Redaktion Der Bund
30. April 2019
30 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Heinz Gasser

So ein hochgestochenes, sinnverfehltes Millionenprojekt! Wer will sich hier wieder mal ein extrem fragwürdiges Denkmal setzen?
Die Behörden täten besser daran, zuerst einmal anstehende Baustellen voranzutreiben. Ich denke da einmal an die Realisierung zusätzlich notwendigen öffentlichern Bedürfnissanstalten oder Ausbesserungen an den zum Teil maroden Trottoirs in den Quartieren.




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Julia Senn

Tönt nach einem typisch Bernischen Bauprojekt: viel Geld, schlechte Architektur.

Es wimmelt in Bern von Unorten: PostPark, vonRoll Areal, Europaplatz, Wankdorf, Eigerplatz, Bundesplatz – viel Beton, wenig Charme, traurige, einsame Pflänzchen, grosse Plätze mit gähnender Leere, wo einem der Wind um die Ohren saust und macht, dass man möglichst schnell wieder weg ist.




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Walter E. Strahm

Der Mensch lernt bekanntlich nichts aus seiner angeblichen Kulturgeschichte. Wozu braucht es unbedeutende Museen? Investieren wir nicht besser in Zukunft statt museale Vergangenheit? Ein lebendiges Kulturzentrum mit aktuell (über)lebenden Künstlern, ohne die Reitschulchaoten, wäre wohl eher eine Chance für Bern. Keine Museumsinsel, dafür ein aktiver Kulturpark, wo Kunstschaffende temporär wohnen, arbeiten und eben überleben können. Museen sind wie Warenhäuser, im Zeitalter des Internets ein Auslaufmodell. Man kann alles bequem von zu Hause aus betrachten.




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Hans Flück

Was soll eigentlich das Gelaber von einer „Museumsinsel“ im Kirchenfeldquartier? Da gibt es nun einmal keine Insel. Wir könnten in aller Bescheidenheit „Museumsquartier“ sagen und brauchten dabei weder Berlin noch Wien zu imitieren. Im übrigen ist es ja eine glückliche Fügung, dass die meisten Museen sich im Kirchenfeld befinden in fussläufiger Distanz. Das Kunstmuseum liegt sogar noch zentraler. Einzig das Kleemuseum steht am falschen Ort und dürfte sich mittelfristig als Fehlinvestition erweisen. Der Bau hat schon heute einen Renovationsbedarf von mindestens 10 Mio. Wenn für die Museumslandschaft im Kirchenfeld eine Viertelmilliarde ausgegeben werden soll, dann zeigt das nur, dass die städtische Kulturpolitik die Bodenhaftung verliert. Die Sachkompetenz bei den zuständigen Behörden ist beschränkt. Was soll beispielsweise die Forderung „Zäune einreissen“? Es gibt keine Zäune zwischen den Museen dort, wo eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Und was soll die Forderung „Kombiticket“? Ist ein kleineres IT-Problem, mehr nicht. Eigentlich möchte man gerne wissen, was die Museumsdirektoren zu diesem 250-Mio-Wirbel sagen.




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Jonas Schneeberger

Eine ausgezeichnete Idee, der Bereich zwischen den einzelnen Museen ist momentan ein Unort. Bitte aber keine verprivatisierte Pop-up-Insel, sondern ein öffentlicher Park mit günstigen Angeboten und Platz für alle.
Das ist aber nur das halbe Ding. Viel spannender fände ich eine Diskussion über das Kirchenfeld an sich. Zweifellos das schönste Quartier Berns, ist es doch absolut überbesetzt mit Botschaften, Büros und stinkreichen, alten Leuten mit vielzuviel Platz. Dieses Quartier ist tot, man sieht niemanden auf den Strassen, keine Kinder, keine Jugendlichen, keine Freizeitangebote in irgendeiner Form, nada. Wieso nicht sämtliche Botschaften in ein einzelnes Hochhaus in Bümpliz verlegen? Die von-Graffenried-Immobilien, denen das halbe Kirchenfeld gehört, mal enteignen und dort den Mittelstand einziehen lassen?




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    Walter E. Strahm

    „Eine ausgezeichnete Idee, der Bereich zwischen den einzelnen Museen ist momentan ein Unort. Bitte aber keine verprivatisierte Pop-up-Insel, sondern ein öffentlicher Park mit günstigen Angeboten und Platz für alle.“
    Damit könnten wohl viele Berner leben. Der Rest ist linkes Geschwafel.




