Redaktion Der Bund
24. September 2020
35 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Jacqueline Gerber

1958 wollte ich gerne Lehrerin werden, 13 Jahre nach Kriegsende. Mein Gesuch um ein Stipendium ging mit dem Antrag meiner Klassenlehrerin an den Schulvorsteher. Das darauf folgende Gespräch mit ihm war kurz, ich kann mich nur an die eine Frage erinnern: Welche Zeitung liest dein Vater? «Der Bund» verkündete ich nicht ohne Stolz. Mein Gesuch wurde wenig später abgelehnt – ohne Begründung.

Trotzdem bin ich seit nunmehr 56 Jahren zusammen mit meinem Ehemann immer noch eifrige «Bund»-Leserin. Wir teilen uns die interessante und umfassende Lektüre.

Vielen Dank für alles.




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elisabeth müller

als ich ein kind war, es muss zwischen 1971 und 1975 gewesen sein, hat mir mein götti am 1. april gesagt. im bund stehe, dass man den bärengraben ausbauen wolle, so dass die bären in der aare schwimmen könnten. ich fand das eine super idee. heute ist sie längst umgesetzt. ich kann mir noch heute nicht erklären, warum dies so lange gedauert hat und anscheinend für die menschen so abwegig war, dass man dies als aprilscherz in der zeitung druckte.




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Jürg Maurer

Viele Jahre war Der Bund mein Begleiter.
Seit der Bund nur noch in eine Richtung „infomiert“ geht es ohne.




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Alexander Fasnacht

Auf der Traminsel am «Loeb-Eggä» stand jeweils der Bundverkäufer und hat dort lautstark den Bund angepriesen und ich erinnere mich noch gut: «Drrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr Bund» hat es getönt. Das ist etwa 60 Jahre her. PS: Die Traminsel am Hauptbahnhof sah etwa so aus, wie die heutige Tramstationen im Breitenrain oder Burgerenziel.




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Peter Suter

Ich bin an der Gutenbergstrasse 5 aufgewachsen und bin im Brunnmatt- und Munzingerschulhaus zur Schule gegangen. Von meinem Hinterhofzimmer hatte ich immer Blick auf das Bundtürmchen und das hat mir immer so Eindruck gemacht wie der Blick auf einen Kirchturm. Die Fenster oben im Turm haben mich so fasziniert, dass ich meinen Kollegen vorgeschwindelt habe, zu unserer Wohnung gehöre eine Mansarde dort oben, weil das für mich ein Prinzenzimmer gewesen wäre. Ebenso war ich begeistert von den Bedfords, die die Zeitungen früh morgens ausgeliefert haben. Alles Seitentüren. Das waren meine Kinderträume. Dem Bund weiterhin alles Gute




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Sibylle Kamber

Ich bin mit dem „Bund“ aufgewachsen. Mein Vater sass in meiner Erinnerung abends immer „Bund“ lesend auf dem alten Sessel. Dass auch meine Mutter die Zeitung las, realisierte ich erst, als sie eines Morgens aufgeregt in die Stube kam und sich beschwerte, dass der Pösteler den „Bund“ heute nicht gebracht habe.

Das Abonnement habe er gestern gekündigt, erwiderte mein Vater. Er sei empört, dass sein Leserbrief zum Raumplanungsgesetz nicht abgedruckt worden sei. Meine Mutter, zuerst sprachlos, griff zum Telefonhörer und machte die Kündigung rückgängig.

Sie las den „Bund“ noch im Altersheim- so lange es ihre Augen zuliessen.




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Andres Zbinden

1956 im Geschichtsunterricht im Gymer forderte uns der Geschichtslehrer Dr. H. auf, regelmässig eine Tageszeitung zu lesen. Um dies zu ermöglichen, musste ein Blatt abonniert werden.

Am Familientisch entschieden wir uns für den „Bund“. Sechs Jahre später während des Studiums war ich einige Monate lang Volontär auf der Wirtschaftsredaktion bei Dr. Erwin Ruchti. Seine journalistischen Steckenpferde waren die Propagierung flexibler Wechselkurse und Veränderungen in der Landwirtschaftspolitik.

