Redaktion Der Bund
18. Februar 2019
76 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Peter Fischer

Nebst dem schulischen Stoff, welcher vermittelt wird, sozialisiert sich ein junger Mensch bereits auf dem Schulweg, in der Gruppe (Klasse), in der Pause oder in anderen Events wie Lager oder dem Sportunterricht. Das ist eben so wichtig wie das rein Gelernte ab der Tafel oder aus dem Buch. Man muss sich mit anderen auseinandersetzen! Alles andere KANN eine introvertierte, egoistische und verhaltensauffällige Zukunft bedeuten. Bei Schülern mit Defiziten kann Homeschooling sinnvoll sein. Wenn es aber aus der Optik übereifriger Eltern entschieden wurde, dann liegt es an den Eltern, welche an sich arbeiten sollten. Zumindest im Abgeben von Vertrauen an Lehrer, Bildungsorganisationen und auch ein gesundes Verhältnis an Ablösungsprozesse eigener Kinder.




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Michael Geissbühler

“Unterricht zu Hause fördert noch mehr die Abschottung von einer täglichen Realität. Die Folge davon: noch mehr Eigenbrödler.”

Grundsätzlich stimme ich dem zu – in kaum einer anderen Randgruppe gibt es mehr Ultrareligiöse, mehr Verschwörungstheoretiker, mehr super schrullige und ausschliesslich auf die eigene Sippe bezogene Zeitgenossen, mehr Sozialfälle als bei den Homeschoolern – ich habe Erfahrung mit sog. Freilernern und Unschoolern in drei verschiedenen europäsichen Ländern – gleichzeitig aber leistet ein Grossteil der Unschooler/Homeschooler wirklich bemerkenswerte, tolle Arbeit! UND: In Zukunft wird es mehr eigenARTIGE, kreative Menschen brauchen – die Tätigkeiten der angepassten Mittelma(s)se werden nämlich automatisiert werden. Sogesehen plädiere ich fürs Unschooling gekoppelt mit dem Homeschooling – ich habe nämlich auch schon mal ein Haar in der Suppe gefunden und esse dennoch Suppe.




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Conny Goetschi

Ich finde Homeschooling eine super Sache!
Wir möchten unsere Kinder auch selber unterrichten.
In der heutigen Zeit wo Leistungsdruck, Mobbing, Stress, Burnout und früher auftretende Krankheiten leider an der Tagesordnung sind, ist es an der Zeit, dass wir etwas dagegen unternehmen!
Bildung und Aufklärung sind sehr wichtig aber dies sollte individuell auf jedes Kind angepasst werden. Nicht Alle können Alles gleich gut.
Mein Partner und ich haben den Vorteil, dass wir über ein breites Wissen verfügen und für alles Andere würden wir von Familie und Freunden Informationen erhalten.
Und dazu kommt, dass man wieder viel mehr Zeit mit dem Kind verbringen kann, was für die Entwicklung und für den familiären Zusammenhalt notwendig ist.
Und man kann enorm Kosten sparen!

LG Conny




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Andrea Mordasini

Homeschooling kann kurz- bis mittelfristig für Kinder, die in der Schule unter- oder überfordert sind, eine gute, ideale Zwischen- bzw. Übergangslösung sein. Für uns jedoch käme dieses System nicht in Frage, da hätten alle ziemlich bald einen Overkill… Den Kindern gefällts in der Schule, wo gut gefördert und gefordert werden und w sie viele Freunde haben, sehr gut. Die damit verbundenen Erfahrungen und Erlebnisse wollen wir ihnen nicht vorenthalten. Als Mutter brauche ich zudem gewisse Oasen und Freiheiten. Darum tun mir die freien Vormittage, wo ich nicht erwerbstätig bin, gut ;).

Dort wo beide Elternteile wie bei uns erwerbstätig sind, geht Freilernen nicht. Andere Bezugs-, Betreuungs- und Kontaktpersonen als nur die Familie ist für Kinder bereicherndeine zusätzliche Bereicherung. Es tut ihnen gut, sich in andere Strukturen und Gruppen integrieren, anpassen, behaupten, streiten, versöhnen, teilen und auch mal zurückstehen müssen. Eine Klasse mit 20 Kindern mit vielen Meinungen, Anliegen und Bedürfnissen ist ganz klar herausfordernd und nicht vergleichbar mit dem Mikrokosmos Familie als „geschützte Werkstatt“, kann aber dennoch und trotzdem eine tolle Chance sein.

Kinder müssen gute und schlechte Erfahrungen machen, ohne Eltern, die dauernd dabei sind. Die Gefahr beim Home- und/oder Unschooling ist, dass diese Kinder später im wahren Leben, wo das Lernen nach dem Lustundlaune-Prinzip nicht mehr möglich ist, Probleme mit der Umstellung haben. Wei sollen sie später, zb in einer weiterführenden Schule oder Berufslehre, Druck und Stress aushalten und ertragen, wenn sie es „auswärts“ nicht wirklich gelernt haben?

Loslassen ist wichtig, für Kinder wie Eltern. Loslösen beginnt aber nicht erst mit dem Eintritt in den KIGA, sondern schon viel früher nach der Geburt mit dem Durchtrennen der Nabelschnur und ist ein steter, fortlaufender Prozess. Doch häufig habe ich eher das Gefühl, dass nicht die Kinder Mühe und Probleme mit Abnabeln haben, sondern viel mehr ihre ängstlichen, überbehütenden und überbeschützenden Helikoptereltern, die ihre unselbständigen, unsicheren und verhätschelten Kinder am liebsten bis ins Erwachsenenalter überwachen, kontrollieren und begleiten möchten…




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Erwin Schnyder

Ich habe viel Verständnis dafür. Und zwar darum, weil sich aus meiner Sicht die Volksschule zu einer Schule für alle entwickeln sollte: Weg vom Einheitsbrei von Kompetenzen hin zu einer Schule, wo ERZ, Schulleitende, Lehrpersonen und Eltern nicht vor, sondern hinter den Kindern stehen und sie achtsam auf ihrem individuellen Weg ins Leben begleiten – fordernd und fördernd!




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Daniel Weibel

Dank den Eltern, welche den mutigen Schritt zum „Homeschooling“ wagen, können wir in der Volksschule sehen, wo wir Entwicklungspotenzial hätten.
Unsere Volksschule ist ein einziger Kompromiss. Gesteuert durch die unzähligen Auflagen der Gesellschaft und der Politik verglichen mit den bescheidenen Ressourcen, welche die selben dafür zu Verfügung stellen, können wir nicht mehr als unzulänglich bleiben.
Als Schulleiter versuche ich täglich den Spagat zu machen zwischen dem, was es bräuchte (Die besten Lehrpersonen, genügend Mittel und Infrastruktur) und dem was wir haben …
Respekt den mutigen Eltern!




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Daniel Osterwalder

Der letzte Satz ist eigenwillig, entsteht Lernen doch aus einer Störung heraus, als dann, wenn uns Hindernisse im Weg stehen und wir etwas wagen und tun müssen, über diese Hindernisse rüber zu kommen. Leben einseitig als Ort der Freude zu definieren, als Glückshort, scheint mir etwas naiv zu sein, gar etwas selbstherrlich. Trotz sehr viel Mühe mit der öffentlichen Schule bin ich froh darüber, dass meine Söhne selber gelernt haben, Hindernisse zu bewältigen und Freude aus eigenem Tun zu schöpfen und nicht aus einem Akt der Selbstüberschätzung meinerseits.
Daniel Kahneman hat in seinem wunderbaren Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ sehr treffend über unsere Biases und Denkfehler geschrieben, auch über Selbstüberschätzung. Dass meine Kinder in der öffentlichen Schule sich der Vielfalt des Lernens stellten, schützte sie vor meiner Selbstüberschätzung. Und ja: Vielfalt des Lernens umfasst auch so eigenartige Dinge wie Langeweile, Missmut etc., auch wenn meine Jungs von teilweise recht unprofessionellen LehrerInnen unterrichtet wurden.## “Ich bin selber Lehrerin und habe die Schule als Gemeinschaftsort geliebt. Als ich Mutter wurde merkte ich jedoch, dass mein Kind von Tag zu Tag seine Lebensfreude verliert, morgens weigerte er sich zu gehen, abends kam er, nach viel zu vielen Stunden für ihn, aggressiv nach Hause. Nach einer dreijährigen Leidenszeit, wagten wir den Schritt ins Homeschooling und sind nun seit 6 Jahren so unterwegs. Es ist für uns nach wie vor ein Segen, die Kinder blühen auf, sind täglich voller Begeistrung und Ideen. Es ist eine wahre Freude Sie in Ihrem Lernen zu begleiten. Die Wissenschaft weiss schon lange, dass nichts das Lernen und die Neugierde so sehr stoppt wie Druck, Angst und Bewertungen. Ich wünsche mir für alle Kinder, dass sie die Freude am Lernen in ihrer Schul- und Kindheitszeit erhalten können. Für das braucht es den Rahmen von uns Erwachsenen. Es ist an uns Erwachsenen für die Bedürfnisse der Kinder einzustehen. Wenn wir eine Gesellschaft wollen, in welcher die Menschen Freude am Leben haben werden wir nicht darum herum kommen alles aus dem Weg zu schaffen was der Lernfreude der Kinder blockiert.”




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Cornelia Specker

Die Schule ermöglicht es dem Kind, sich von der Familie langsam zu lösen und das Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Ich hatte eine glückliche Kindheit und Jugend in einem Elternhaus, das mir uneingeschränkt Liebe, Geborgenheit und Loyalität schenkte, was mir den Bodwn unter meinen Füssen gab. Dafür bin ich sehr dankbar. Und doch war für mich der Schulbeginn das Öffnen eines grossen Tores zum spannenden, bunten Leben. Ich lernte andere Meinungen kennen. Ich entdeckte kleine Freiheiten, die mir sehr wichtig waren. Dieses Gefühl fing in der 1. Klasse an und entwickelte sich stetig weiter. Deshalb bin ich eine entschiedene Gegnerin von Homescooling, sogar wenn die Schule nicht in allen Punkten optimal ist. Sie ist immer besser als das egoistische „Einsperren“ der Kinder zuhause.




