ich danach auch meine Lebensstelle nie erhalten. Es ist doch beglückend, Sprachen zu können und damit im eigenen Land oder auch im Ausland mit den dortigen Bewohnern in Kontakt zu treten. Es verlangt ja niemand das Beherrschen der Sprache zu 100%. Da muss man schon im Sprachgebiet aufgewachsen sein. Aber sich wenigstens ein bisschen ausdrücken zu können, ist sicher keine unmögliche Sache!




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Als ehemaliger Berner Franzlehrer gab es nur die Musik, die mit ihrer emotionalen Ebene den Schülern die Sprache näher bringen konnte. Nach dem Grosserfolg mit dem Mundart-Kinderlieder-Album ABC XENEGUGELI, übersetzte ein Team von Profis Lieder und Schreibapp ins Französische, Hochdeutsche und weitere Sprachen. Fazit:
ABC-Lieder und App werden kaum sprachübergreifend benutzt auf der Basisstufe. Und die bilingue singende ABC Dino-Band wird anderseits in der Romandie nicht gebucht. Der Kanton Bern lässt eine grosse Chance liegen, Kindern von klein auf spielerisch in andere Sprachräume zu begleiten.
Roland Zoss/App-Entwickler und Kinderliedermacher




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Englisch als Konversationssprache? Verhältnisse wie in Belgien? Ca va pas au chalet? Die Mehrsprachigkeit ist in der Schweizer DNA stark verankert. Ein kultureller Schatz, eine anspruchsvolle Sache, aber definitiv ein Alleinstellungsmerkmal für uns als Menschen wie auch als Land. Englisch muss man können, klar, aber das können alle anderen auch. Solange wir Schweizer zusammenbleiben wollen, müssen wir die Mehrsprachigkeit pflegen. Sonst können wir uns ja Deutschland, Frankreich und Italien anschliessen…




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Alexander Anonymous

Meine Muttersprache ist Französisch und ab dem 5 Lebensjahr lernte ich „Deutsch“ besuchte alle Schulen auf Deutsch. Für mich eine Bereicherung und ein Glück. Bei meiner Arbeit bin ich mit vielen Menschen verschiedenster Kulturen im Kontakt und erlebe (zu) oft das die Sprachkompetenzen bescheiden bis mangelhaft sind. Da frage ich mich warum oft ob es sich um gelebte des Interesse oder gar um Ignoranz handelt dem gegen über den nötigen (sprachlichen) Respekt zu zollen. Haben wir doch in unserm Kanton diese „zwei“ sprachigkeit die wir doch leben könnten.




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Bernhard Meili

Die Stossrichtung der Berner Regierung zur Förderung der Zweisprachigkeit scheint mir richtig und wichtig. Sie kann tatsächlich eine Chance für eine offene und tolerante Gesellschaft sein. Ich möchte hier aber auch das „Problem“ Dialekt einbeziehen:
Seit einigen Jahren unterrichte ich in Lausanne Deutsch an Erwachsene, die meist aus beruflichen Gründen ihr Deutsch verbessern müssen. Ohne Ausnahme sind alle enttäuscht darüber, dass sie in Bern (und anderswo) oft in Schweizerdeutsch angesprochen werden. Es ist sicher wünschenswert, dass möglichst viele Deutschschweizer Französisch verstehen und sprechen, aber viel einfacher wäre es doch, das Naheliegende zu tun und mit Anderssprachigen, die Deutsch sprechen, auch Deutsch zu sprechen. Das wäre eine nette Geste den Romands gegenüber. Romands wollen und sollten nicht einen Dialekt lernen, Deutsch ist schwierig genug! Politisch korrekt wäre auch, im Grossrat gleichwertig Deutsch und Französisch zu sprechen.




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Maria Malms

Diese wunderschöne Sprache sollte hier in Bern als zweite Sprache eingeführt werden, man hat schon so viel Zeit verloren




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Henri Carnal

Als Bernjurassier musste ich 8 Jahre lang Hochdeutsch büffeln. Schweizerdeutsch zu lernen kam für uns nicht in Frage, da es nicht nur eine, sondern hundert Varianten gibt. Ich ärgere mich also über den uneingeschränkten Gebrauch der Mundart, auch im Austausch mit Fremdsprachigen, Dies ist z.B. im Tessin strikt verpönt.

