Redaktion Der Bund
11. Februar 2020
33 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Rolf Brun

Wenn die Theorie stimmt (was ich bezweifle), dass schwächere Schüler dank besserer Durchmischung profitieren können, muss man leider auch vom Gegenteil ausgehen. Nämlich, dass stärkere Schüler durch schwächere behindert werden.




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Adrian Haas

Die soziale Herkunft, welche die Bildungs-Chancen teilweise bestimmt, hängt mit der Familie sprich den Eltern zusammen. Diese ändert man nicht mit der Zuteilung auf Schulhäuser. Ausserdem werden sich Eltern, die mit einer Zuteilung nicht einverstanden sind, mit einem Wohnortswechsel in eine Agglomerationsgemeinde zu helfen wissen.




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Vanessa Kaeser

Wir haben ein Stadtplanungsproblem: Zu wenig Ressourcen. Kinder mit Algorithmen verteilen und aus den Wohnquartieren nehmen würde aus pädagogischer Sicht wenig Sinn machen. Sollen Kinder städtebauliche Probleme glattbügeln?

Viel einfachere Lösung mit Quartierbezug für die Kinder: Möglichst geringe Stratifizierung (frühe Selektion wann immer und so lange wie möglich vermeiden), viel kleinere Klassen für Alle (maximal 16) und transkulturelle Kompetenzen der Lehrpersonen inkl. Fachwissen DaZ schulen & gut geplante Stadtentwicklung, welche Schule und Diversität von Anfang an und bewusst (!) mit in die Planung miteinbezieht und Durchmischung PLANT. Das würde sich um ein Vielfaches auszahlen für Alle. Und die Schweiz könnte es sich leisten, das will mir nicht in den Kopf. Insbesondere die sparwütigen Parteien, welche immer bei der Bildung sparen, sind verantwortlich für diese Ungleichheiten.

Es freut mich, wenn endlich mehr über gerechte Zugänge zu Bildung diskutiert wird, aber bitte nicht Quartierteilbashing (Länggasse gegen Betlehem etc. ) betreiben, das führt zu wenig auf einer gesamtgesellschaftlichen oder kantonalen Ebene. Warum nicht zusammen solidarisch für mehr Ressourcen für Alle einstehen? Jede Lehrkraft sagt es und weiss es: Wir haben viel zu wenig Ressourcen im Allgemeinen im Schulbereich um all die anstehenden Aufgaben professionell zu lösen.

Und es scheint, momentan sei kein Stadtteil in Bern mit zu vielen Ressourcen ausgestattet, es mangelt überall an Raum, Lektionen – und funktionierenden digitalen Möglichkeiten. Oder findet hier irgendjemand Klassen mit 27 oder 28 Schülerinnen ideal? Natürlich kann man mit Algorithmen Schüler*innen verteilen. Der bedenklich wachsende Markt an Privatschulen wird das Bild wiederum verzerren.

Also: Selektion abschaffen, viel kleinere Klassen zur Norm werden lassen, in höhere DaZ-Ressourcen investieren…. Und keine medial aufbereiteten Geschichten à la „reiches Kirchenfeld gegen armes Betlehem“. Im Schulhaus Sonnenhof wird jede einzelne Lektion dringend benötigt, Schulhaus Laubegg platzt aus allen Nähten und ist mit drei Klassen komplett überbelegt.

Mangelnde Stadt-und Sozialraumplanung auf Kosten der Kinder und engagierten Lehrkräften…




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Peter Müller

Genau das Gegenteil sollte man in Betracht ziehen. Schulen speziell für Kinder mit Migrationshintergrund, damit diese als erstes einmal Deutsch lernen können. Aber auch die Werte, Rechte und Pflichten und Verhaltensregeln müssen erst einmal beigebracht werden.

Davon profitieren auch die anderen Berner Schulen, da dort das Niveau der Bildung (massiv) steigt. Es müssen nicht mehr Grundlagen unterrichtet werden.




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Katharina Wiedmer

Ich sehe die Chancengleichheit nicht grundsätzlich in einer Durchmischung von Schülern, sondern bei den Eltern und beim Bildungs- Unterstützungsangebot.