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    Christoph Zürcher

    Hallo Herr Schneeberger, Sie sind ein richtiger Aufsteller. So irr-schönes und lustiges Klassenkampfgeschnorre habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Ein paar Lügen sind allerdings zu korrigieren.
    1. das Kirchenfeld ist nicht tot, im Gegenteil. Es gibt nirgends so viele Kinderkrippen wir im Kirchenfeld.
    2. Im KF wohnen nicht nur stinkreiche alte Leute. Ich bin zwar 80-jährig, wohne im KF und bin leider nicht stinkreich. Meine Nachbarn auch nicht.
    3. Stimmt nicht, dass den von Graffenried Immobilen das halbe Kirchenfeld gehört. An der Thunstrasse zB. gehört ihnen keine einzige Liegenschaft. Sie dürfen sich auch erkundigen, wem die Häuser gehören. Aber als Klassenkämpfer sind sie wohl zu faul dazu.
    In weiteren Punkten gebe ich Ihen natürlich recht:
    1. Das Kirhenfeld ist das schönste Quartier.
    2. Es hat etwas viele und einige störende Botschaften. Vor allem die chinesische. Macht aber nichts, die Chinesen sind ja Maositen und deshalb auch Klassenkämpfer.
    3. Sie haben recht, es hat wenig Freizeitangebote. Zum Glück, wir brauchen hier keine Reitschule.




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Heinz Gröli

Dieses neue Museumsquartier ist eine grosse Chance für Bern. Dass für bauliche Massnahmen 250 Mio. nötig sind, bezweifle ich aber.
Die räumliche Nähe der Museen ennet der Kirchenfeldbrücke ist ein grosser Vorteil, den es zu nützen gilt. Ein Park zum verweilen mit einem passenden Gastro-Angebot würden die Gegend aufwerten und die Besucher zum verweilen animieren. Ein zentraler Eingang zum Quartier mit Infos zu den einzelnen Museen und ein Ticketshop helfen den Besuchern, sich zu orientieren.
Will man, dass Gäste und Einheimische auch vermehrt die Museen besuchen, braucht es aber auch einen Effort der Museen selbst. Charakter und Konzepte der Museen sind jedoch sehr verschieden und können nicht wirklich verglichen werden. Ihnen müssen aber die Mittel zu Verfügung gestellt werden, dass sie Ausstellungen oder Sammlungen präsentieren können, die weit über die Kantonsgrenzen hinaus eine Ausstrahlung haben. Um hochkarätige Wechselausstellungen zu realisieren, die evtl. auch auf Tournee gehen könnten, brauchen die Museen ebenfalls entsprechende finanzielle Mittel.
Nur in bauliche Massnahmen zu investieren ist sinnlos, es braucht ebenso mehr Mittel, die in Ausstellungen fliessen. Das eine tun und das andere nicht lassen. So ist es möglich, die idealen Voraussetzungen zu nutzen und aus Bern auch eine Stadt der Museen zu machen.




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Angela Schenk

Worum geht es?

Lokales Kuturschaffen? Kultur braucht vor allem lebende Künsterinnen und Künstler, die von ihrer Arbeit leben können. Eine lebendige Szene, bezahlbare Ateliers, Wohnräume, Theater, Ausstellungsräume, Konzertmöglichkeiten, konstante Förderung nicht nur von Jungtalenten.

Kuturvermittlung? Museen sind wichtig, um Kultur und Wissenschaft an ein grösseres Publikum zu vermitteln, dafür braucht es aber keine Insel, sondern gute Ausstellungen und günstige Tickets, neue Ideen. Das Naturhistorische Museum macht vieles richtig, es wird abends zur Kulisse für Tanz, Lesungen, Weihnachtsaperos, etc. und zieht neue Leute an.

Tourismus? Die Region Bern hat enorm viel zu bieten. Touristen aus der EU kommen nicht nach Bern, weil der ÖV, die Übernachtungen und die Restaurants zu teuer sind. Alle Freunde, die günstig privat wohnen können, sind begistert von Bern mit seinen Besonderheiten wie Aare, Progr, Reitschule, Neustadtlab, Lorrainequartier.




