Redaktion Der Bund
6. Januar 2022
22 Beiträge

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Ihr Wohnort/Wohnquartier in Bern

Gepinnter Kommentar
    Andy S

    Ich nerve mich sehr oft ab gewissen Autofahrenden aber ihre Darstellung ist doch sehr sehr einseitig.
    Wissen Sie, wie oft ich schon den Stinkefinger gesehen hab, weil ich bei einer Kreuzung, obschon es grad grün wurde, trotzdem gebremst habe, weil noch ein Velorowdie bei rot drüber braust? Und jedes mal denke ich für mich, hätte ich denn nicht bremsen sollen… Das Gleiche kommt übrigends auch sehr oft bei Fussgängern vor, die bei rot über die Strasse laufen aber man muss das wohl verstehen, wenn der Fussgänger auf sein Handy starrt… Apropos Handy, ja, es gibt viel zuviele Autofahrer, welche dieser Sucht auch erlegen sind. Ich verstehs nicht. Nichts ist so wichtig, dass man sich davon ablenken lässt.
    Sie nerven sich übers Ausweichen aufs Trottoir? In Bern wurden in den letzten Jahrzehnten, viele Strassen künstlich, absichtlich verengt – Das Credo lautet ja, das Auto darf nicht schneller als ÖV/Velo sein. Manchmal geht es eben nicht anders und wenn niemand auf dem Trottoir ist, braucht man sich darüber auch nicht zu enervieren. Auf dem Trottoir findet man viele Velofahrer, manchmal aus demselben Grund, meistens aber einfach so. Vor meiner Haustür, musste man vor paar Jahren einen 2. Velostreifen machen, weil man es Velofahrenden nicht Zumuten kann, dass sie 50m auf die Parallelstrasse wechseln. Item, jetzt hats also 2 Velostreifen und viele fahren trotzdem immer noch auf dem Trottoir. Fahren, nicht das Velo stossend, wie man es eigentlich sollte aber gut, wenn niemand da ist, kann man das schon machen. Wenn aber jemand auf dem Trottoir ist, zB ein älteres Ehepaar oder jemand mit Kinderwagen, finde ich, sollte man schon absteigen und dran vorbei laufen statt die Klingel zu benutzen. Den Letzten, welchem ich gesagt habe, er soll vom Velo steigen statt klingeln, hat mich als Schweizer Bünzli und Rassist beschimpft. Ja, bodenlose Respektlosigkeiten sind sehr verbreitet, vorallem unter der velofahrenden Zunft. Aber was will man auch erwarten, wenn die Zunft-Leitung jede Velokontrolle als schikanös betittelt und stattdessen die Vorschriften kritisiert.
    Gem. Suva sind um die 80% der Velounfälle, Selbstunfälle und wie man sehr oft sieht, wird sich das Problem mit den schwereren und schnelleren E-Bikes eher verschärft haben. Klar wäre eine „radikale Trennung der Fahrwege zugunsten von nicht Motorisierten“ ideal, ändert nur nichts an diesen Selbstunfällen. Ob es eine Helmpflicht braucht, nun ich bin eigentlich gegen solche Regelungen aber wer der Gurtpflicht zugestimmt hat, müsste auch der Helmpflicht zustimmen und da sieht man schon eine eklatante Diskrepanz.
    Noch was zum Blinken. Schon seit ewig, können Autofahrer nicht richtig blinken. Was aber eher neu ist ist, dass Velofahrer rechts überholen, wenn man rechts blinkt. Muss wohl eine neue Art von Risikosport sein.




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    Eine Helmpflicht erübrigt sich bei genügend Platz für Velos und mehr gegenseitigem Respekt.
    Aus Sicht der Autolobby ist die Helmpflicht die einzige Lösung des Problems, was ich sehr arrogant finde. Als Nächstes kommt dann ein Airbag für Fussgänger?
    Ich selbst fahre 🚲🛵🏍 ohnehin immer mit Helm und angepasster Kleidung. Unsere jüngere Generation sieht das anders: bei einem Velohelm Obligatorium fahren sie nur noch ungern Velo, dann lieber mit dem ÖV. Dieser Tenddnz könnte man mit repetitiven und klugen Kampagnen entgegenwirken.