Im Westen lebende Eltern können oft selber die deutsche Sprache nicht sprechen und somit die Kinder nicht unterstützen, auch sind sie an einer Förderung für ihr Kind in eine Sek oft gar nicht interessiert -dies hat mit ihrem sozialen Status schon in ihren Heimatländern zu tun.

Ich habe eine englisch sprechende Schwiegertochter und kenne die Problematik der Integration in der Schule.

Die Kinder müssten 2 Jahre den Kindergarten besuchen, um deutsch sprechen zu können, bevor sie eingeschult werden – und die Eltern müssten Deutsch Level A2 mindestens sprechen können – dies hat auch mit dem Integrationswillen zu tun.

Tagesschulen sollten vermehrt im Angebot sein, aber nicht Pflicht.




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Jürg Weber

Wenn Kinder einander helfen und von einander lernen, ist das schön und gut, aber es ist nicht ihre Aufgabe! Die Tagesschule ist eine Möglichkeit, intellektuelle und soziale Defizite zu verbessern, aber dazu braucht es pädagogisch engagierte Betreuende, und wer will denn schon den Schulweg der Kinder künstlich verlängern / Mehrverkehr?




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Klaus Meyer

Durch den Lehrplan 21 und das Wegfallen der Hausaufgaben haben wir keine Übersicht mehr, ob unser jüngstes Kind die Anforderungen des Lehrplans erfüllen kann.

Was wir gemerkt haben, ist aber die Frustration beim Lernen, wenn niemand hilft. Die Lehrerin hat nämlich keine Zeit, jeden Tag in der Schule mit 21 Kindern zu üben. Somit machen wir nun jeden Abend mit unserem Kind 15 – 45 Minuten Aufgaben/Übungen (Lesen, Schreiben, Math), je nachdem wie wissbegierig und motiviert es noch ist. Und das Kind geniesst es, wenn es uns fragen kann, wie das mit dem Lesen denn nun genau geht. Und es macht gute Fortschritte und wir haben wahrscheinlich gerade rechtzeitig eine grosse Lesefrustration verhindert. Ich bin zuversichtlich, dass es am Ende des Schuljahres flüssig lesen und einigermassen schnell schreiben kann.

Nun zum Diskussionspunkt hier: Denken Sie ernsthaft, diese Chancenungleichheit, die sich hier ergibt durch unser Kümmern um unser Jüngstes lässt sich durch soziale Durchmischung „entfernen“? Nicht ernsthaft… Wenn ihr was ändern wollt, müsst ihr alle Kinder ins Internat sperren.




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Ich finde, man kann es auch übertreiben mit der Gleichmacherei. Vielleicht sind die Schüler im Westen ja wirklich etwas schwächer und dementsprechend ist es nur richtig, gehen dort weniger in die Sek und ins Gymi.

Durchschnittlich sind auch die Mädchen je länger je erfolgreicher im Vergleich, will man da auch etwas „dagegen unternehmen“? Und was? Geschlechtermässig ist die Durchmischung an den Schulen ja längst Tatsache.

Kinder von Akademikern werden im Schnitt immer erfolgreicher sein in der Schule, aber ist das denn so schlimm? Hohe Bildung macht nicht automatisch glücklich. Wir müssen nicht alle einen Doktortitel haben. Sonst haben wir irgendwann Zustände wie etwa in Südkorea, wo auch die Leute am Fliessband ein Studium absolviert haben.

Ganztagesschulen sind sicher eine gäbige Sache, für die Eltern, aber auf den Lernerfolg der Kinder dürfte das keinen Effekt haben. Für diesen sind andere Punkte entscheidend: Motivation, Intelligenz, und ein guter Lehrer (Lehrerin). Durchmischung aber macht Kinder nicht schlauer, das Antreiben durch die ehrgeizigen Eltern ebenfalls nicht.