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Michael Geissbühler
“An sieben verschiedenen Orten in der Schweiz bin ich zur Schule gegangen. Ich lernte so sehr viele Schüler und Lehrer kennen. Diese ständige Anpasserei an neue Umgebungen und Menschen war zwar kein Zuckerschlecken. Aber als Erwachsener profitiere ich heute von diesem vielfältigen Umgang, der die Toleranz gegenüber anderen und die Menschenkenntnis förderte. Nie im Leben, möchte ich eine Schulung zu Hause!”

Ihre Toleranz anderen gegenüber – weshalb erstreckt sich die nicht auch auf Homeschooler und Freilernerinnen?




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Erwin Tschanz

Schoolschooling und Homeschooling – beides hat seine Stärken. Tägliches Erleben in einer Klasse, mit wechselnden Stimmungen, mit Enttäuschungen wie mit highligh..eh mit Höhepunkten.
Gut angeleitet, sind Lernpartnerschaften möglich.
Daheim, mit Musse und Zeit, lässt Vieles sich erarbeiten, entdecken. Ich behaupte mal: Viele von uns haben auch trotz Lehrern und Lehrerinnen oder Homeschooldaddiemums etwas gelernt.
Zum Sagen ists halt wunderbar: Homeschooling.
Da ist „Unterrichten“ grad armselig dagegen.




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Fred G.

An sieben verschiedenen Orten in der Schweiz bin ich zur Schule gegangen. Ich lernte so sehr viele Schüler und Lehrer kennen. Diese ständige Anpasserei an neue Umgebungen und Menschen war zwar kein Zuckerschlecken. Aber als Erwachsener profitiere ich heute von diesem vielfältigen Umgang, der die Toleranz gegenüber anderen und die Menschenkenntnis förderte. Nie im Leben, möchte ich eine Schulung zu Hause!




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Heinz Gasser

Unterricht zu Hause fördert noch mehr die Abschottung von einer täglichen Realität. Die Folge davon: noch mehr Eigenbrödler.




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Gabriele Ernst

Ich habe jetzt 10 Jahre in Kanada gelebt bin jetzt im Moment leider gezwungen eine Zeit lang in die Schweiz zu kommen, meine Kinder gingen in die “ Homeschool“. Wir konnten selber entscheiden, was sie lernen wollten, das heisst Geschichte, Social Studies, Health, Math, jedes einzelne Fach wurde von Uns selber zusammen gestellt, es gibt so viele Ressourcen aus denen man lernen kann.

Ich habe einfach festgestellt dass meine 2 Mädchen komplett anders lernen, wie kann es dann sein, dass man in einem Schulzimmer 25 Kinder hat und diese alle denselben Schulstoff erlernen sollten, meine Kids sind weit voraus mit Ihrem Wissen wenn ich Sie vergleiche mit der Schweiz dazu kommt, dass Sie auch nie unter demselben Druck stehen, ich könnte noch Stunden lang schreiben über die Vorzüge der Homeschool, aber es braucht halt sehr viel Engagement und Zeit seitens der Eltern und das wollen viele halt einfach nicht mehr.




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Guido Stirnimann

Wie können wir klar genug werden für ein Paradigma des Lebens? Wie auch immer unsere Kinder geboren werden, aufwachsen, sich entfalten und sich bilden – egal welche Schule sie besuchen oder eben nicht besuchen, wichtig ist doch, dass sie sich gesund entwickeln können und dass sie lernen können, wie man oder frau sich gesund, glücklich und selbstbewusst durchs Leben bewegt. Und wie wir im Vertrauen sein können mit uns selber, mit dem Lebendigen und mit dem Fluss der sich verändernden Welt. Und wie es auch im Volksschulgesetz so klar steht: „Sie fördert das physische, psychische und soziale Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler und schützt ihre seelisch-geistige und körperliche Integrität. Sie sorgt für ein Klima von Achtung und Vertrauen.“ Gut, wenn wir das auch wirklich ernst nehmen und umsetzen, egal ob an Staatsschulen, an privaten Schulen, Sonderschulen oder im Homeschooling.




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Martin Geissbühler

Das moderne Leben ist geprägt von Entfremdung. So haben die meisten Menschen heute keine Ahnung mehr, wo ihre Lebensmittel herkommen, wer ihre Kleider gefertigt hat und welchen Substanzen sie sich zwecks Hygiene und Körperpflege tagtäglich aussetzen. Wir sind es gewohnt, arbeiten zu gehen, um einen Lohn zu beziehen, von dem wir andere dafür bezahlen, Dinge zu tun, die wir eigentich selbst tun könnten, würden wir nicht den ganzen Tag für einen Lohn arbeiten. So scheint es mir nur naheliegend, dass Eltern hier STOP sagen und zumindest wieder die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen wollen.




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STELLA STEJSKAL-BLUM
“Unsere Tochter wurde in der Volksschule gemobbt. Es gab immer und gibt auch heute Kinder, die sich die Schwäche anderer zunutze machen, um sich selber aus der Masse hervorzuheben. Unsere Tochter andererseits war das ideale Opfer: sensibel und empathisch. Die Zeit war schwer – für uns Eltern und vor allem für die Tochter. Wir konnten ihr in dieser misslichen Lage nur beschränkt helfen. Über die Jahre wurde sie stärker, wehrte sich erfolgreich und war am Ende beliebter als ihre Peiniger. Was ich sagen will: Auch nach der obligatorischen Schulzeit lauern gesellschaftliche Gefahren. Gemobbt wird auch am Arbeitsplatz. Wenn wir unseren Kindern nicht die Möglichkeit bieten, sich früh ausserhalb des Elternhauses zu beweisen, tun wir ihnen dann damit in jedem Fall einen Dienst? Mit Homeschooling weichen wir den Mängeln der heutigen Volksschule aus, anstelle mitzuhelfen, diese zu beheben.”

Wenn Sie wissen, dass eine Hungersnot bevor steht – würden Sie Ihr Kind gut nähren, auf dass es die darbe Zeit übersteht oder würden Sie es auf Diät setzen, damit es sich schon mal ans Fasten gewöhnt?
—-
Eltern, die sich für Home-Schooling entscheiden, engagieren sich in aller Regel mehr für einen Wandel im Bildungssystem, als Eltern die ihre Kinder in die Schule schicken, damit sie selber Ruhe haben und weil man das eben so macht. Einzig die Tatsache, dass es Menschen gibt die sich hier aus dem System rausnehmen sorgt für Diskussion und zwingt zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik, die sonst nicht stattfinden würde.
Eine engagierte Gruppe homeschoolender Eltern hat das edu-camp.ch ins Leben gerufen.
Hier geht es u.a. konkret darum Innovation im Bildungssystem anzuregen, ein Bildungs-Netzwerk zu generieren, in einem freundschaftlichen Wettbewerb die besten Bildungs-Ideen zu finden und neue Lösungen zu entwickeln. Am Ende würde eine Best-of-Liste der Lösungen erstellt. Jeder dürfte sie verwenden, miteinander kombinieren und weiterentwickeln. Die Innovationsfähigkeit des Bildungs-Systems würde so entfesselt. Und wir könnten alle dazu beitragen – jedenfalls, wer will.




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Anna Bloster

Unsere Tochter wurde in der Volksschule gemobbt. Es gab immer und gibt auch heute Kinder, die sich die Schwäche anderer zunutze machen, um sich selber aus der Masse hervorzuheben. Unsere Tochter andererseits war das ideale Opfer: sensibel und empathisch. Die Zeit war schwer – für uns Eltern und vor allem für die Tochter. Wir konnten ihr in dieser misslichen Lage nur beschränkt helfen. Über die Jahre wurde sie stärker, wehrte sich erfolgreich und war am Ende beliebter als ihre Peiniger. Was ich sagen will: Auch nach der obligatorischen Schulzeit lauern gesellschaftliche Gefahren. Gemobbt wird auch am Arbeitsplatz. Wenn wir unseren Kindern nicht die Möglichkeit bieten, sich früh ausserhalb des Elternhauses zu beweisen, tun wir ihnen dann damit in jedem Fall einen Dienst? Mit Homeschooling weichen wir den Mängeln der heutigen Volksschule aus, anstelle mitzuhelfen, diese zu beheben.




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Guido Stirnimann

Tja, leider haben immer noch ganz viele Menschen keine Ahnung von Homeschooling, informellem Lernen, weniger zwanghaften Formen und davon, wie Lernen und Schule auch noch sein kann, anders als die letzten Jahrzehnte und viel kind- und menschgerechter, als bisher praktiziert. An Vorstellungen, Vorurteilen und vorgefassten Meinungen wird festgehalten, ohne, dass sie tiefer angeschaut werden. Ich befasse mich nun seit zwanzig Jahren mit dem Thema der gesunden Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, neuen Lernformen, bei denen das Wohl und Integrität im Vordergrund steht. Und wenn ich ehrlich bin, ich lerne jede Woche, jeden Monat dazu und erlaube dem Leben, dem Lernen, den Kindern und meinem Bewusstsein, dass sich der Horizont erweitern darf.
Kinder zum Lernen zu zwingen, zum Stillsitzen, zum Befassen mit Stoff, der sie nicht interessiert und sie immer wieder davon abhalten, ihren natürlichen Impulse zu spüren und dem zu Folgen , was sie begeistert, kann nicht erfolgreich sein, gesund oder glücklich. Es gibt Gesetzmässigkeiten, wenn wir diese wieder leben, können wir eher den Kindern
Vertrauen schenken und müssen sie nicht mehr bestrafen. Der Mensch ist ein wunderbares Lernewesen, der sein Leben lang lernen und verlernen kann und dies gilt auch für Erwachsene, die meinen sie wüssten, wie es geht, was richtig ist oder falsch und ob die Erde eine Scheibe ist, ob sie rund ist, oval oder eher wie ein Kartoffel.