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Hans Fischer

Warum muss man in Bern ständig versuchen, ausländische „Vorbilder“ abzukupfern? Die Situation in der Wiener „Museumsinsel“ ist total anders und mit Bern nicht vergleichbar, in Wien gibt es im Museumszentrum Neubauten, d.h. neue Museen, was die Frequenzzunahme erklärt. Wer Tunnelzugänge zu Museen als tourismusfördernd einschätzt, dem sei ein Augenschein in London empfohlen. Dort gelangt man durch lange Tunnel zum Victoria&Albert-Museum, zum Naturmuseum und zum Technikmuseum. Das ist dort nicht anders machbar, weil die meisten Besucher per U-Bahn anreisen, aber attraktiv ist dieser überhaupt Zugang nicht. Aber natürlich muss das in Bern kopiert werden, obwohl es gar nicht nötig ist. Da hat ein ausländischer Gutachter wieder mal eine Planungsleiche abgelegt, und der Berner Gemeinderat fährt darauf ab.




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Christian Müller

Seit Jahrzehnten höre ich, Stadt und Kanton Bern müssten sparen, sparen, sparen. Wo sollen denn da jetzt plötzlich 250 Millionen für bereits vorhandene und funktionierende Museen herkommen? Die allfälligen Ersparnisse bei den Sozialausgaben ab nächstem Jahr dürften da wohl auch nicht ganz ausreichen…




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Stephan Tauber

Toll, doch. Aber wer zahlt dieses Projekt? Der Finanzausgleich, sprich die Kantone Basel, Zug und Zürich?




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Martin Hugentobler

Etwas Bescheidenheit in kulturellen Angelegenheit würde der Stadtregierung gut anstehen. Statt utopische Projekte begeistert zu loben, sollte man zuerst die Hausaufgaben machen. Das Kunstmuseum braucht schon lange einen Erweiterungsbau (nicht für 250 Mio), der Atelier5-Anbau muss dringend saniert werden. Das Museum kann keine grösseren Ausstellungen mehr machen, weil die Klimaanlage marode ist.

Könnte die Stadt vielleicht die dringendsten Sanierungsarbeiten vornehmen, oder eine neue Klimaanlage einbauen oder zum mindesten die alte Klimaanlage notdürftig reparieren. Hat das vielleicht gelegentlich im Kulturbudget der Kulturhauptstadt Bern Platz? Es dürfte sich um einige wenige Millionen handeln.




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Jürg Wohlfahrt

„Das Projekt soll der Ruf von Bern als Museumsstadt stärken. Ist ein Museumsquartier der richtige Ansatz dazu?“ Neben dem Akkusativfehler ist die Frage falsch gestellt. Ein Museumsquartier haben wir schon, da brauchen wir kein Projekt, um das zu erfinden, die Museen stehen ja. Wir brauchen auch keinen zentralen Zugang zu den Museen und keinen gemeinsamen Empfang. Den Besuchern ist wohl zuzumuten, den Weg von Historischen Museum zum Museum für Kommunikation oder zum Naturhistorischen Museum oberirdisch zu Fuss zurückzulegen. Es sind weniger als 200 m! Und der Weg führt durch ein historisches und schönes Quartier. Die Frage muss lauten: was können wir tun, um die Museen in die Lage zu versetzen, noch schönere und noch bessere und noch mehr international konkurrenzfähige Ausstellungen anzubieten. Mit abstrusen und wirklichkeitsfremden Architekturspielchen von Selbstverwirklichungsfreaks wird das Problem garantiert nicht gelöst.




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Tobias Biancone

Nein. Die Stadt Bern sollte keine 250 Millionen Franken in ein solches Projekt investieren. Bessere Zusammenarbeit zwischen den Museen ist durch eine adäquate Strategie erreichbar. Bessere Zugänglichkeit zu den Berner Museen ebenfalls. Was Bern braucht ist eine grosszügige Strategie für die lokale und internationale Kultur, Investitionen in kulturelle Projekte, die Bern zu einer attraktiven kulturellen Stadt machen. Das heisst, Kunstschaffende und ihre Ideen sollten unterstützt werden, nicht Architekturprojekte. Interaktionen zwischen Kunst, Kunstschaffenden und Menschen sind gefragt, keine Inseln, keine Initiativen, welche zu einem Konsumverahalten in der Kultur führen. Aber bitte, grosszügig denken. Weltoffen handeln und in „Software“ nicht in „Hardware“ der Kultur investieren. Tobias Biancone, Direktor Internationales Theaterinstitut ITI, mit Hauptsitz an der UNESCO in Paris und Management in Shanghai.