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Katharina Wiedmer

@ Mihalyi – wenn aus Ihrer Sicht nicht die deutsche Sprache das Problem ist, könnte es am Verhalten der Jugendlichen liegen- aus Ihrer Sicht sicherlich auch nicht…

Mein Enkel besuchte eine Klasse mit Jugendlichen aus diesen Clans – das Verhalten gegenüber den Mitschüler und Lehrpersonen war derart respektlos- zu Unterrichten kaum möglich. Daran liegt es primär, dass keine Lehrpersonen erpicht sind im Westen Berns zu unterrichten.

Mein Enkel besucht nun eine Privatschule und seine Leistungen haben sich markant verbessert.




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Max Mustermann

Ich bin selbst Schüler an einer Schule im Berns Westen gewesen, habe auch viel im Freundeskreis darüber diskutiert und kann aus erster Hand sagen, was meiner Meinung nach das Problem ist.
Grundsätzlich ist es so: Keine „kompetenten“ Lehrpersonen wollen in Berns Westen unterrichten, ich gebe euch ein Beispiel und zwar meine Klasse.

Ganze 3mal wurde der Klassenlehrer in der Oberstufe ausgetauscht, der Schulleiter hat nach dem zweiten Mal einen „Krisen“-Elternabend einberufen, wo er erklärt hat, dass er nur zwei brauchbare Bewerbungen erhielt auf die Stelle und er keine weitere Möglichkeit sah.

Unser letzter Lehrer hatte irgendwann mal die PH absolviert, aber bevor er uns unterrichtete, hat er Pizza ausgeliefert, lustig nicht wahr?

Ich habe noch unzählige Beispiele. Meldet euch, wenn Ihr mehr wissen wollt. Also wie gesagt, vergesst das mit der sozialen Durchmischung und schickt unseren Kindern im Westen von Bern Lehrpersonen, die den Mut haben, vor einer Klasse zu stehen, die halt aus ein bisschen mehr Temperament gefüllt ist als sonst.




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Gabriela Zouggari

Mit der geplanten sozialen Durchmischung ist das Problem nicht gelöst. Im Gegenteil: Es führt zu doppelt so vielen Opfern. Alle Schüler, die in die schwachen Klassen wechseln müssen, verlieren ihre Chancen, weiterhin genug lernen zu können. Der grosse Anteil der schwachen Schüler schwächt die stärkeren Schüler. Sie stärkeren Schüler möchten lieber selber lernen und ihre Zeit nicht als Lernstütze für die Schwachen einsetzen müssen. Das Niveau der schulischen Leistungen wird mit der Durchmischung sinken. was bleibt, damit nicht alle keine Lernchancen mehr haben, ist die Privatschule – wie im Ausland!

Für die Behebung der nicht existenten Chancen für Schüler aus bildungsfernem Milieu müssen andere Massnahmen ergriffen werden. Auch wenn es mehr kostet: Die allgemeine Senkung des Bildungsniveaus führt zu katastrophalen Mehrkosten.




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Hans Joss

Vernachlässigt die Stadt die Kinder in Berns Westen?
•Tut die Stadt Bern genug, um die Chancen von Kindern aus bildungsfernen Milieus zu sichern?
Seit 15 Jahren arbeite ich mit Schüler/innen an einem 12. Schuljahr. Die Schüler/innen erhalten die Möglichkeit, ihre schulischen Fähigkeiten zu festigen und gleichzeitig eine Lehrstelle zu finden.
Im Wechsel haben sie eine Woche Unterricht, anschliessend gehen sie eine Woche schnuppern in verschiedenen Firmen. Ein anspruchsvolles Jahr, das die Mehrheit der Lernenden erfolgreich abschliesst.
Mein Auftrag: pro Woche 4 Lektionen individuelle Lernhilfe (ILF). Die Frage, ob die Stadt Bern genug tue um die Chancen von Kindern aus bildungsfernen Milieus zu sichern, muss ich verneinen. Warum?
Hier einige ausgewählte Beispiele: Ein Teil der Lernenden, mit denen ich arbeite, verfügen über minimale Grundkompetenzen in Mathematik: Niveau 2./3. Klasse. Das kleine einmaleins ist ein Problem, ebenso der Zahlenraum 1 bis 100. Die vier Grundoperationen bereiten mündlich und schriftlich Schwierigkeiten. Dabei handelt es sich um normal intelligente Lernende, die wenig individuelle Förderung erhalten haben, wie sie im Lehrplan 21 vorgesehen ist.
Oft erhielten sie zwar reduzierte individuelle Lernziele (RiLZ), jedoch ohne anschliessende individuelle Förderung.
Weitere Merkmale sind schwaches Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen. Der familiäre Hintergrund kann den Jugendlichen oft wenig Rückhalt bieten. Umso eindrücklicher für mich der Einsatz der Lehrpersonen während diesem Zwischenjahr.