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Rosmarie Reber

Arme Kinder, eingeengt in der Familie, lasst es bitte nicht dazu kommen! Und wollt ihr wirklich dass Eure Kinder um so viele unersetzbaren Momente in der Schule, positive wie negative, die sie formen ? Die Gesellschaft wird sozial gesunde Menschen immer mehr gebrauchen in der zunehmenden Dummheit alles auf den Intellekt zu setzen und einseitig zu erziehen. Liebe Eltern, wenn Sie ihr Kind zu Hause lernen lassen, ueberschaetzen Sie sich gewaltig!




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    Evelin Anonymous

    Ich überlege mal: Möchte ich, dass mein Kind „aus Spass“ auf die Strasse geschubst wird? Nein. Möchte ich, dass mein Kind in der Schule lernt, andere zu mobben? Nein. Möchte ich, dass mein Kind nur mit GLeichaltrigen in einer künstlichen Umgebung hockt, statt zu einem sozialen Menschen zu werden bzw anders, ein sozialer Mensch zu bleiben? Nein. Ist mein Kind daheim eingeengt? Nein. Wäre es in einem Raum mit 25-30 Kindern eingeengt? Ja. Hätte mein Kind genug Zeit, draussen mit seinen Freunden zu spielen, wenn er in der Schule wäre? Nein. Sehe ich mein Kind genug? Ja, am Morgen, aber ab mittags sind die Kids draussen und spielen, sind im Dorf unterwegs, im Wald, usw,..




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      Peter Fischer

      Genau. Es wird weder gemobbt noch mobbt es. Es wird weder geschubst noch schubst es. Es ist weder eingeengt noch engt es sich selber ein. Das Kind. Man entzieht sich einfach der Gemeinschaft und blendet diese aus. Genau so verhalten sich Menschen heute. Als ob man alleine auf dem Planeten wäre. Es tut nichts, das Kind und wird als Erwachsener oder Erwachsene zu einem Menschen, der/die vor sehr vielem bewahrt war und absolut keinen Plan vom Leben hat. Wenn Sie denken, nur Sie als Mutter können sozial sein, da würden Sie falsch liegen. Einzelpersonen können kein soziales Umfeld darstellen, wie es das richtige Leben tut!




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Alexandra Anonymous

Ich bin selber Lehrerin und habe die Schule als Gemeinschaftsort geliebt. Als ich Mutter wurde merkte ich jedoch, dass mein Kind von Tag zu Tag seine Lebensfreude verliert, morgens weigerte er sich zu gehen, abends kam er, nach viel zu vielen Stunden für ihn, aggressiv nach Hause. Nach einer dreijährigen Leidenszeit, wagten wir den Schritt ins Homeschooling und sind nun seit 6 Jahren so unterwegs. Es ist für uns nach wie vor ein Segen, die Kinder blühen auf, sind täglich voller Begeistrung und Ideen. Es ist eine wahre Freude Sie in Ihrem Lernen zu begleiten.

Die Wissenschaft weiss schon lange, dass nichts das Lernen und die Neugierde so sehr stoppt wie Druck, Angst und Bewertungen. Ich wünsche mir für alle Kinder, dass sie die Freude am Lernen in ihrer Schul- und Kindheitszeit erhalten können. Für das braucht es den Rahmen von uns Erwachsenen. Es ist an uns Erwachsenen für die Bedürfnisse der Kinder einzustehen. Wenn wir eine Gesellschaft wollen, in welcher die Menschen Freude am Leben haben werden wir nicht darum herum kommen alles aus dem Weg zu schaffen was der Lernfreude der Kinder blockiert.




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Franco Sonntag

Homeschooling halte ich für brandgefährlich. Einen Mindestsatz von 50 Prozent sollen Kinder meiner Meinung nach eine öffentliche Schule besuchen müssen. Heimgeschulte Kinder haben keine Möglichkeit, ihre von Eltern erlernten Inhalte zu hinterfragen. Die Kontrolle über extremistische oder fundamentale Inhalte können sie nicht geniessen und ich frage mich, wieviele von ihnen hauptsächlich aus manipulierenden Bestreben der Eltern zu Hause unterrichtet werden.




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    Krypta Besen

    Und die Welt ist schwarz und weiss? Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, lernen nicht nur in den eigenen vier Wänden. Sie lernen draussen, in Vereinen, im Freundeskreis, im Alltag, drinnen, gemeinsam mit anderen. Fundamentalistische Eltern sind auch in der Schule zu finden und zwar religiös und nicht religiös.
    Ein kleines Beispiel: Zeugen Jehovas. Vielleicht haben Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, eine viel grössere Chance, alles zu hinterfragen, als Kinder, die in einem System einfach funktionieren müssen und angepasst werden?
    Kennen Sie Kinder, die zu Hause unterrichtet werden? Kennen Sie Beweggründe warum Eltern nicht systemtreu sind? Die Schule ist eine Institution, die irgendwie überhaupt nicht hinterfragt wird. Warum ist das so? Ein kleines Beispiel: Vor 50 Jahren ging man Sonntags in die Kirche, heute sind die Kirchen leer. Hier hat ein Systemwandel stattgefunden und das Leben hat sich angepasst. Die Welt dreht sich und sie ist bunt.




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Martin Geissbühler Anonymous

Ich schätze die Freiheit, die mit dem Home-Schooling in Bern möglich ist. Klar gibt es hier auch Gefahren – die gibt es bei Schulpflicht aber gleichwohl. Die Ideologie der Schulpflicht kennt keine logischen grenzen. Dr. Hutschnecker, der Psychiater, der Mr. Nixon behandelte, ehe dieser Präsidentschaftskandidat wurde, empfahl dem Präsidenten, dass alle Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren ärztlich untersucht werden sollten, um diejenigen mit destruktiven Anlagen ausfindig zu machen; diese sollten dann zwangsweise behandelt und nötigenfalls in besonderen Anstalten erzogen werden.

Das Schulmonopols ist ein System, das Kraft Gesetzen Vorurteil mit Diskriminierung verbindet.




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STELLA STEJSKAL-BLUM

Spannend, wie diese Thematik die Gemüter erhitzt. Wollen Sie live weiter diskutieren? Am 29.März ab 18:00 findet im Berner Raiffeisenfroum das erste Mitmach-Panel zum Thema „Bildung im Wandel“ statt. * Warum gibt es Kinder, die die Schule verweigern – oder daran zerbrechen?*
* 72 % der Lehrkräfte heute empfinden ihre Arbeit als innovationsfeindlich, ein Drittel aller Lehrpersonen sind burnoutgefährdet. Woran liegt das?* (Quelle: Future Skills, Interview mit Andreas Schleicher, OECD)
*Passen Lust und Leistung zusammen?*
*Was kann eine Freie Bildungswahl bewirken?*

Diesen und anderen Fragen werden wir am 29.März nachgehen. Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Webseite der elternlobby.




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Röbi Bill

Ich kann leider nicht mitdiskutieren, habe keine Kinder. Kann mir mal bitte kurz jemand erklären, wie dieses homeschooling funktioniert? Stelle mir vor, dass man dafür massig Asche und Zeit haben muss. Woher nehmen die Eltern das Geld, wenn sie den ganzen Tag zuhause die Kids unterrichten? Ferner müssen diese Eltern alle Universalgelehrte sein und/oder über einen immensen Intellekt verfügen. Zumindest auf der gymnasial Stufe haben die Lehrer alle einen Master in ihrem Unterrichtsfach. Verstehe einfach nicht wie das gehen soll.




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    Evelin Anonymous

    Massig Zeit? NIcht mehr als teilweise für Hausaufgabenhilfe aufgewendet wird oder um das Kind wieder aufzubauen. Massig Asche? Nein, wir leben genügsam, müssen nicht alles kaufen, gehen nie in den Urlaub, denn das ist nun nicht mehr notwendig. Ich arbeite sowieso. Habe trotzdem mehr Zeit mit meinem Kind als zu früheren Schulzeiten.

    Das Kind hat viel mehr Spielzeit als andere Kinder, kann alles ausprobieren ohne auf den schulischen Zeitplan zu schauen (verschiedene Instrumente, Sportarten etc, es ist möglich 4x die Woche in den Sport zu gehen ohne „zu viel“ zu machen). Kind lernt in kürzerer Zeit viel mehr, mit Spass (meist), darf nach seiner Reife lernen etc.

    Ich bin weder Universalgelehrte noch habe ich einen immensen Intellekt :-), ich bin aber in der Lage zu unterrichten, ich verlagere Instrumentalunterricht nach aussen (wie Schulen auch), Sport könnte ich zwar unterrichten, aber da mein Kind ab 12:00 eh unter Freunden ist, geht er in die Vereine. Um zu verstehen, muss man es eben erlebt haben.

    Die Bildungsabschlüsse der Homeschooler sprechen ja für sich. Und Zitat: „Wir wissen, dass Homeschooler schneller lernen, individueller Unterricht ist eher möglich, sie können alle Bildungsabschlüsse wie die anderen Schüler machen, uns ist wichtig, dass Sie auf das Soziale schauen, aber da haben wir keine Sorge.“ (Dorf, das Kind ist überall dabei.)