Mein Arbeitplatz war in seinem Büro, und ich durfte alle seine Telefongespräche mitanhören. Ab und zu schickte er mich an Pressekonferenzen von nicht allzu grösser Bedeutung. So war ich zum Beispiel an der Muba-Pressekonferenz einer Uhrenfirma, als diese ihren kratzfesten Damen- und Herrenarmbanduhren lancierte.

Bei der Berichterstattung tags darauf erwähnte ich, dass die Journalistinnen und Journalisten zum Mittagessen eingeladen worden wären und dass alle einen Gutschein für den Bezug einer Uhr erhalten hätten.

Das wäre typisch für das Verhalten der Firmen urteilte er, würde man die Journalisten vollstopfen und abfüllen (seine Wortwahl war etwas derber), so könnten diese ja nicht anders, als die Produkte einer Firma in höchsten Tönen zu loben. Ob ich am Essen teilgenommen und den Gutschein schon eingelöst hätte? Ich verneinte.

Wenn ich eine gute Uhr hätte, sollte ich den Gutschein vernichten, was ich dann auch tat. Einige Wochen später lag im Redaktionsfach ein Paket mit eben dieser verschmähten Uhr und einer Mitteilung, offenbar hätte ich vergessen, den Gutschein einzulösen.

Dr. Ruchtis Reaktion: „Wenn die Ihnen die Uhr nachschmeissen, dann nehmen Sie sie!“ Dr, Erwin Ruchti, Dr. Walo von Greyerz (Ausland), Dr. Otto Frauenlob (Inland) und Dr. Walter Egger (Chefredaktor) waren Zeitungsmänner, deren Format mir bis heute als Gradmesser für die Beurteilung der Qualität einer Zeitung dient.




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Hans Weiss

In den 80er-Jahren standen im Impressum des BUND Redaktoren und Redaktorinnen mit Namen: Lang, Gross, Dick, Stark und Kurz. Unsere Kinder hat das amüsiert, für uns Erwachsene waren diese Namen Synonym für eine Zeitung, die unser Informationsbedürfnis vollständig abgedeckt hat.




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Franziska Heim

Eigentlich mag ich die Zeitung «Der Bund». Aber in den letzten paar Jahren driftete diese Zeitung immer mehr politisch nach links. Jetzt ist dieses Blatt leider nicht mehr neutral und Meinungen aus der Mitte und rechts werden nicht mehr geduldet. Man sieht es auch an den Leserkommentaren. «Der Bund» sollte wieder offener werden und auch über politisch Andersdenkende neutral berichten.




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Bernhard Künzler

Heute in der Bund-App: Spannende Geschichten über die spannenden 80er-Jahre, die ich als Mitarbeiter der Lokalredaktion (Region) miterlebt habe. Aber: Wo bleiben die wunderbaren Bilder der Bund-Fotografen wie Hansueli Trachsel oder Max Füri, die damals das Bild und das Renommee des Bund massgeblich mitgeprägt haben? Die Bilder zur Illustration sind alle von BZ-Fotografen – wohl aus dem Staatsarchiv. Wurden die Bund-Bilder entsorgt? Das wäre jammerschade.




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Barbara Gurtner

Herzliche Gratulation zum Jubiläum und ich hoffe, noch viele Jahre spannende, informative und hinterfragende Artikel von Ihnen lesen zu dürfen.

Als ich als junge Frau vom Elternhaus auszog, abonnierte ich «Der Bund» und er begleitet mit seitdem jeden Tag zur Arbeit.

In guter Erinnerung ist mir die Rettungsaktion, um die Zeitungsvielfalt im Kanton Bern erhalten zu können. Und unvergessen ist die letzte Seite mit dem Cartoon von Gary Larson, damals startete ich das Zeitunglesen von hinten.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aktuell: Für meinen Geschmack werden die Wörter immer häufiger in unlogischer Reihenfolge geschrieben. Das liest sich dann in etwa so: Als ich heute morgen ging zum Briefkasten, fand ich vor den neusten «Der Bund». Ich bin überzeugt, dass es nur noch wenige Jahre dauert bis auch ich nicht mehr über solche Sätze stolpere. Happy Birthday!