•Was müsste sie besser machen?

Den Schulen so viele Ressourcen zur Verfügung stellen, damit sie den LP 21 im Alltag nachhaltig und überprüfbar umsetzen können.

LP 21: ‚Die Volksschule erfüllt ihren Bildungsauftrag in Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten und unterstützt diese in ihrem Erziehungsauftrag.
Ausgehend von den Grundrechten, wie sie in der Bundesverfassung und den kantonalen Volksschulgesetzen formuliert sind, orientiert sich die Schule an folgenden Werten:
Sie geht von christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen aus.
Sie ist in Bezug auf Politik, Religionen und Konfessionen neutral.
Sie fördert die Chancengleichheit.
Sie fördert die Gleichstellung der Geschlechter.
Sie wendet sich gegen alle Formen der Diskriminierung. (Somit auch gegen die Selektion, die noch immer gefördert wird H.J.)
Sie weckt und fördert das Verständnis für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und die Erhaltung der natürlichen Umwelt‘.




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Christian Müller

Die Durchmischung der Schulkinder nach dem Zufallsprinzip wird das Unterrichtsniveau auf dem niedrigst möglichen Stand einpendeln. Dazu kommt der zunehmende Stress für die Kinder durch den längeren Schulweg. Hätte ich schulpflichtigen Nachwuchs, würde ich sofort eine IG dagegen gründen.

Hingegen können Ganztagsschulen nützlich sein zur Förderung von Kindern, die beim Schuleintritt kein oder wenig Deutsch sprechen.




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Manuel C. Widmer

Mich würde ja mal eine entsprechende Grafik interessieren, die zeigt, wie viele dieser Sek-SchülerInnen nach einem und nach 2 Jahren noch in der Sek sind. In die Sek kommen ist wohl einfacher, als sich da auch halten.

Evtl. könnte eine solche Grafik auch Aufschluss darüber geben, ob die vielen Übertritte den Leistungen geschuldet sind – oder unterschiedlichen Anforderungen in den Quartieren. Wenn ich jemanden für die Sek empfehle, will ich verhindern, dass er/sie nach einem halben Jahr die Enttäuschung einer Rückversetzung erleben muss. Die 5 muss sicher sein, der/die SchülerIn auch!

Ich habe schon von Schulen gehört, wo 5./6.-Klass-Lehrer Wetten abschliessen, wer mehr Kids in die Sek. bringt…

M.C. Widmer
Lehrer in 3027 Bethlehem




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Carl Blumer

Fakt ist, dass es im Westteil der Stadt Bern überdurchschnittlich viele Schüler und Schülerinnen hat, in deren Herkunftsmilieu nicht Deutsch gesprochen wird. Warum passt man die Klassengrösse nicht der Anzahl Schüler und Schülerinnen aus nicht deutschsprachigem Herkunftsmilieu an? Je mehr Schüler und Schülerinnen nicht deutscher Muttersprache, desto kleiner die Klassen. Mögliche Lösung: ein fremdsprachiges Kind entspricht zwei deutschsprachigen Kindern.




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Daniel Moser

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen deutlich auf, dass Kinder aus der Mittel-und Oberschicht die besseren Chancen haben, in einen höheren Schultypus zu gelangen. Um die bestehenden Ungerechtigkeiten zu beheben, gibt es zwei Möglichkeiten:
a) eine bessere soziale Durchmischung der Quartiere zu fördern
b) die bestehende Selektion innerhalb der obligatorischen Schulzeit abzuschaffen.