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Monika Fiechter Stalder

Unsere drei Kinder waren nicht Homeschooler, sondern Freilerner. Wir Eltern mussten also nicht Lehrer, sondern Begleiter sein. Wir hatten zum Glück menschliche Inspektoren mit Augenmass, welche Bildung erkennen konnten, auch wenn sie nicht der Bildungsauffassung der Schule entsprach. Unser Kinder sind heute erwachsen, haben studiert und sind äusserst sozial. Wie bedenklich ist doch die herrschende Meinung, dass Sozialkompetenzen nur in einer Institution erlernt werden können.
Ich berate seit längerer Zeit Familien, welche sich mit dem Gedanken tragen, ihr Kind aus der Schule zu nehmen. Die meisten dieser Familien sind in einer Not. Ihr Kind ist nicht schulkompatibel und wirkliche Hilfe erfahren sie nicht. Diese Eltern sind verantwortungsvolle Menschen, die ihre Kinder davor bewahren, Schulversager zu werden. Sie kümmern sich sehr bewusst darum, ihren Kindern viele unterschiedliche Kontakte mit verschiedenen Menschen zukommen zu lassen.




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Andreas Anonym

Ich finde, wenn jemand Homeschooling für sein Kind als richtig erachtet, soll er / sie es selber unterrichten. Bei der Einschulung des ersten Kindes waren wir auch skeptisch, auch aufgrund Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit. Wir haben verschiedene Alternativen abgewägt einschliesslich Privatschule und Homeschooling. Zuletzt haben wir uns entschlossen, die Kinder in die öffentliche Schule zu geben, solange es ihnen dort gut geht.

Rückblickend sind meine Erfahrungen insgesamt gut und ich bin froh, dass wir sie nicht selber unterrichtet haben. Meine Kinder sind eben erst aus der obligatorischen Schulzeit entlassen worden oder sind kurz davor. Sie sind meist gerne zur Schule gegangen. Neben der Schule treiben sie freiwillig intensiv Sport in Vereinen und verbringen Zeit mit Freunden. Sie finden nicht, dass sie zu wenig Freiraum haben.

Vielleicht hatten sie Glück, dass sie Lehrpersonen hatten, die schon vor dem Lehrplan 21 fanden, dass Aufgaben und Prüfungsvorbereitungen während der Schulzeit erledigt werden sollen. Sie hatten immer genügend Zeit dafür, wurden bei Fragen und Problemen betreut und ich sah sie selten zu Hause etwas für die Schule machen. Trotzdem hatten sie gute Noten. Das Konzept „keine Hausaufgaben“ war für uns Eltern zu Beginn ein wenig schwierig, man bekommt nicht mit, was die Kinder in der Schule lernen. Zu Beginn haben wir unsere Kinder damit genervt und täglich nachgefragt, mit der Zeit hatten wir gelernt, Vertrauen zu haben.

Mit einer Ausnahme empfand ich die Lehrpersonen immer als sehr kompetent und engagiert. Kinder, die Probleme hatten, dem Unterricht zu folgen, wurden abgeholt, bzw. wurden durch Spezialisten gefördert. Fremdsprachige Kinder wurden durchwegs gut integriert. Die eine Ausnahme war eine Lehrperson, die mit dem Bewegungsdrang von Jungs in einem bestimmten Alter nicht umgehen konnte und sie darum benachteiligte. Wir haben das Problem so gelöst, dass wir unseren Jungen während dieser Zeit vermehrt unterstützten.

Ich bin selber erstaunt, welche gute Entwicklung die öffentliche Schule in den letzten 40 Jahren gemacht hat.




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Kolibri Anonymous

Home – Schooling
„Schule“ als Ort des Lernens und Lebens in Gemeinschaft als Vorbereitung für das Leben
„Home“ als Ort des Lernens und Lebens in Gemeinschaft als Vorbereitung für das Leben

Darüber könnte man sich wirklich streiten, was besser und was schlechter ist, wer recht hat und wer nicht recht hat. Persönliche Erfahrungen und Meinungen gibt es so viele, wie Menschen.

UM WAS ES UNS ALLEN GEHT BEIM THEMA? – Um das Wohl der Kinder?
Menschen im Umfeld Schule /Homeschooling suchen heute nach neuen Lösungen, damit sich Kinder in ihren Potentialen entfalten können und sich in der sich wandelnden Gesellschaft wohl fühlen und zurechtfinden können, damit sie darin ihren Beitrag einbringen können, der unserer gesamten Menschheit und der Zukunft unserer Erde dient. Sie suchen nach Lösungen, wie wir Erwachsenen / Gemeinschaften sie optimal auf ihrem Weg unterstützen und begleiten können.

Die Frage, die sich uns heute stellt: WIE kann uns dies gelingen?

DEFINITION SCHULE
1) Wikipedia: Schule lateinisch: schola ‚freie Zeit‘
2) Herkunftswörterbuch: aus griech. schole : „Muße, freie Zeit, Arbeitsruhe“, übertr. „Beschäftigung während der Muße, Erzeugnisse der Mußestunden, Vorträge, Vorlesungen, gelehrte Gespräche“

🙂




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STELLA STEJSKAL

Vor etwa einem Jahr machte sich bei unserer damals 10-Jährigen massive Schulangst bemerkbar. Wir fragten uns damals nicht, ob Homeschooling gut oder schlecht sei, sondern wie wir Druck von dem Kind wegnehmen können, es schützen und stärken anstatt zu pathologisieren und therapieren. Ich bin selbst Lehrerin und glaube, dass die öffentliche Schule eine Errungenschaft ist – dennoch lautete unsere Antwort Homeschooling. Ich sehe beide Seiten – die Vor- und die Nachteile, die Chancen und Risiken sowohl der öffentlichen Schule, wie auch des Homeschoolings und ich bin fest überzeugt davon, dass viel weniger Menschen in der Schweiz den Homeschooling Weg gehen würden, wenn das öffentliche Schulsystem mehr Wahlmöglichkeiten böte.

Interessant finde ich, dass Homeschooling in Bern deshalb erlaubt ist, damit Lehrpersonen Kinder mit denen sie nicht können, in die Auszeit schicken dürfen. Das ist legitim. Welche Möglichkeiten aber bleibt Kindern, die mit der Lehrperson nicht können, wenn ihre Eltern sich keine Privatschule und kein Homeschooling leisten können oder wollen?
Mussten Sie schon einmal unter großem Druck mit jemandem zusammenarbeiten, den sie nicht leiden konnten und dem es mit ihnen ähnlich erging?
Würden Sie wieder und wieder in eine soziale Gruppe gehen, in der sie sich mit den anderen nicht gut verstanden haben?

Ähnlich wie Erwachsene, brauchen auch Kinder, die in einem sozialen Umfeld Misserfolg erleben, ein anderes Umfeld oder vielleicht auch einfach Zeit und Halt.
Stellen sie sich vor, Sie hätten aufgrund ihrer Postleitzahl einfach eine Arbeitgeberin zur Verfügung und zwar für die nächsten zehn Jahre.
Sie könnten Glück haben, ihre Vorgesetzte und sie kommen gut mit einander klar. Alles prima.

Sie könnten aber auch Pech haben. Die Arbeitgeberin kann nicht mit ihnen und sie nicht mit ihr. Die Kolleginnen nerven oder mobben sie sogar. Weil sie irgendwie anders sind. Nicht so gut reinpassen in die Firma. Ins Leitbild. Ins Kollegium. Immer anecken.

Das wird anstrengend. Für alle. Den Arbeitgebenden, das Kollegium und sie selbst. Kündigen ist ausgeschlossen, damit riskieren sie die totale Arbeitslosigkeit, denn in ihrem Einzugsgebiet steht ihnen leider keine andere Arbeitsmöglichkeit zur Verfügung. Ausgeschlossen. Es sei denn, Sie wechseln den Wohnort oder sind bereit viel Geld zu bezahlen.
Klingt skurril?

Ist aber genau das, was heute im Schweizer Schulsystem passiert.
Schule ist menschlich. Menschen haben Stärken, Schwächen, Zu- und Abneigungen.
Deshalb unterstütze ich die Elternlobby in ihrer Mission für ein freies, demokratisches Bildungssystem. Alle Menschen sollen frei entscheiden dürfen, welches Modell ihnen entspricht und welches nicht, unabhängig vom Bankkonto oder vom Wohnort. Es kommt auch Lehrenden zu Gute, wenn ihre Lernenden sich bewusst für eine Zusammenarbeit entscheiden und wenn die Sackgasse des LehrerInnen-Berufs so vielleicht zu einer bunten Durchfahrtstrasse wird, weil finanzielle Gerechtigkeit ein Mehr an innovativen Privatschulen fördert.