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Markus Spycher

Warum entschied ich mich (74) als junger Bursche für den «Bund»? Wegen des Feuilletons. Da war die lokale Konkurrenz chancenlos. Einmal hat mich ein Bund-Redaktor nach einem Leserbrief sogar angerufen. Einen Mangel empfinde ich aber bis heute beim geschätzten Jubilaren: Der französisch sprechende Teil unseres Kantons wird meiner Meinung nach zu stiefmütterlich behandelt (im Gegensatz zum Oberland). – Ich weiss, dass es sich nicht geziemt, an einem hohen Geburtstag die dunklen Punkte auf dem Ehrenschild des Jubilierenden zu erwähnen. Trotzdem: Herzliche Gratulation und ad multos annos.  




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Charles Cornu

Da gab es doch mal das Restaurant Sansibar in Bern, wo mein Vater (übrigens ein ehemaliger Bund-Redaktor) mir hie und da eine heisse Schoggi spendierte. 1964 dann die Schlagzeile im Bund «Umsturz in Sansibar». Diese Meldung erschütterte mich damals zutiefst! Was war geschehen in unserem Restaurant? Was war umgestürzt? Zum Glück gelang es meinem Vater, mich zu beruhigen – unserem «Sansibar» war nichts passiert, und das «richtige» Sansibar war ja so weit weg!




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Judith Bürki-Cohen

Ich besuchte den Bund an der Effingerstrasse für einen Schulvortrag, da waren noch Lochstreifen im Einsatz!




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Peter Willener

Ich habe mit dem «Bund» lesen gelernt, bevor ich in den Kindergarten kam. Das muss 1956/57 gewesen sein. Ich wollte einfach wissen, was die Erwachsenen mit diesem frühmorgendlichen Wust von schwarzen Zeichen auf weissem Grund machen! Meine Mutter hat sich dann die Mühe und Zeit genommen, mir diese Zeichen zu erklären, so dass ich dazu kam, zu verstehen, was diese unendlich langen Abfolgen von geraden, geschwungenen und eckigen Symbolen mit meiner Alltagssprache zu Hause zu tun hatten.

Älteste/r und erste/r Eindruck/Erinnerung: ich lernte die Worte «algerischer Aufstand»!! Nicht dass ich verstanden hätte, was das sei (nehme ich an), aber es gab mir das Gefühl, in diese geheimnisvolle Welt der Erwachsenen eingetreten zu sein und ich das verstehen konnte, was sie in ihrem Leben so beschäftigte, dass es – gedruckt werden musste!

Und seither hat mich der «Bund» begleitet, über 60 Jahre, u.a. als Anfeuerpapier für Holzöfen, Ausstopfmittel für nasse Schuhe, zusammengeknautscht als Dämpfer für kostbare Sachen in manchem Paket, usw. usw. Und vor allem als unerschöpfliche Quelle für Wissen, für das Erkennen von Zusammenhängen, für das Schärfen des kritischen Geistes (68er!) – und sogar, last not least, für fundierte Sportreportagen…

Gratulation, lieber «Bund». Und für die nächsten 170 Jahre: langen Atem in allen Dingen!




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René Tschirren

Von klein auf bin ich ein «Bund»-Kind. Wenn auch nicht Stadtberner hat es bei uns zu Hause nie eine andere Tageszeitung gegeben. Wenn manchmal der passionierte NZZ- und Tagi-Leser Onkel H. aus dem fernen Zürich zu Besuch kam drückte ihm mein Vater den «Bund» in die Hand «… dass mer wieder einisch e richtig Zytig i de Finger hesch».

Mit einem kurzen «Abstecher» bin ich nun selber seit Jahrzehnten Bund-Abonnent.




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Daniel V. Moser

Mit der Lektüre des «Bund» begann ich als Zwölfjähriger 1954 und setzte die Lektüre bis 2020 fort (und werde es weiterhin tun); für meine Dissertation über die bernische FDP las ich zudem noch alle Ausgaben zwischen 1890 bis 1922. Dies ergibt eine Lesezeit von fast 100 Jahren.