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Theodor Weissenstein

Das ist gar nicht gut für rot-grün Bern. Wenn man die Kinder nicht fördert und „bildungschwache“ oder gar „bildungsfremde“ „Schichten“ zulässt, werden diese v.a. rechts wählen. Da schneidet sich die Stadt ins eigene Fleisch.




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    Niklaus Huber

    Sie machen sich lächerlich mit Ihrer Rechtsphobie. Nach Ihrer Logik bedeutet guter Unterricht also rotgrün gefärbter Unterricht. Also Ideologie-Ausbildung der Linken (was ja schon länger und fast überall in den Städten der Fall ist).

    Ich bin in Berns Westen aufgewachsen und dort ab 1968 zur Schule gegangen. Resultat: Zwei Anwaltsprüfungen (Bern und Kalifornien) bestanden und einen Mastertitel einer amerikanischen Eliteuni.

    Fazit: Wer will und das Zeug hat, schafft es auch von Pimperlitz. Heute sowieso mit all‘ den läppischen, überrissenen und viel zu teuren Förderungsmassnahmen, die garantieren sollen, dass alle Löwen auf diesem Planeten gleich gross und fett werden, was die Natur einfach nicht so vorgesehen hat…




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      Theodor Weissenstein

      Sie haben nichts verstanden, Herr Huber. Der Unterricht soll sein, wie er halt ist. Rot-Grün schon gar nicht. Aber Tatsache ist – es gibt viele Studien -, dass je empathischer und intelligenter Menschen sind, desto weltoffener werden sie und eben auch mehr links. Ebenfalls erwiesen ist, dass die Studenten mit den durchschnittlich höchstem IQ Geschichte studieren. Dort hat es 75% links-mitte orientierte Studenten. Es geht um IQ und EQ, nicht Indoktrination. Aber Soziologie und Psychologie ist wohl nicht ihr Feld?




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Rolando Di Petro

Vernachlässigt die Stadt die Kinder in Berns Westen?
Ich bin der Ansicht, dass dieses Problem vielschichtig ist. Berns Politik strebt unter anderem „Mulitkulti“ an, versäumt es aber die Bildung von Parallelgesellschaften abzuschwächen oder sogar zu minimieren. Beispielsweise Gäbelbach, Holenacker oder vor allem Bethlehem weisen einen Ausländeranteil von knapp 40% auf. Der Anteil an ausländischen Schülern in Schulen beträgt knapp 62%. Hier muss eine Durchmischung der Bevölkerung dringend stattfinden, ansonsten werden die Zahlen und mit ihnen das Bildungs- aber auch Sozial-Problem in den kommenden Jahren noch gravierender ausfallen. Die Konsequenzen daraus sind doch seit Jahrzehnten zu beobachten. Hoher Ausländeranteil in Schulen, gut qualifizierte Lehrkräfte wollen dort nicht arbeiten, Stadträte (sogar SP und Grüne) leben nicht in diesen Quartieren oder stecken Ihre Kinder in Privatschulen. Dies hat eben Signalwirkung! Schliesslich endet es in Frust, Wut, Parallelgesellschaft, Bildungsungleichheit, sozialen Unruhen und Kriminalität. Aus meiner Sicht sollten folgende Beispiele angegangen werden:

– Bern muss Immobilien freigeben, ansonsten kaufen, um billige Miet-Wohnungen zu schaffen, die sie für Familien aus westlichen Quartieren anbietet.

– Stadträte sollten mit ihren Familien in die genannten Quartieren ziehen, um volksnäher zu sein und ihrem sozialen Gedankengut gerecht zu werden.

– Das Lehrpersonal im Westen von Bern sollte höher qualifiziert sein, aber auch wesentlich besser entlohnt werden. Es müssen Anreize geschaffen werden.

– Zu guter Letzt sollte auch die Integration der Eltern wesentlich energischer und fordernder angegangen werden.

Als ehemaliger Ausländer (Secondo) weiss ich, von was ich spreche. Viele meiner damaligen Mitschüler oder Jugendfreunde schafften keinen sozialen Aufstieg, befreundeten sich oder heirateten innerhalb ihres Kulturkreises, verliessen das Quartier nicht und haben jetzt Kinder, die dasselbe erleben werden.




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