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7
STELLA STEJSKAL

Vor etwa einem Jahr machte sich bei unserer damals 10-Jährigen massive Schulangst bemerkbar. Wir fragten uns damals nicht, ob Home-Schooling gut oder schlecht sei, sondern wie wir Druck von dem Kind wegnehmen können, es schützen und stärken können, anstatt es zu pathologisieren und therapieren. Ich bin selbst Lehrerin und glaube, dass die öffentliche Schule eine Errungenschaft ist – dennoch lautete unsere Antwort: Home-Schooling. Ich sehe beide Seiten – die Vor- und die Nachteile, die Chancen und Risiken sowohl der öffentlichen Schule, wie auch des Home-Schoolings und ich bin fest überzeugt davon, dass viel weniger Menschen in der Schweiz den Home-Schooling Weg gehen würden, wenn das öffentliche Schulsystem mehr Wahlmöglichkeiten böte.
Interessant finde ich, dass Home-Schooling in Bern deshalb erlaubt ist, damit Lehrpersonen Kinder mit denen sie nicht können in die Auszeit schicken dürfen. Das ist legitim. Welche Möglichkeiten aber bleibt Kindern, die mit der Lehrperson nicht können, wenn ihre Eltern sich keine Privatschule und kein Home-Schooling leisten können oder wollen?
Mussten Sie schon einmal unter großem Druck mit jemandem zusammenarbeiten, den sie nicht leiden konnten und dem es mit ihnen ähnlich erging?
Würden Sie wieder und wieder in eine soziale Gruppe gehen, in der sie sich mit den anderen nicht gut verstanden haben?
Ähnliche wie Erwachsene, brauchen auch Kinder, die in einem sozialen Umfeld Misserfolg erleben, ein anderes Umfeld oder vielleicht auch einfach Zeit und Halt.
Stellen sie sich vor, Sie hätten aufgrund ihrer Postleitzahl einfach eine Arbeitgeberin zur Verfügung und zwar für die nächsten zehn Jahre.
Sie könnten Glück haben, ihre Vorgesetzte und sie kommen gut mit einander klar. Alles prima.
Sie könnten aber auch Pech haben. Die Arbeitgeberin kann nicht mit ihnen und sie nicht mit ihr. Die Kolleginnen nerven oder mobben sie sogar. Weil sie irgendwie anders sind. Nicht so gut reinpassen in die Firma. Ins Leitbild. Ins Kollegium. Immer anecken.
Das wird anstrengend. Für alle. Den Arbeitgebenden, das Kollegium und sie selbst. Kündigen ist ausgeschlossen, damit riskieren sie die totale Arbeitslosigkeit, denn in ihrem Einzugsgebiet steht ihnen leider keine andere Arbeitsmöglichkeit zur Verfügung. Ausgeschlossen. Es sei denn, Sie wechseln den Wohnort oder sind bereit viel Geld zu bezahlen und allen Mut zusammen zu kratzen, um selbst Unternehmerin zu werden.
Nur müssen Sie dann damit rechnen, dass Ihnen aufgrund Ihrer Postleitzahl eine Arbeitgeberin zugewiesen wird, die Ihnen so gar nicht entspricht. Und die müssen sie dann behalten. Zehn Jahre lang. So sieht es das Gesetz vor. Sie könnten der arbeitnehmenden Person allerdings das Leben schwer machen, sie pathologisieren und abklären lassen, von der betriebsinternen Psychologin. So richtig zufrieden stellend ist das jedoch nicht.
Klingt skurril?
Ist aber genau das, was heute im Schweizer Schulsystem passiert.
Schule ist menschlich. Menschen haben Stärken, Schwächen, Zu- und Abneigungen.
Deshalb unterstütze ich die Elternlobby in ihrer Mission für ein freies, demokratisches Bildungssystem. Alle Menschen sollen frei entscheiden dürfen, welches Modell ihnen entspricht und welches nicht, unabhängig vom Bankkonto oder vom Wohnort. Es kommt auch Lehrenden zu Gute, wenn ihre Lernenden sich bewusst für eine Zusammenarbeit entscheiden und wenn die Sackgasse des Lehrerinnen-Berufs so vielleicht zu einer bunten Durchfahrtstrasse wird, weil finanzielle Gerechtigkeit ein mehr an innovativen Privatschulen fördert.




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    Daniel Moser

    Das Bild von der Schule als Arbeitgeberin (und den Schülerinnen und Schülern als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen) ist in mehrerer Hinsicht schief: Die Schule beruht auf demokratisch zustande gekommenen gesetzlichen Grundlagen (was ein Unternehmen nicht unbedingt ist) und sie stellt keine Waren her, die in den Verkauf kommen, sondern will den Schülerinnen und Schülern eine vielseitige Bildung vermitteln. Das sind nicht primäre Aufgaben eines Unternehmens.

    Man sollte sich an die historischen Ursprünge der Volksschule erinnern: Sie kommt aus der liberalen Bewegung in den Kantonen nach 1830, verstärkt durch die radikale Bundesverfassung von 1874. Die Demokratie – und erst recht die direkte Demokratie – benötigt mündige Bürgerinnen und Bürger mit Sachverstand.




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      STELLA STEJSKAL-BLUM

      Das stimmt nicht ganz – in der Schweiz entstand die Schulpflicht in den einzelnen Kantonen im Verlaufe des 19. Jahrhunderts, in der Zeit der Industrialisierung. Wiederstände entstanden, die Kinder sollten nach Meinung des einfachen Volkes lieber arbeiten gehen. Das Ziel dieser Schulen war, die Kinder zu guten Christen zu erziehen, das Lesen der Bibel war das Ziel der Alphabetisierung. Dies änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Schulen wurden säkularisiert, das Ziel war aus den Schülerinnen gute Geschäftsleute und Staatsbürgerinnen zu machen.

      Schulbildung hat eine „Herrschafts“-Eigenschaft: Sie erzeugt, wo sie aus dem Gefälle von Lehrerin zu Schülerin, von Gelernt-Haben zu Noch-Lernen-Müssen entsteht, eine scheinbar natürliche und damit schwer zu bekämpfende Hierarchie, ein Bewusstsein von Minderwertigkeit bei den einen und Überlegenheit bei den anderen, das alle gegenläufigen Erfahrungen vorgängig verhindert;
      Schulbildung hat eine kapitalistische Eigenschaft: Sie ist akkumulierbar, gibt der die sie akkumuliert, einen prinzipiellen Vorteil über die, die weniger akkumuliert hat, und setzt, wie anderes Kapital, die Reichere in die Lage, die Bildungsmittel zu monopolisieren – allein schon dadurch, dass eine längerdauernde Schulbildung mit einem höheren Status verbunden ist (vgl. Illich und Grunder).

      Zu den beschriebenen Problemen kommt der Lerneffekt der Noten hinzu. In einigen Kantonen werden diese bereits ab der 2. Klasse verteilt. Dieses Runterbrechen ihrer Leistungen auf angeblich objektive Zahlen lehrt die Kinder sehr früh sich über Leistung zu definieren und zu bewerten. Leider fördern viele Eltern dieses Verhalten. Noten sind wesentlich subjektiver als man annimmt und können auch nur sicht- und bewertbare Leistungen abbilden. Schlussendlich sind sie ein Instrument um den allgegenwärtigen Wettbewerb zu starten und die Schülerinnen zu kategorisieren. Und zwischenzeitlich empfiehlt selbst die OECD (aufgrund der aktuellen Pisa-Studie) damit aufzuhören. Ich bin aber grundsätzlich Ihrer Meinung: Es braucht mündige Staatsbürgerinnen, die auch mal gegen sich selbst andenken können – nur wie bekommt man die?




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Pierre Günzburger

Es stimmt mich sehr nachdenklich, dass auch bei diesem Thema wie so oft die falschen Fragen diskutiert werden, hier nur die Frage: Ist Homeschooling gut oder schlecht? Damit wird stillschweigend angenommen, dass die Schule, so wie sie heute aufgestellt ist, die Kinder auf ein zukunftstaugliches Leben vorbereite. Wenn alles so weitergehen soll wie in den letzten zwei bis drei Jahrhunderten, dann wäre das zutreffend, denn dann gilt immer noch ein Menschenbild, das davon ausgeht, es brauche äussere Anreize wie Belohnung und Strafe damit wir arbeiten oder lernen.
Wenn wir dagegen annehmen, dass Neugier und eine innere Motivation die wirklichen und hauptsächlichen Antriebe zum Lernen und Arbeiten sind, dann würden die Kinder in einem Umfeld aufwachsen, das ihre natürliche Entwicklung fördert statt unterdrückt – und sie lernen wie von selbst. Meine grosse Hoffnung ist, dass sie sich später als Erwachsene eine bessere Welt gestalten werden als wir sie jetzt haben, eine Welt, in der die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit der Natur ist.
Warum orientieren sich die Schulen nicht daran? Weil sie die Werte und Ziele der Gesellschaft spiegeln, zu der sie gehören. Und in unserer Gesellschaft ist heute vieles in einer Krise, das spüren wir alle.
Die zentralen Frage, die heute diskutiert werden müssten, ist deshalb: Welche Werte sollen den jungen Menschen vermittelt werden?
Wenn wir uns darauf einigen können, dass dazu Gemeinwohl, Solidarität, Nachhaltigkeit, Lebendigkeit, Bewahren des Lebens, friedliches Zusammenleben, dienende Haltung gehören, dann ergeben sich die richtigen Fragen zur Form der Schule von selber: Wie kann den Kindern eine Bildung gegeben werden, die diese Werte vermittelt? Sicher werden grundlegende Kulturtechniken wie lesen, schreiben oder rechnen auch in Zukunft wichtig sein, auch technische, musische und körperliche Fähigkeiten werden durch Üben erlernt.
Homeschooling und Freilernen dürfen wir deshalb als Versuche ansehen, die uns möglicherweise eine Antwort geben, wie Schule auf eine andere Art sein könnte, eine Form haben könnte, in der Kinder ihren individuellen Begabungen entsprechend, aus innerer Motivation und mit Freude lernen. Je mehr Freilerner und Homeschooler es gibt, umso eher werden sie sich auch zusammentun und so wird die Gemeinschaftlichkeit ein wesentlicher Teil des neuen Weges.




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Guido Stirnimann

Wissen Erwachsene, was gut ist für das Kind? Wie und wo können wir ein vertrauensvolles Klima schaffen, wo junge Menschen sich sicher fühlen und sich ohne Angst entfalten können?
Vor zwei, drei Jahren, auf einem Kongress für Bindungsforscher in Neuseeland baten die Veranstalter die Kongressteilnehmer zu Beginn, drei Dinge zu benennen, die eine Gesellschaft ihren Kindern mitgeben sollte. Die westlichen Bindungsforscher diskutierten ewig und fanden am Ende keinen gemeinsamen Nenner. Die beteiligten Maori waren sich nach einer halben Minute einig: Caring, Sharing, Loving – sich kümmern, teilen, lieben. Kein Wort von Kindergehorsam oder Erwachsenenideen, wie Kinder zu sein haben, sondern klare Erfahrungen wie die Erwachsenen mit den Kindern zu sein haben, wenn Beziehung und Bindung gelingen sollen: sich um die Kinder kümmern, mit ihnen das eigene Leben teilen, sie lieben und genießen.
Meine Erfahrung ist es, dass es auf die Qualität der Beziehungen ankommt und nicht auf die Menge der organisierten oder arrangierten sozialen Kontakte……und dass wir den Kindern unser Vertrauen schenken können.