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Beat Wacker

1.Das Kirchenfeld erhält dadurch ein Zentrum am richtigen Ort
2.Ein Kombibillett fördert die, der gemeinsame Freiraum
verbindet.
3. Warum nicht?
4. Die Freizeitgesellschaft nimmt zu.
5. Vorteil Aufwertung. Nachteil Bindung von Gelder die anderweitig Dünen könnten.
6. Ja
7. Ja, auch als Besucher bzw. Tourist der Bern besucht.




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Grundsätzlich finde ich die Idee grossartig. Aus der Gegend könnte man wirklich mehr machen. Bisher gehen eigentlich kaum Touristen (oder Einheimische) dorthin, ausser schnell mal in (höchstens) ein Museum und gleich wieder zurück Richtung Altstadt. Da liegt ein grosses Potenzial brach, ein neuer Treffpunkt ein kleines bisschen abseits der üblichen Trampelpfade, für Touristen ebenso wie für das Quartier. Dass man diese speziellen Museen etwas mehr ins Bewusstsein rückt finde ich einen guten Ansatz, denn mal ehrlich, Kunstmuseen sind doch überall sehr ähnlich, überall sieht man ein paar Bilder von Picasso oder Van Gogh und so, aber Berner Geschichte, Einstein, die Alpen oder Kommunikation, das findet man nicht in jeder Stadt. Ich rate unseren Gästen immer, diese Berner Eigenheiten anzuschaun.
Allerdings wird auch mir ein bisschen schwindlig bei Beträgen von 250 Millionen – das wird man schon gut erklären müssen, wenn es soweit ist. Da muss dann schon mindestens ein richtig schöner Park dabei rausschaun, offen und einladend für alle, nicht hinter Gittern, die abends geschlossen werden, mit einem Restaurant, das abends ebenfalls bis spät geöffnet hat.
Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Museen fände ich auch wichtig. Will man tatsächlich deutlich mehr Leute in die Museen locken, muss sich vieles ändern – es gibt so viele Leute, die eigentlich nie ins Museum gehen. Da könnte man sich im Ausland mal ein bisschen nach Ideen umschaun. Ich war schon in Städten, wo der Eintritt schlicht und einfach gratis war (so wie wir es zum Beispiel mit den Freibädern machen). Oder man könnte einen Museumspass verkaufen, mit dem man für verhältnismässig wenig Geld mehrere Museen besuchen kann, Tages- oder Mehrtagespässe, und das prominent bewerben. Flatrates aller Art sind ja extrem populär heutzutage. So würden die Leute vielleicht tatsächlich ein bisschen mehr Zeit in Bern verbringen, statt nur von hier aus nach Luzern, aufs Jungfraujoch usw. zu pendeln.
Bei all dem sollte man aber die Berner Bevölkerung nicht vergessen: Wenn sie 250 Millionen dafür aufwirft, sollte sie nicht auch noch 24 Franken für einen einzelnen Eintritt ins Historische Museum bezahlen müssen. Dafür müsste dann schon ein ganzer „Museumstag“ drinliegen, mindestens. Man würde dann vielleicht auch mal ein ein Haus gehen, in dem man noch nie war.




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Peter Zürcher

Wie war das doch 1984? Da wollte doch ein österreichischer Architekt namens Heinz Tesar die Berner Altstadt verbessern und aufwerten und touristisch attraktiv machen. Deshalb erfand er zweit Türme an der Nydeggbrücke, die das Stimmvolk dann glücklicherweise hochkant abschmetterte. Jetzt heisst der Phantast Bogner, kommt ebenfalls aus Wien und weiss auch, wie man das Kirchenfeldquartier aufwertet. Geld ist bei ihm Nebensache. Also alles eine Nummer zu gross, aber Berns Tourismuslobby schreit schon Beifall …




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Christoph Zürcher

250 Mio für die bernische Kultur? Absolut toll! Aber dieses Geld sollte man nicht in unterirdische Gänge verlochen, sondern in Humankapital stecken. Wer die bernische Museumslandschaft in die erste europäische Kulturliga hissen will, muss hochkarätige Wechselausstellungen anbieten, die ausstrahlen und die im Austausch ins Ausland gehen können. Bauliche Massnahmen bringen allein absolut keinen Mehrwert, aber künstlerische Qualität schon. Dafür braucht es Fachleute und Betriebskapital. Die Berner Museen haben tolle Ausstellungsmacherinnen und Ausstellungsmacher – gebt ihnen Finanzen in die Hand, damit sie die Schätze der bernischen Museen ins Licht setzen und bekannt machen könne, dann kommen auch die Touristen.