Am 30.August 1918 – kurz vor dem Generalstreik – schrieb der «Bund»: «Die Unzufriedenheit weiter Volksschichten…beruht zum Teil auf einer unbefriedigenden Verteilung der Arbeitserträgnissen zwischen Kapital und Arbeit in dem Sinne, dass die Arbeit bei dieser Verteilung noch vielfach verkürzt, das Kapital aber bevorzugt wird.»

Das sind klare Worte einer durchaus nicht links stehenden Zeitung.




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Barbara Krebs

Von 1980-86 war ich freie Mitarbeiterin beim «Bund»-Feuilleton. Meine Vorbilder waren Charles Cornu, Martin Etter und Fred Zaugg. Ich hatte oft den Auftrag, in einem Theater oder Kleintheater die Premiere zu besuchen und darüber zu schreiben. Was kann man sich Schöneres und Spannenderes wünschen als gute Karten für einen Theaterabend, von dem es noch nicht mal eine Kritik gibt? Allerdings musste ich den Text am folgenden Morgen vor neun Uhr aus der Agglo in die Redaktion bringen, mit der Schreibmaschine getippt, also auf Papier. Auch die Zeilenzahl musste stimmen. Das waren jeweils kurze Nächte!




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Daniel Petitmermet

Liebe Redaktion

Seit es das Berner Tagblatt nicht mehr gibt, bin ich treuer Abonnent und regelmässiger Leser Ihrer Zeitung. Ich brauche die tägliche Lektüre des «Bund» zur Information, aber auch für die Meinungsbildung. Dass man den «Bund» auch für andere Zwecke gut brauchen kann, soll die folgende Geschichte erzählen.

Jedes Mal, wenn wir in die Ferien verreisen, fische ich den letzten «Bund» aus dem Briefkasten und nehme ihn mit auf die Reise.

So auch anfangs der 2000er-Jahre, als wir nach Australien flogen. Zeit, um die Zeitung ausführlich von vorne bis hinten und zurück zu lesen, war auf dem langen Flug genügend vorhanden. Am Ziel, in Perth, bezogen wir in einem Hotel ein Zimmer, das sogar mit einer Küche und einem Essplatz ausgestattet war. Mit unserer Unterkunft waren wir sehr zufrieden. Aber dann entdeckten wir auf dem Küchenboden einen Käfer, dann einen zweiten, einen dritten, einen vierten…. Wir verfolgten die Spur und merkten, die kamen alle aus einer schmalen Ritze in einer Wandverkleidung oben an der Decke über dem Kühlschrank. Ich stieg auf einen Stuhl und schraubte mit dem Schweizer Sackmesser das Brett los. Dahinter konnten wir einen Lüftungskanal sehen. Der hatte ein Loch und daraus krochen die Tierchen. Den Kanal mussten wir unbedingt abdichten. Aber womit? Da kam uns der «Bund» zu Hilfe. Ich opferte einige Seiten und verstopfte mit ihnen das Loch. Von da an liessen uns die Käfer in Ruhe.

Fünf Jahre später, wir bezogen im gleichen Hotel das gleiche Zimmer. Wir konnten nicht anders, wir mussten nachsehen. Ich schraubte das Brett weg, und wir konnten beruhigt feststellen: Die Zeitungsseiten verstopften die Öffnung immer noch.

Auf den «Bund» kann man sich eben verlassen.

Mit freundlichen Grüssen

Daniel Petitmermet




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Barbara Richli

Ich bin ein «Bund-Kind»! Solange ich mich an meine Kindheit zurückerinnern kann, hatten meine Eltern immer den Bund abonniert, ebenfalls meine Grosseltern, bei denen ich oft in den Ferien war. Nach der ausgiebigen Lektüre wurde die Zeitung weiterverwendet, z. B. zum Anfeuern oder, bei uns besonders beliebt, als Unterlage der Futternäpfe unserer Katzen.