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    Markus S.

    Homeschooling hat in der Realität mehrere Seiten, Sandra. Ich sehe jeden Morgen 2 Jungs, die draussen vor der Tür eher gelangweilt und unmotiviert Fussball spielen und auf das Frühstück der noch schlafenden Mutter warten, während gleichaltrige zur Volksschule gehen. Ich habe Mitleid mit den beiden. Was geht in ihren Köpfen vor, wenn sie realisieren, dass sie anders als die Mehrheit gehalten werden und sind? Verfluchen sie vielleicht später ihre Eltern? Ich finde schade, dass man heutzutage die Schule als ein Muss empfindet und nicht als ein Dürfen.




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Sandra Anonymous

Wenn ich die Beiträge lese stelle ich immer wieder fest, dass sich die meisten nicht vorstellen können wie der Homeschooling-alltag abläuft. Es ist ja nicht so das unsere Tochter 24 Stunden zu Hause um ihre Eltern ist, im Gegenteil. Wir unterrichten sie 2 Stunden am Morgen in Math, DE und Französisch. Die restlichen Fächer decken wir im Alltag ab. Wir sind so bereits nach einem halben Jahr mit dem Pflichtstoff durch. Am Nachmittag spielt sie mit anderen Kindern, geht 1x pro Woche ins Turnen und Tanzen und 1x pro Monat in eine Waldgruppe. Ausserdem geht sie einen Morgen pro Woche in eine Privatschule. Wir haben aus einer Not mit dem Homeschooling begonnen und konnten uns dies vorher nicht vorstellen. Mittlerweilen möchte weder unsere Tochter noch wir Eltern einen Volksschulalltag. Ist es wirklich sozial und „artgerecht“ wenn 20-28 Kinder fast den ganzen Tag in einem Raum verbringen? Ich kenne viele Schulkinder, die vom Stress und Druck krank sind. Und mir fehlt bei vielen das Leuchten in den Augen! Ich kenne ein paar Homeschooling-Familien und ihre Kinder und kann dort kein asoziales Verhalten feststellen, im Gegenteil!




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Sandra S.

Ich kenne beide Seiten, homeschoolen und Schule. Die immer wieder genannte „soziale Erfahrung“ die ein Kind angeblich nur in der Schule lernen kann:
Die Schule ist ein künstliches Konstrukt was nichts mit der Gesellschaft/Realität zu tun hat. Zufällig nach Jahrgang zusammen gewürfelte Menschen. Wo treffen wir das im späteren Leben noch an? Und ich will bestimmt nicht dass Sozialkompetenz in der Schule gelernt wird, wenn bekannt ist dass bereits im Kindergarten Mobbing ein großes Thema ist (Mobbing entsteht nur unter bestimmten gesellschaftlichen Voraussetzungen, es ist nicht ein Problem der Kinder sondern ihres Umfeldes). „Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepaßt an eine zutiefst kranke Gesellschaft zu sein.“ (Krishnamurthy). Mein Kind ist die Basis der Zukunft dieser Gesellschaft. Die soll anders sein als so krank wie jetzt. Und lernen tun Kinder am Vorbild. Also kann das Kind nicht in einem kranken sozialen Umfeld lernen wie es besser wäre. Dieses Umfeld muss man schaffen. Und wenn das Kind gereift ist und stabil in seiner Persönlichkeit mit einer gesunden Basis, dann kann es auch in einer so kranken Gesellschaft ohne selbst krank zu werden bestehen und positiv Einfluss nehmen.
Der „Inhalt“ (Wissen) ist heute so frei zugänglich wie noch nie, dafür brauchen wir keine Institutionen.




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Andreas Hoffmann

Homeschooling ist eine hervorragende Möglichkeit Kinder bedarfsgerecht zu unterrichten. Was das Elternhaus vermag ist für Schulen nicht möglich. Gleichzeitig wird den Eltern die Gelegenheit geboten Erziehungsauftrag und Bildungsauftrag kennen zu lernen und zu verknüpfen. Es gäbe dabei die Möglichkeit das einseitig vom Leistungsgedanken geprägte Bildungssystem unseres Landes erfolgreich zu kompensieren. Und das ewige Vorurteil mangelnder sozialer Beziehungen sollte endlich abgelöst werden von freiem und gesundem Denken




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Daniel Moser

Die Ausführungen von Thomas Bascio -einer der wenigen Fachleute für Erziehung und Bildung in der befragten Runde – betont zu Recht die besondere Aufgabe der öffentlichen Schule in sozialer Hinsicht. Es betrifft dies allerdings nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch die Gesellschaft. Wenn diese bloss noch eine Ansammlung von Individuen sind, werden wir sowohl in der Arbeitswelt wie in der Gesellschaft allgemein kaum noch vernünftige Lösungen finden.




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Guido Stirnimann

Wie wäre es, wenn wir mehr als nur zwei Seiten anschauen würden, alle Facetten, Farben und Möglichkeiten sehen könnten, statt so schnell nur Schwarz-weiss oder Pro-kontra. Immer, wenn dieses Thema auftaucht, wird es ganz schnell emotional und es bilden sich Fronten, was löst das bei uns aus? Es kommt mir vor, wie damals, als die Reformation der katholischen Kirche begegnete oder als vor ein paar Jahrzehnten immer mehr Menschen es wagten, aus der Kirche auszutreten und abtrünnig zu werden. Alles hat seine Zeit und alles entwickelt sich, auch der Mensch. So, wie die Kirche damals, glauben heute immer noch viele Menschen, dass die Schule, diese Klammer, dieser Schutz und Halt für unser soziales Gefüge ist, dass hier unsere Gemeinschaft geformt, gebildet und gefestigt wird. Und gerade dieser Rolle scheint die Volkschule immer weniger gerecht zu werden und an Grenzen zu stossen.
Homeschooling ist eine von wenigen Möglichkeiten, die im Gesetz vorgesehen sind, unsere Kinder während der Zeit der Schulpflicht zu bilden und zu begleiten auf dem Weg der Entfaltung. Immer mehr Menschen, die sich wirklich mit dem Thema befassen, kommen zum Schluss, dass die Volkschule allgemein und zum Teil massiv überschätzt wird. Dass sie ihren Auftrag oder besser gesagt ihre verschiedenen Aufträge, ganz einfach gesagt, nicht erfüllen kann. Und dies, obwohl es ein sehr aufwändiges, sehr ausgeklügeltes System ist, sehr hochstehend, modern und sich ganz viele Menschen sehr viel Mühe geben.
Nun sollten wir Homeschooling auch nicht überladen oder überschätzen. Es ist nicht die absolute Lösung, die ultimative Antwort oder die perfekte Schule. Aber es kann ein Segen sein, ein Glück ein gesunder Weg und eine gute, momentane Lösung. So war es und ist es bei uns und bei unserem Sohn, der nun seit fünf Jahren nicht mehr zu Schule geht. Er hat sich super entwickelt und auch von offizieller Stelle, wird das heute als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet. Es war, das, was möglich war, was wir im Stande waren zu leisten und die optimale private Schule gab es nicht in der Nähe und wir hätten sie auch nicht bezahlen können. Ich bin froh, haben wir diesen Aufwand auf uns genommen und so viel Zeit zusammen verbracht, so viel gemeinsam gelernt und all das erlebt. Aber es war nicht nur lustig und einfach. Uns wurde von der Behörde vier Mal mit Anzeige gedroht wegen Kindswohlgefährdung und auch einige Menschen im Umfeld reagierten sehr kritisch viel argwöhnisch, so als wären wir Abtrünnige, Nestbeschmutzer, Tabubrecher, Verräter. „Das macht man nicht, das Kind aus der Schule nehmen!“
Nur so nebenbei: Es hat den Staat oder Kanton keinen Franken gekostet. Wir haben als Eltern die Verantwortung für das Wohl und die Gesundheit unseres Kindes übernommen und nicht einfach delegiert und auch für den Bildungsweg die volle Verantwortung übernommen, die heute immer mehr vom Kind aus gehen darf und nicht nur von anonymen Fachleuten, die meinen zu wissen, was jede und jeder braucht.
Wir sind und bleiben wohl noch eine Weile soziale Gemeinschaftswesen. Wir brauchen die Gruppe, die Sippe, den Stamm, den Clan…..und es ist auch sehr wünschenswert, dass wir so lernen und unsere Kinder in Gemeinschaft bilden können…..altersdurchmischt im Dorf oder Quartier und mit verschiedenen erwachsenen Menschen als Gegenüber und Begleiter. Und lösen wir uns doch von den veralteten Vorstellungen wie ein Schüler sein muss und was ein Lehrer ist oder sein soll. Und es ist auch für die meisten nicht wirklich schön, wenn die Eltern „die Lehrer von gestern“ sind und „alte Schule“ zu Hause am Küchentisch machen.