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Gepinnter Kommentar
Tobias Bowald
Peter Basler

Als langjähriger Länggassbewohner, Fahrradfahrer allen Kategorien, Bikerace, Langdistanz Bickpacking Touren und OK Mitglied beim Gravelrace Bern und Kenner der Fahrradszene in Neuseeland, traue ich mir eine ausgewogene und emozionsarme Meinung zu diesem Thema zu.
1. Heltragpflicht in Neuseeland, Australien schon seit vielen Jahren. Keine Diskussion, just you do it👍 2. Fahrradwege in der Stadt und überhaupt Fahrradwege hier in der Schweiz ausgezeichnet (wenn auch nicht perfekt )
3. Ausgewiesene Offroad/ Bikestrecken in der Schweiz sehr mangelhaft, Neuseeland unzählige und viele dienen als Fernverkehrs-Radwege. Das Problem in der Schweiz ist das Jeder für sich denkt, und mangelnde Toleranz in der Gesellschaft. Dagegen ist die Helmdiskussion ein weiterer Nebenschauplatz. Also seit nicht immer so kleinmütig und werdet tollerant. In diesem Sinn ein menschliches 2022




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Wolfgang Schroeppel

Ich sag’s mit einem Zitat:

I’ve noticed that the majority of traffic ’safety‘ campaigns seem to focus on everything except the bull in the china shop – the automobile.
copenhagenize.com




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Jürg Oberli

Es sind nicht die Kinder die bei einem Sturz mit oder ohne Helm die schwersten Folgen davontragen. Es ist die Altersgruppe 65+. Das gilt auch für Fussgänger.
Eine Helmpflicht zwischen 12 und 16 reduziert die Unfallfolgen nur unwesentlich – eine Helmpflicht ab 65 würde allenfalls etwas bringen. Aber man stelle sich mal das Gezeter vor, das losginge wenn man die Boomer zu einem Velohelm zwingen würde.




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Rom Michael

Das eine tun und das andere nicht lassen, ist die richtige Devise. Auch bei einem Selbstunfall schützt der Helm effektiv vor schweren Kopfverletzungen. Ich finde es daher verantwortungslos die Politik mit dem Kampf gegen die Helmtragpflicht erpressen zu wollen. Andererseits finde ich auch, dass Bern meilenweit von einer Velostadt entfernt ist, was aber vor allem mit der Dominanz des MIV zu tun hat. Da fehlt es unserer rotgrünen Politik an Mut.




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Ich frage mich ernsthaft, ob wir wirklich für ALLES, was sinnvoll ist (oder die Mehrheit dafür hält), ein Gesetz oder eine Vorschrift brauchen. In selten einem Land tragen so viele Leute einen Helm wie in der Schweiz, und das freiwillig. Beim Skifahren, beim Velofahren, sogar Kleinkinder auf dem Trottinett sieht man immer häufiger damit. Aber der Zeitgeist zum Thema Sicherheit hat abrupt Richtung Regulierung bis ins letzte Detail gedreht. Finde ich schade und unnötig. Letzten Endes wären auch Fussgänger besser vor Kopfverletzungen geschützt mit einem Helm, oder?
Sicherheit für Velofahrer muss zwingend über gute Bedingungen (mehr Platz und Anstand) auf den Strassen hergestellt werden. Kann ja nicht sein, dass man darauf verzichtet und stattdessen halt einen Helm tragen soll, weil man halt ab und zu von einem Auto gestreift oder abgeschossen wird.




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Willi Zimmermann

„Ich trage keinen Helm mehr, weil ich nicht mehr in der Lage bin, Velo zu fahren“. Irgendwann werde auch ich (74) das sagen müssen, aber noch ist es nicht soweit (~ 8’000 km pro Jahr, ~ 440’000 Lebens-km).
Oder wie sich der Kulturhistoriker Tobias Engelsing ausdrückte: „Das wichtigste ist das, was man auf dem Kopf trägt. Das Unten ist eine auswechselbare Figur.“

Mein Schutzhelm und ich, wir gehören und gehörten einfach zusammen: Beim Velofahren und Klettern (Steinschlag), aber auch beruflich auf den Baustellen des öffentlichen Verkehrs. Mein Schutzhelm hatte immer auch ein ‚Vordächli‘, das mein Gesicht vor der prallen Sonne und vor Regentropfen schützte.

Irgendwann werde ich mein Schutz- und Schmuckstück beiseite legen müssen und vielleicht werde ich es dann sogar vermissen – eine kleine Liebesgeschichte.
Alles Liebe und Gute im neuen Jahre und eine unfallfreie Fahrt, liebe Velofahrer*innen. Ich gebe ehrlich zu, ohne mein Velo wäre ich wohl nur ein halber Rentner.