Ich habe sogar eine Zeichnung von mir (nicht datiert, aber signiert), die ich im Alter von ca. 9 Jahren machte: darauf eine unserer Katzen bei der «Futterstation», gut sichtbar unter den Futternäpfen die Zeitung, bezeichnet mit «Bund» und «Dienstag».

Mittlerweile wohne ich im Tessin und habe das Glück, dass ich den Bund fast jeden Tag am Kiosk in Faido vorfinde.




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Beat Lüthi

Ich bin heute Zeitungsverträger für Presto Presse und vertrage den Bund jeden Tag in einem Sektor in Bätterkinden.

Ich schliesse mich Einigen an und erinnere mich auch sehr gern an das Original, den Herrn Zürcher, wo (ich dank einem Eintrag hier) endlich weiss, wie dieser nette Mann heisst und an seinen Ruf DrrrrBuund. Ich ging damals anfangs der 90er Jahre ’91-’93 in meinen letzten Schuljahren in Bern im Monbijou in die Schule und denke, ich hörte ihn immer am Bahnhofseingang bei der Neuengasse. Jeden Tag, das hatte wirklich Kultstatus, das gehörte jeden Morgen dazu, sein Ruf.

Als ich ihn einmal nicht mehr hörte, dachte ich wohl, dass er pensioniert wurde. Ich sah ihn dann leider nicht mehr und sein typischer Ruf fehlte mir dann jeden Morgen…




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René Holzer

Ich gratuliere zum Jubiläum und erinnere mich gerne an die Zeit (1956-1976), als ich verantwortlich war für die rechtzeitige Lieferung der Druckunterlagen (Dünnzinnkcliches). Damals gab es noch zwei Ausgaben pro Tag. Einmal hatte der Kopist ein Bild eines Orchesters verkehrt kopiert. Beim Durchblättern des «Der Bund», dessen Abonnent ich seither bin, stellte ich fest, dass die Geiger den Geigenbogen linkshändig führten! Es war einfach immer hektisch.




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Mit dem Bund verbindet mich der kürzeste Arbeitseinsatz meines Berufslebens. Als junger Schriftsetzer, der kurz vorher die Ausbildung zum «geprüften Korrektor» abgeschlossen hatte, trat ich im April 1966 in die Dienste des «Bund». Diese Arbeit war recht gut bezahlt. Bei Einsätzen am Sonntag gab es den doppelten Stundensatz.

Doch als frischgebackener Korrektor fand ich, dass der korrekten, fehlerfreien Sprache zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Es waren nämlich auch unerfahrene Studenten als Korrektoren im Einsatz, welche manche Fehler übersahen. Und wenn Zeitdruck herrschte, entschieden die Setzer manchmal, dass gewisse von mir angezeichnete Korrekturen nicht mehr ausgeführt wurden. So kam es, dass ich den Bund nach zehn Monaten wieder verliess. Abonnent bin ich aber bis heute. (Die Druckfehler sind etwas weniger geworden!)




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Als Kind bin ich oft an der Morgenstrasse bei der ehem. Druckerei gewesen und habe die grossen Durckmaschinen bestaunt, die direkt von der Strasse aus einsehbar waren!




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Andreas Lang

Nachhaltigkeit.

Mein Grossvater Herbert Lang (Buchhandlung Herbert lang & Cie, Bern) leitete während des 2. Weltkriegs die Sektion Buchhandel der Schweizer Zensurbehörde. Er war ein Gegner der Nationalsozialisten. Die NZZ und der Bund wurden täglich gelesen. (Pflichtlektüre)

Diese «Tradition» behielt mein Vater bei und wird von mir fortgesetzt. Die Haltung einer Zeitung kann die Lesegewohnheit einer Familie über Jahr prägen!




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Marlies Stark

Als ich vor ca. 25 Jahren mal in Lausanne am Kiosk Ihre Zeitung kaufen wollte, fragte ich die Verkäuferin: «avez vous le Bund». Sie antworte mir, indem sie mich korrigierte: Le «Der Bund?» Dann wurde ich erst bedient.