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Grohen Loh

Ich sehe zwei Seiten. Einerseits lernt man in der Schule ausser den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen und den Softskills Sozialkompetenz und Umweltbewusstsein eigentlich nichts mehr. Ja, das ist wahr. Ich bilde Lernende, grösstenteils aus der Realstufe aus. Keiner von ihnen hat je das Wort Molekül (H2O) gehört oder wer am Ersten Weltkrieg beteiligt war oder, dass man in ganz Lateinamerika ausser in Brasilien Spanisch spricht oder was eine physikalische Folmel ist (Geschw.= Distanz durch Zeit) oder, dass Lebewesen Chemisch funktionieren (die Fächer Geo, Geschichte, Physik, Chemie, Bio wurden allem Anschein nach mit der Einführung von NMM abgeschafft) oder kann nur annähernd fehlerfrei schreiben. Das ist eine Katastrophe!
Andererseits ist es sicher nicht gesund auf die ganzen Erfahrungen des Sozialen in der Schulzeit zu verzichten.

Ich bin für die Wiedereinführung der Allgemeinbildung in der Schule. Dazu braucht es unterrichtsfähige Klassen. Und dazu brauchen die Lehrer die Möglichkeit, Störende Schüler konsequent innerhalb des Schulhauses wegzuweisen. Alle Spezialisten sollten in den Schulen versammelt sein und die Durchführung von geordnetem Unterricht sollte höchste Priorität haben. Da ist es schon sekundär, ob Frontalunterricht und individuelle Förderung stattfinden.

Lasst die Lehrer wieder das tun, wofür sie ausgebildet worden sind: Wissen vermitteln!




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toni kammermann

die entwicklung richtung vermehrtem misstrauen gegen die öffentliche schule zeigt auf, wie weit wir es mit verindividualisierung und selbstgerechtigkeit gebracht haben: wir können das selber, brauchen das nicht, wissen selber, was gut ist für unsere nachkommenschaft. sich in eine herausfordernde (schul) gesellschaft einleben, das bringt unsern kindern nichts….. wohin soll das führen?




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    Markus Lehmann

    Zu einer besseren Schule, besser zumindest, als sie heute ist! Die Gleichung ist einfach: Gute Schule = weniger Argumente für Homeschooling = sinkende Homeschoolrate. Aktuell trifft aber eher das Gegenteil zu. Daher wäre es ratsamer, anstatt die gesetzlichen Daumenschrauben anzuziehen, Verbesserungen in allen Bereichen unseres Schulsystemes voranzutreiben.




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Kathrin Marti

Mit der Geburt unserer ältesten Tochter begannen mein Mann und ich – beide Lehrpersonen – in den 80er Jahren mit Job- und Haushaltsharing. Alle drei Töchter gingen die ersten vier Schuljahre zu uns in die kleine altersgemischte Schulklasse im 150jährigen Schulhaus, das gleichzeitig unser Wohnhaus war. In dieser Zeit engagierten wir uns stark in reformpädagogischen Projekten wie notenfreie Beurteilung und Integration von Kindern mit Behinderungen und für neue Lehrmittel. Von der Dorfbevölkerung wurden wir in unserer Arbeit geschätzt und getragen. Sie unterstützte uns im Schulalltag sowie in Lagern, beim Schultheater und bei besonderen Anlässen. Die Dorfschule wurde vor rund zwanzig Jahren geschlossen, dem Dorf sein Lebenszentrum genommen. Viele weitere solche Schuloasen, die ein familiäres, aber öffentliches Schulleben ermöglichen, verschwinden Jahr für Jahr von der Schullandschaft. Ist Homeschooling eine Antwort darauf?




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Holger Angst

Wir haben Kontakt mit andern pensionierten Lehrerehepaaren und werden unsere Grosskinder selber Schulen. Dann können wir das tun, was wir für richtig halten, und müssen die sozialpolitischen Experimente der öffentlichen Schulen nicht mehr mittragen und mit unsetern Grosskindern das erarbeiten, was sie fürs Leben brauchen.




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Krypta Besen

Ich finde es interessant, dass hier vor allem nach sozialer Bildung gefragt und angepranngert wird, in Zeiten, in denen die Zahlen der psychischen Gesundheit der Kinder in der Schweiz bedenklich sind. Nummer eins für psychische Probleme ist die Schule: Leistungsdruck, Mobbing, insbesondere Cybermobbing steigen frapant an. Immer wieder werden Kinder abgeklärt und bekommen lieber Therapien und Medikamente, anstatt mal das System zu hinterfragen. Mir wird bewusst, dass viele hier einfach einem sehr alten System hörig sind, welches nicht angetastet werden darf. In der freien Wirtschaft gehe ich, wenn mir mein Arbeitsplatz nicht mehr zusagt, in der Schule bin ich ausgeliefert, kann nicht wählen. Viele bekannte Persönlichkeiten, die heute Worldleader in der Wirtschaft sind, haben keine Schule besucht. Führende Persönlichkeiten der Wirtschaft sagen heute öffentlich, dass unser Schulsystem nicht für die Zukunft angelegt ist, sondern immer noch auf preussischen Grundsätzen basiert. Soziale Kompetenz auf dem Schulhof und im Klassenzimmer? Vielleicht sollten alle Kritiker des privaten Unterrichts zu Hause mal all die Kinder und Familien hören, die Monate und Jahre brauchten, um ihre Kinder wieder aufzubauen, die angeprangert wurden, die gemobbt wurden. Vielleicht sollte man auch mal den Lehrpersonen zuhören, die engagiert sind und doch an ihre Machbarkeitsgrenzen stossen, weil Erziehung heute gerne einfach an sie übergeben wird. Erziehung obliegt aber den Eltern und Lehrer können ihren Lehrauftrag nicht vollumfänglich wahrnehmen, wenn sie sich mit elementaren Dingen, wie sozialem Umgang, Gesellschaftsregeln ect. auseinandersetzen müssen. Über etwas zu urteilen, dass man nicht kennt ist einfacher, als sich damit auseinander zu setzen. Diese Welt, sie dreht sich und in allen andere Bereichen des Lebens gibt es Veränderungen, die wichtig sind. So sollte es auch in der Institution Schule eine Bewegung geben, die es Lehrpersonen wieder ermöglicht, ihren Job richtig machen zu können.




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Christoph Bürki

Wenn Sie ihr Kind homeschoolen wollen, bedenken Sie: Sie nehmen ihm die Gelegenheit für intensives soziales Lernen, sich unter Menschen zu bewegen, ohne den Schutz der Eltern, sich zu behaupten, zu wehren, seinen Platz zu finden, die Möglichkeit, Schwierigkeiten zu überwinden und daraus eine nachhaltige Bestätigung und Selbstsicherheit zu entwickeln.
Wir sollten als Gemeinschaft die Schule als Lernstätte für das Zusammenleben maximal förden, und so gesehen sind die ewigen Sparpaktete des Grossen Rates eine völlig verfehlte Desinvestition in unser aller Zukunft.




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    Evelin Camponovo

    Da halte ich dagegen, mein Homeschool-Kind kann das auch, zusätzlich ist er viel selbständiger, hat einen grossen Freundeskreis, viele Hobbies OHNE auf dem Zahnfleisch zu gehen, zudem ist er ja im sozialen Leben eingebunden, er kennt den Postboten mit Namen, er kennt die Nachbarn, etc, das ist doch das Leben, nicht der Stuhl in einem abgeschlossenen Raum nur unter Gleichaltrigen.




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Andy Crypt

Ich war leider auf der Volksschule, war damit ganz und gar nicht glücklich.
Auf keinen Fall werde ich das meinen Kindern antun, es sei den, sie wollen es.
Das erforderliche Basiswissen, lesen, schreiben, rechnen, ist schnell Vermittelt.
Mit dem darauf folgenden vorgeschriebenen Lehrplan bin ich gar nicht einverstanden, mein
Schulbesuch ist noch nicht so lange her, wissen tue ich davon rein gar nichts mehr.
Eine Individualförderung scheint mir das richtige, ein einziges Thema, ein Interesse gründlich Erkundet, schnell kann man sich wundern was dazu alles Recherchiert und verstanden werden muss.
Die Schule, eine Klasse hat keine Möglichkeit die Themen gründlich, verständlich und auch nur annähernd Interessant zu vermitteln.
Zumindest bei mir verpuffte das direkt nach dem Hören.
Zur Zeit scheint mir die einzig Vernünftige Entscheidung das Auswandern bevor das Schulalter erreicht wird.




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Jan Holler

Homeschooling ist Segration, das Gegenteil von Integration. Man schaue sich an, wer Homeschooling mit seinen Kindern betreibt. Es werden sehr oft die eigenen Neurosen, Ängste, Zwänge und ideologischen Verirrungen der Eltern ungefiltert, unhinterfragt und unrelativiert 1:1 ans Kind weiter gegeben. Und von wirklicher Sozialisierung kann man beim Home Schooling im Vergleicht zur öffentlichen Schule nicht sprechen.
Die Volksschule ist eine der besten Institutionen, die unsere Gesellschaft hervor gebracht hat.




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Daniel Moser

Gewissn können die Kinder auf verschiedenen Wegen Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, sei es zu Hause oder in der Schule. Im interessanten Artikel des „Bund“ wird m.E. ein Aspekt zu wenig beachtet: Das soziale Lernen. In der modernen Arbeitswelt wird es immer wichtiger, mit anderen Personen zusammenarbeiten zu können, im Team zu wirken. Dazu kann die öffentliche Schule ein günstiges Vorbereitungs- und Trainingsfeld bieten, was im Homeschooling nicht möglich ist. Die öffentliche Schule ist heute eine der letzten sozialen Klammern, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Stoppen wir die Atomisierung in immer kleinere soziale Einheiten.