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Andy S

Velohelm ist das Pendat zum Gurt im Auto. Beides hat nicht zum Ziel, Unfälle zu vermeiden, sondern schwerwiegende Verletzungen. Eine SUVA-Statistik besagte mal, dass um die 80 % aller Velounfälle, Selbstunfälle sind, aber trotzdem sträubt sich die Branche, anders als beim Auto, vehement gegen eine Helmpflicht und das ist unverständlich.

Aber es ist eh egal, denn dem Velo fehlt etwas, was alle anderen Verkehrsteilnehmer haben. Nämlich ein grosses Nummernschild – „Wo kein Richter, da kein Henker“ – und dementsprechend verhalten sich viele VelofahrerInnen auf der Strasse.

Was mich stört sind die Forderungen nach besserer Veloinfrastruktur – die VelofahrerInnen machen eh, was sie wollen. Jetzt wurde z.B. bei einigen Kreuzungen ein Signal angebracht, damit man legal statt wie bisher illegal rechts abbiegen kann. Als ob das die VelofahrerInnen schon jemals beachtet hätten…

Ein Manko ist auch immer noch, dass VelofahrerInnen keine Prüfung machen müssen. Wenn man Vortrittsregeln gar nicht wirklich kennt, ja, dann fährt man so rum, wie viele es tun.

PS: Ich weiss, dass sich auch viele Autofahrer falsch verhalten. Will das keinesfalls in Schutz nehmen, aber die Autofahrer werden 24/7 überwacht und permanent kontrolliert. Wenn dann mal eine Velokontrolle gemacht wird, so 1-2 im Jahr, reklamiert z.B. ProVelo auch noch gegen die Kontrolle.




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    Die Autofahrer werden „24/7 überwacht und permanent kontrolliert“, weil von den Autofahrern ein kaum zu vergleichend höheres Risiko auf Fussgänger, Velofahrer und andere Verkehrsteilnehmer ausgeht. Es gibt einen Grund, warum die Bussen für Autofahrer höher sind. Man merkt genau an Aussagen, die die Gesetzlosigkeit der Velofahrer bejammern, wie unbewusst sich die meisten Autofahrer sind, was für eine Gefahr sie eigentlich für ihre Umwelt darstellen. Und wie oft mir der Vortritt auf dem Velo schon auf gefährlichste Art und Weise genommen wurde von fehlbaren Autofahrern kann ich auch schon lange nicht mehr zählen – gemessen daran, wäre die vermeintliche 24/7 Überwachuchung wohl mehr als nur angebracht.




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      Andy S

      Herr Feller, ich habe das doch mit keinem Wort kritisiert und schon wird mir wieder etwas unterstellt. Ich wollte mit diesem Vergleich lediglich zum Ausdruck bringen, dass es auf der Strasse verschiedene Verkehrsteilnehmer gibt, wovon ein Teil weiss, dass sie keine Regeln befolgen müssen, weil sie kaum kontrolliert und gebüsst werden. Und das trägt massgeblich dazu bei, dass es auf der Strasse aggressiver wird. Apropos Vortritt: Ein Freund hat mir die Freundschaft gekündigt., weil ich ihn mal fast überfahren habe. Bin in einer 30er Zone von rechts her einfach rausgefahren. Hab ihm dann schon gesagt, dass halt in der 30er-Zone Rechtsvortritt ist aber er hat geschäumt. Erst, nachdem die Anderen am Tisch das bestätigt haben, wurde er still und seither redet er halt gar nicht mehr mit mir. Wie ich oben schrieb: Wenn man die Vortrittsregeln gar nicht kennt, weil man sie weder lernen noch darüber eine Prüfung ablegen muss…




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Daniel Osterwalder

Auf meiner täglichen Route vom Länggassquartier zum Nydeggstalden fallen mir drei Dinge immer wieder auf:

– Seidenweg: fast alle Autolenker:innen können nicht mehr warten. Statt anzuhalten, dem Fahrrad den Vortritt zu lassen, wird aufs Trottoir ausgewichen.

– die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20km/h rund um den Zähringermigros wird selten eingehalten

– Sicheres Fahren ist eine Frage der Grundhaltung und des Respekts gegenüber den schwächsten Verkehrsteilnehmenden und keine Frage der Helmtragepflicht. Diese Grundhaltung fehlt oftmals




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    Rico Schaub

    Ein ziemlich einseitiger Kommentar. Unter allen Verkehrsteilnehmern gibt es schwarze Schafe. Wenn ich jetzt meine täglichen Erlebnisse aus objektiver Sicht eines Fussgängers, Velofahrers und Autofahrers aufzählen würde, so kämen vorallem die Velofahrer sehr schlecht weg. Und mein Arbeitsweg hin und zurück durch die Stadt Bern beträgt ca. 11 km. Dass man meint, dass sich Leute wegen einer Helmpflicht nicht aufs Velo setzen würden und alles nur auf die fehlende Infrastruktur abschiebt finde ich lächerlich.