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Peter Bieri

Vor 40 Jahren meldete ich mich bei der Einwohnerkontrolle der Stadt Bern an. Da meinte die Dame am Schalter spitz: «So, Berufsberater, von Luzern. Haben wir in Bern nicht genug eigene?» Nach diesem freundlichen Empfang abonnierte ich umgehend den «Bund», um mich mit der bernischen Denk- und Lebensart vertraut zu machen. Bis heute habe ich es nicht bereut.




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Vor 50 Jahren wohnte ich in der Berner Altstadt und machte mich erst gegen 10 Uhr auf den Weg durch die obere Altstadt zu meiner Arbeit. Ja, ich erinnere mich an den «Drrrr ….Bund»-Verkäufer, aber auch an den Ruf: «Moooo …..ge-Bund!».

Ich nahm mir die Zeit, nebst dem «Bund» auch die NZZ zu lesen, dazu hatte ich aus Solidarität die «Tagwacht» abonniert. Gelesen habe ich die freilich nicht, von der Partei Vorgekautes und Aussortiertes interessierte mich einfach nicht. Als die Tagwacht aus der Unions-Druckerei rausflog, nahm die Druckerei des «Bund» sie freundlich auf.

An einer Wanderferienwoche im Burgund begegnete ich Mit-Wanderer Paul Schaffroth, damals Chefredaktor beim «Bund». Er erklärte mir: «Die Tagwacht ist noch die einzige alternative Tageszeitung auf dem Platz Bern – die ist es wert, erhalten zu werden, wir konnten sie nicht einfach untergehen lassen!»

Ich fand diese Einstellung sehr erstaunlich – und bewundernswert!




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Alessandra Hobballah

Ich erinnere mich sehr gern an den «Bundverkäufer» am Berner Loebeggä. Auch war der Bund die Zeitung für Intellektuelle mit Niveau, wie mein Grossvater betonte




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Joachim Zehnder

Ich erinnere mich noch an den Der Bund verkauft hat am Loebegge Das war der Herrn Zürcher. Er hat laut die Zeitung angepriesen.




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Regula Schädeli

In meiner Kindheit fand ein Leichtathletikmeeting statt, wahrscheinlich im Stadion Neufeld, das müsste Mitte der 50-iger Jahre gewesen sein. Vorne auf dem Bund war ein Bild eines Diskuswerfers abgebildet, könnte aber auch im Sportteil gewesen sein. Dies war offenbar ein Foto meines Vaters. Immer wieder erscheint dieses Bild in meinen Kindheitserinnerungen, aber ob sie der Realität entsprechen, weiss ich nicht.

Der «Bund» hat mich mein Leben lang begleitet, meine Mutter hat sich täglich auf die Fortsetzung des Romans gefreut und hat uns Kindern oft daraus erzählt, oft auch vorgelesen. Ich bin also jetzt ein altes «Bundkind»!




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René Maeder

Es war Ende der 1960er Jahre, als ich, als damals junger Schnösel, auf der Redaktion des «Bund» aufkreuzte und der verantwortlichen Redaktorin sagte, ich könnte im Fall viel bessere Artikel über das aktuelle Musikgeschehen liefern, als jene, welche zu der Zeit im «Bund» erschienen. Woher ich damals die Frechheit nahm, einfach so vorzusprechen, weiss ich auch nicht. Ich hatte nämlich absolut keine journalistische Erfahrung. Zu meinem grossen Erstaunen ging die Frau auf meinen Vorschlag ein und ich lieferte alle zwei Wochen einen Bericht ab. Die Informationen beschaffte ich mir größtenteils aus dem MELODY MAKER, der damals führenden Musikzeitschrift Englands.

Die Zusammenarbeit wurde dann noch ausgeweitet und auch schrieb auch oft Konzertkritiken für den Bund. Angenehme Nebeneffekte waren ein Presseausweis und eine sogenannte Casinokarte, welche mir praktisch alle Türen zu Schweizer Konzertlokalen öffnete.

Die Arbeit für den «Bund» bildete den Start ins Musikbusiness, welchem ich bis heute im Nebenjob verbunden bin.




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