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Marc Anonymous

Die Vorschule schimpft sich heute als sehr flexibel und integrativ. Meine Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass meist das Gegenteil der Fall ist. Die zwar sehr lobenswerten Bemühungen alle Kinder auszugleichen, dass gilt auch für Hochbegabte, kann zu einer Diskriminierung Aller führen. Die Lehrer sind völlig überfordert und müssen auf Spezialisten zurückgreifen. Darunter leiden nicht nur die Lehrer. Mobbing, Stress und der Gang zum Psychologen sind heute an der Volksschule an der Tagesordnung. Einziger Ausweg für viele hoch- oder minderbegabte Kinder ist, falls möglich, eine Privatschule oder eben das Homeschooling. Zum Glück haben wir in der Schweiz noch diese Möglichkeit, denn die freie Schulwahl wird ja seit Jahren stark bekämpft.




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Andreas Flury

Die Volksschule ist heute die einzige Institution, in der noch so etwas wie gesellschaftlicher Zusammenhalt hergestellt wird. Arbeiterkind, Bankerkind, Christenkind, Drögelerkind, Expat-Kind, Französisches Kind, Gärtnerkind, Hotelierkind, ICT-Kind, Künstlerkind, Lehrerkind, Migrationshintergrund-Kind, u.v.m. gehen in die gleiche Klasse. Am Elternabend trifft der Arbeiter den CEO, es begegnen sich die Eltern aus dem Emmental und die aus Eritrea, die aus Serbien und die aus Kosovo, die vom Hochhaus und die vom Einfamilienhaus. Wenigstens in Orten, die nicht homogen sind, und wenigstens bis zur 6. Klasse.
Daher bin ich gegen Homeschooling und gegen Privatschulen. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist es nicht gut, wenn schon die Kinder separiert werden in Waldorfschule, Bibelschule, Koranschule, Autonome Schule, Montessorischule, Internatsschule, teure Privatschule.
Die Volksschule heute ist flexibel und integrativ, nimmt auf viele Bedürfnisse Rücksicht, passt sich laufend neuen Anforderungen an, und die Lehrpersonen machen täglich einen grossartigen Job.




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Anna Anonymous

Ich habe als Kind selber Homescholing erlebt. Nach 8 Jahren religiöser Indoktrination und sozialer Kontrolle blieb nicht mehr viel von mir übrig. Es brauchte ein Jahrzehnt grösster Anstrengungen um mich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.




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Samira Meier

Homeschooling ist viel mehr….Lernen ist Leben!
Der Mensch ist getrieben von Ängsten. Kinder haben in unserer Gesellschaft keinen Stellenwert. Wir leben in einer Erwachsenenwelt und haben vergessen, dass – wie Hirnforschungen belegen – der Mensch sein ganzes Leben lang lernen kann.
Wenn Kinder homeschoolen oder gar frei lernen, besteht die Möglichkeit, dass sie nicht auf demselben Lernstand sind wie die Kinder in der öffentlichen Schule. Jedoch in gewissen Bereichen deutlich überragen!
Sind denn alle Kinder in der öffentlichen Schule Topschüler und erfüllen alle Lernziele? Weshalb wird das denn von Homeschoolern verlangt. Ängste? Könnte das Schulsystem bedroht sein? Weshalb werden immer stärkere Kontrollen durchgeführt? Bedrohung?
Liebes Bildungswesen, liebe Politiker, öffnet euer Denken, ladet Nachhaltigkeit ein und richtet euren Blick auf die unzähligen Erfolgsgeschichten von Homeschoolern oder Freilernern.
Stellt euch lieber die Frage, weshalb und wie ihr diese Familien unterstützen könnt als gegen sie zu arbeiten! Wer Homeschoolt nimmt viel auf sich: teilweise hohe Kosten, Aufwand, Betreuung, Verantwortung, Bildung, geeignete Umgebung und soziales Umfeld schaffen… um nur Weniges davon zu nennen. Was löst es in euch aus, wenn das öffentliche Schulsystem nicht als einziger Weg gesehen und gelebt wird?
Ich wünsche mir, dass das Bildungswesen sich öffnet, nordische Länder sind uns einige Schritte voraus. Bildungsfreiheit ist keine Bedrohung – es ist eine grosse Chance für unsere Gesellschaft – und auch für jene von morgen.




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Hans Zürcher

Nun gut Sprechen wir mal Fakten.
Die Lehrer werden in den öffentlichen Schulen immer bequemer.
Die Lehrer dürfen keine richtige Autorität mehr anwenden. Lehrplan 21. ist wirklich kein grosser Wurf ohne Hausaufgaben zu Hause. Lehrer interessieren sich selten noch für die Kinder. Die Eltern der Kindern wollen überall nur Dreinreden und alles wird kritisiert was die Lehrer machen wollen. Die Anzahl der Schüler mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund bremsen die, von klein auf deutschsprechenden Kindern, massiv im Unterricht.
Wird auf den Schulplätzen Müll von Schülern weggeworfen, kann man diese nicht mehr verdonnern, am freien Nachmittag dem Hauswart helfen zu müssen.
Im Grossen und Ganzen ist es gut zu verstehen, dass viele Eltern die Schulbildung nicht mehr in die Willkür von Schulkommission, Elternräte und überbezahlten, faulen,- und desinteressierte Sozialpädagogen überlassen wollen.
Kommt noch dazu, das viele Eltern Ihre miesen Manieren an Ihre Kinder weitergeben und dies dann die Schüler wiederum in der Klasse ausleben. Skilager und Sommerlager müssen zur Pflicht werden.
Allgemein ist es viel zu legere in den Schulen. Zucht und Ordnung und weniger bis gar kein Reinschwätzen der Eltern. Lehrer sollen nicht die Erziehung der Kinder übernehmen betreffen Anstand und Werten, sondern Schulstoff Vermitteln und Lernkontrollen machen.
Der Rundumschlag ist nun wirklich mal nötig, denn das die von den Steuergeldern Angestellten mal endlich lernen, dass wenn Sie so in der Privatwirtschaft Arbeiten würden, sie für Ihre Leistung die hälfte Ferien und hälfte Lohn bekommen würden.
Keine gute Entwicklung für das Schulsystem.




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Thirza Schneider

Unsere Tochter entwickelte bereits in der 1. Klasse starke Stresssymptome. Als hochsensibles Mädchen war sie schlichtweg überfordert mit dem Leistungsdruck, den häufigen Tests (auch auf Zeit) und auch mit der grossen Anzahl Kinder in der Klasse. Als uns unsere Kinderärztin darauf aufmerksam machte, dass unsere Tochter anscheinend grossen Stress verspürte, wussten wir, dass wir als Eltern etwas unternehmen mussten. Uns wurde geraten, sämtliche Hobbies zu streichen (d.h. Geräteturnen und Klavier spielen). Wir entschieden uns für das Gegenteil: wir strichen die Schule, dafür durfte unsere Tochter mit ihren geliebten Hobbies, die ihr immer den nötigen Ausgleich gegeben hatten, weitermachen. Sobald wir sie aus der Schule genommen hatten, verschwanden sämtliche Stresssymptome. Dies ist mittlerweile fünf Jahre her und unsere Tochter hat sich zu einer starken, selbstbewussten, intelligenten jungen Frau entwickelt, die die nötige Zeit hat(te), um zu lernen, wie sie im Alltag und auch in Drucksituationen (z.B. im Sport) mit ihrer Hochsensibilität umgehen soll und sich in ihrer Persönlichkeit ohne Druck und Stress zu entwickeln. Sie ist bei gleichaltrigen Freundinnen sehr beliebt und ist mittlerweile talentiert und leidenschaftlich unterwegs mit ihren Hobbies. Wir bereuen unsere Entscheidung nicht und möchten sie bis zur 9. Klasse zu Hause unterrichten.




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Andi Anonymous

Ich bin selbst im Ausland aufgewachsen und wurde die ersten sechs Schuljahre daheim unterrichtet, bevor wir zurückzogen und ich auf eine normale Schule gehen musste.
Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass Homeschooling -vorausgesetzt man nutzt die richtigen Ressourcen- eine durchaus gute Sache ist.
Es lässt mehr Freiraum, trainiert aber auch das eigenständige Lernen, was mir jetzt im Studium sehr zu gute kommt. Es gibt keine starre Trennung von Schulzeit und Freizeit, somit habe ich erst, als ich in eine „richtige“ Schule kam, eine typische Abneigung gegen die Schulzeit entwickelt. Der starre Lehrplan, schlechte Gruppendynamik in der Klasse etc. hat es mir schwer gemacht, die Freude am Lernen zu behalten.

Homeschooling bereitet einen großen Aufwand, keine Frage. Allerding gibt es sehr gute Ressourcen, wie z.B. das Programm der Deutschen Fernschule. Diese entlasten, geben allerdings dann auch wieder einen groben Lehrplan vor.
Viele nennen fehlende soziale Kontakte als grossen Negativpunkt. Das finde ich absurd. Als würde homeschooling heissen, dass die Kinder nie das Haus verlassen. In Pfadi, Fussball, oder einfach den Treffen mit Nachbarskindern kann man sehr wohl ein normales Sozialleben führen!
Das einzige, was mir die Jahre in einer normalen Schule beigebracht haben, was homeschooling nicht könnte, ist das Aushalten von so manchem Ärgernis. Frust wenn das Lerntempo nicht passt und man sich entweder langweilt oder nicht hinterherkommt, wenn Mitschüler sich daneben benehmen, wenn Lehrer gereizt sind usw. Den Umgang mit solchen Situationen zu erlernen ist wichtig für das Berufsleben, wo man es sicher auch mit einem ähnlichen Ausmass an schwierigen Menschen und Situationen zu tun hat.
Ich bin froh, dass ich mit beiden Schularten Erfahrungen sammeln durfte, aber mein Favorit ist und bleibt der Unterricht daheim.
Wenn ich eigene Kinder habe, will ich alles daran setzen, dass sie -zumindest einen Teil- ihrer Schulzeit auch Zuhause verbringen können und hoffe, dass bis dahin auch die Akzeptanz von homeschooling Fortschritte macht.




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