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      Ich glaube kaum, dass man bei „täglichen Erlebnissen“ von einer objektiven Sicht sprechen kann – Menschen neigen zum „Confirmation Bias“, also dazu, erwartete Beobachtungen eher zu bemerken und deren Häufigkeit höher zu empfinden, als sie tatsächlich vorkommen.

      Und es gibt auch noch einen weiteren Unterschied: Wenn ich einem Autofahrer den Vortritt nehme, dann ist das ärgerlich für ihn. Wenn er mir den Vortritt nimmt, ist es für mich lebensgefährlich. Wenn sich mehr Leute bewusst wären, dass es kein Recht auf die Vormachtsstellung des Autos gibt, und wie gefährlich diese 2,5Tonnen Maschinen eigentlich sind…




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        Rico Schaub

        Objektiv ist darauf bezogen, dass ich als Fussgänger, Velofahrer und als Autofahrer unterwegs bin. Wenn sich mehr Leute bewusst wären (in der Stadt Bern vor allem die Velofahrer, aber unter allen Verkehrsteilnehmern gibt es schwarze Schafe), dass man sich an die Regeln halten sollte, wäre schon sehr viel für die Sicherheit getan.




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          Gut, dann ist meine objektive Meinung als Autofahrer, Velofahrer und Fussgänger, dass als Velofahrer selbst bei kleinen Unachtsamkeiten der mit tonnenweise Stahl geschützten Autolenkern im Mischverkehr eine Gefahr ausgeht, die mich mittlerweile in meine Quartier dazu bewegt, lieber einen Umweg zu fahren als die notorische Stelle zu riskieren.
          Und dass sich viele Autofahrer einfach nicht der Gefahr die von Ihnen ausgeht bewusst sind – inkl. mir bevor ich vermehrt mit dem Velo gefahren bin. Das äussert sich dann in vermeintlich harmlosen Überholmanövern kurz vor der Fussgängerstreifeninsel, wo der Velostreifen plötzlich weg ist, aber die Stammhirne der Autofahrer bereits im „muss überholen“-Modus geschaltet haben, sobald ein Velo vor ihnen fährt – und die Fussgänger am Streifen einfach ausblenden, usw.
          Keine Fahrt mit dem Velo vergeht, ohne dass mir ein solches Manöver auffällt. Meist geht es zum Glück glimpflich aus. Aber es zeigt auch, wie ungeeignet Mischverkehr ist. Und entgegen der weit verbreiteten Meinung liegt es eben nicht an den Velofahrern, die bei Rot über die Kreuzung fahren. Es liegt am Auto und der Gefahr, die es stellt, während ganz selbstverständlich Unmengen unseres öffentlichen Raums (und Geldern) dafür Platz machen.




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thomas gut

Sicherheit kommt in ganz erster Linie auch von einem Velohelm! Und nicht nur von teuerer und langwierig zu erstellender Infrastrukur! Ich finde die Haltung der (linken) Städte schon fast zynisch, wenn sie wegen ‚uncool‘ auf Velohelme für Kinder verzichten will … sind denn Kopfverletzungen für Kinder cooler?

Meine Erfahrung als Viel-Velofahrer (10 tkm/jahr) und aktiver Radsportler zeigt, dass Helmtragen immer und überall sinnvoll ist und das eigene Leben retten kann – egal ob Infrastrukur gut ist oder nicht. Und zu ‚uncool‘: wer findet unsere Radsportler Hirschi, Reusser, Cancellara und co MIT Helm denn uncool?




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Liechti Christoph

Ursula Wyss hat vor Jahren eine Velohauptstadt postuliert. Eine Stadt in der ein 8-jähriges Kind Velo fahren kann. Viele Jahre und Kampagnen sind vergangen und viel Gelbe Farbe wurde vermalt. Ein Achtjähriges würde ich nie und nimmer durch Bern fahren lassen. Egal ob mit oder ohne Helm.

Sicherheit kommt von Infrastruktur, nicht von Kleidung und Helmen. Und hier ist die Velohauptstadt leider wenig anderes als Kommunikation. Ohne radikale Änderungen wird auch kein Urgrosskind von mir durch Bern fahren können.

Und wer eine Velohelmpflicht fordert, tut dies nur, weil damit die nötigen Änderungen (physiche Trennung von Velo und MIV, zu Lasten MIV) verhindert werden sollen.




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