Eine Massnahme, um die Zweisprachigkeit des Kantons sichtbar (oder eher hörbar) zu machen, wäre der Verzicht auf den Dialekt im Grossen Rat. Wir würden uns dann nicht mehr als Zaungäste, sondern als gleichwertige Partner fühlen.




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christopher robert

Bin in Biel-Bienne geboren und aufgewachsen. Nicht die Sprache war die Herausforderung, sondern das Zulassen der anderen Mentalität («die Welschen»), die nicht besser oder schlechter waren, sondern anders. Später folgte die Erkenntnis, dass sich beide gut ergänzen, dass zum Beispiel «je t’aime» die romantischere Liebeserklärung ist als «i ha di gärn».

In Biel sind die Welschen in der Minderheit, trotzdem wird sehr auf sie geachtet, ganz selbstverständlich, ohne daraus eine grosse Sache zu machen. Solche Dinge vermisse ich etwas in Bern, sie würden auch gewisse Stammtisch-Lokalpolitik verändern.




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Peter Künzler
Jacqueline Gafner

Die Stossrichtung der Vorschläge der Expertenkommission stimmt jedenfalls, auch wenn ich ein Fragezeichen dahinter mache, dass Schüleraustausche über die Sprachgrenzen hinweg obligatorisch erklärt werden sollen. Für Lehrer/-innen, die Französisch respektive Deutsch unterrichten, ja, für Schüler/-innen, zumal der unteren Klassen, eher nein, da sich das Interesse und die Freude an der jeweils andern Sprache nicht top-down verordnen lässt.

Davon abgesehen sollte der Kanton Bern die Zweisprachigkeit künftig in der Tat gezielter fördern und pflegen, da liegt viel Potential brach, das er weit einfacher erschliessen kann als Kantone, die weit von der Sprachgrenze entfernt liegen, wo man im Alltag kaum Französich respektive Deutsch hört. Auch sollte man nicht vergessen, dass entsprechende Sprachkenntnisse nicht nur im innerschweizerischen und im Austausch mit Nachbarstaaten der Schweiz helfen, sondern auch in weiten Teilen von Afrika Französich gesprochen wird, zumindest als Zweitsprache.




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Franz Hofer

Im Tessin sollte ich italienisch sprechen können, in der Westschweiz französisch und International englisch. Ein bisschen viel, oder? Mein vorschlag deshalb: lernen wir doch überall als erste Sprache englisch. Ich bin überzeugt dass dann die Kommunikation unter uns Schweizern verbessert würde und zugleich wären wir auch International besser gerüstet .




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Simon Zimmermann

Im Alltag ist Französisch in Bern ausserhalb der Sesdionen kaum mehr präsent. Anders in Biel/Bienne. Der Kanton und der Bund sollten die Region Biel/Bienne mit Zuschüssen zur gelebte Zweisprachigkeit fördern. Da wo’s passiert ist Biel nicht Bern.




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Andreas Gasser

Bern muss als Brückenkanton die Zweispachigkeit dringend fördern und den Austausch mit den Romands ausbauen (z. B. Schüleraustausch, Lehrlingsaustausch, Bilingue gymnasien, Jobtausch.)




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Hugo Studer

Französisch ist in Bern präsent. Ich wünschte mir noch eine viel selbstverständlichere Durchmischung. Zweisprachige Zeitungen, Radioprogramme etc. Zweisprachigen Unterricht begrüsse ich sehr.




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Hans Müller

Die Französische Sprache hat für mich gar keinen Wert. Hatte 8 Jahre Franz und es ist praktisch nichts hängen geblieben. Seit es das Internet gibt, welches quasi Englisch als Standardsprache hat, ist Französisch inexistent. Im Militär habe ich in Payerne daher immer englisch geredet mit den Welschen und sie mit mir auch. Jaja ich weiss, untergang der Muttersprache und so. Hat aber wunderbar funktioniert.




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Ich kann diese Offensive für den Bilinguisme nur unterstützen. Die Zweisprachigkeit ist einerseits eine grosse Chance für den Kanton Bern. Andererseits üben wir so eine wichtige Brückenfunktion für die gesamte Schweiz aus. Dazu gilt es nicht nur Sorge zu tragen. Wir müssen uns viel mehr noch verbessern und die Zweispachigkeit zu unserer Stärke machen. Konkrete Massnahmen wie ein franz. Gymnasium oder der obligatorische Austausch kann ich deshalb nur begrüssen. Erst wer Sprachen beherrscht, kann den anderen verstehen und findet den Zugang zu der Welt.




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