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Aroma- Garantie

Ich wünschte mir, Bern würde sich als lebendige Kulturstadt positionieren und nicht als museale und das Geld in Kulturförderung auch ausserhalb der Institutionen investieren. Wenn Beton, dann sozialer Wohnungsbau.




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Kurt Widmer

Das Areal zwischen Landesarchiv und historischem Museum ist heute ein fragmentierter Unort. Der Umschwung des historischen Museums einerseits und des naturhistorischen Museums andererseits sind zwar hübsch gestaltet aber immer völlig verlassen. Die Muesumsinsel hat das Potenzial zu einem neuen Stadtpark, dabei macht es Sinn die nötigen Arbeiten für das historische Museum gleichzeitig auszuführen. Touristisch ermöglicht der aufgesetzte Plan die Entlastung der Altstadt und kann den ganzen Kanton als Tourismusstandort stärken.




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Henri Sommer

Die Museen von Bern sind in Ordnung, haben doch aber eigentlich bloss eine regionale Bedeutung und kommen an Museen anderer europäischer Städte nicht heran. Dafür ein Museumsquartier bauen zu wollen, finde ich überrissen. Auch die 250 Mio, die dafür aufgewendet werden sollen, hinterlassen Fragezeichen. Die Stadt Bern hatte doch bereits Mühe und brauchte mehrere Jahre, um 6 Mio aufzutreiben und einen kleinen Teil des Marzilibades zu renovieren. Wie will sie dann 250 Mio stemmen?




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Wer einmal in Wien im Museumsquartier war, weiss, dass ein solches Areal für Bern eine grosse Chance ist. Heute sind die verschiedenen Museen im Kirchenfeld zwar ganz nahe bei einander – aber dennoch getrennt. Einerseits fehlen die offenen Wege und direkten Verbindungen für die Besucher. Andererseits braucht es eine viel engere Zusammenarbeit zwischen den Institutionen. Mit einem offenen Museumspark zwischen den Gebäuden und Kombi-Tickets für die verschiedenen Museen würden heutige Barrieren endlich aufgehoben. In Wien verdreifachten sich offenbar mit dem neuen Museumsquartier die Besucherzahlen. Davon würde nicht nur die Stadt, sondern auch der ganze Kanton Bern profitieren. Ich freue mich jedenfalls schon heute auf das BMQ (Berner Museumsquartier).




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    Theodora Bill

    Wieso braucht es eine engere Zusammenarbeit? Das sind doch Gemeinplätze, wie sie von „Managern“ und Politikern gern verbreitet werden. Es macht sich gut, Zusammenarbeit zu fordern. Es fällt dann auch nicht auf, dass man nichts davon versteht. Welche ernsthaften Museumsbesucherinnen und -besucher wollen in ein Museum gehen, das Potpurri und Einheitsbrei serviert.

    Wer eine Kunstaustellung sehen will, geht nämlich ins Kunstmuseum, wer naturwissenschaftlich interessiert ist, geht ins Naturmuseum. Und nun kommen bereits die Fusionierer. Nur merken sie nicht, das zwischen einem Industriebetrieb und einem Museum ein paar kleine Unterschiede auszumachen sind. Und ein Kommunikationsmuseum hat mit einem Schützenmuseum etwa so viel zu tun, wie eine Lokomotivfabrik mit einer Yoghurtfabrik. Lassen wir doch die Museumsfachleute ihren Job machen. In Bern wird ernämlich fast immer sehr gut gemacht.




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    Hanni Zurbuchen

    Um Kombi-Tickets zu verkaufen, braucht es kein unterrirdisches Tunnelsystem für die Museumszugänge. Wir sind schliesslich im digitalen Zeitalter und da muss es möglich sein, von jedem Internetzugang auf der ganzen Erde ein Kombiticket zu ordern. Die Frage ist, wer Kombitickets kauft. Vermutlich vor allem die Touristenhorden, die dank Kombiticket 7 Musen pro Stunde absolvieren und dann weiterziehen Können. Aber Bern hat ja nichts lieber als den Massentourismus.




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